DSTG Blickpunkt Nr. 04 April 2026

Das Mitgliedermagazin der Deutsche Steuer-Gewerkschaft Landesverband Nordrhein-Westfalen

Das Mitgliedermagazin BLICKPUNKT

Deutsche Steuer-Gewerkschaft Landesverband Nordrhein-Westfalen

Nr. 04 | April 2026

Bilanz 2025: Ein starkes Jahr

Themen dieser Ausgabe

Seite

Doppelter Erfolg: Zwillinge meistern das duale Studium mit Bestnote

E rgebnisse, auf die man stolz sein kann: 2712 Beförderungen, über 400 Höher gruppierungen, zusätzliche Stellen in der Finanzverwaltung, Investitionen in moder ne Arbeitsumgebungen – und 802 neue Mitglieder. Die Bilanz der DSTG NRW für das Jahr 2025 kann sich sehen lassen. Sie zeigt eindrucksvoll, dass beharrliche Inte ressenvertretung konkrete Wirkung hat. Wie in jedem Jahr zieht die DSTG NRW Bilanz, um die Erfolge des vergangenen Jahres sichtbar zu machen. Das neue Erfolgeplakat, soll in allen Dienststellen deutlich machen: Fortschritte für die Beschäftigten sind kein Zufall, sondern Ergebnis konsequenter Gewerkschaftsar beit, klarer Haltung und konstruktivem Dialog mit Politik und Verwaltung. Anerkennung für Leistung und Engagement Das Jahr 2025 brachte spürbare Fortschrit te für viele Kolleginnen und Kollegen. 2.712

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Beförderungen, 409 Höhergruppierungen und 70 Zulagenzahlungen belegen die Wertschätzung für Einsatz und Leistung in der Steuerverwaltung. Darüber hinaus stärken 210 Stellenhebungen in Festset zungsfinanzämtern, bei der GKBP, dem LBF und dem RZF sowie zusätzliche Stellen in weiteren Bereichen die organisatorische Substanz der Finanzverwaltung. Auch bei den Karrierewegen wurden wichtige Weichen gestellt: Das PEK LG 1 schafft flexiblere Einsatzmöglichkeiten, der prüfungsfreie Aufstieg in die Lauf bahngruppe 2.1 öffnet neue Perspektiven, und die Möglichkeit der verkürzten Probe zeit sorgt für zusätzliche Motivation – gerade für neue Beschäftigte. Fortschritte im Arbeitsumfeld Nicht nur bei Laufbahnen und Stellen, auch im Arbeitsalltag zeigen sich deutliche Verbesserungen. Mit 1,5 Millionen Euro zusätzlichen Mit teln können zahlreiche Maßnahmen zur Modernisierung der Finanzämter umge setzt werden. Der Einsatz von KI-Techno logien wird ausgebaut, die Leitlinie ‘Arbeit zum Personal’ weiter gestärkt. Hinzu kommen Projekte zur Erhöhung der Krisenresilienz, die Reform des Um zugskostenrechts sowie der Abbau der Container in Nordkirchen – sichtbare Belege für Fortschritte im Alltag vieler Kolleginnen und Kollegen. Mitgliederentwicklung und politische Präsenz Auch innerhalb der Organisation konnte die DSTG NRW wachsen: 802 neue Mitglieder traten im Jahr 2025 bei – ein starkes Zeichen des Ver

Tarifwissen praxisnah vermittelt: DSTG-Tarifseminar in Dortmund 05

Die Seite für die Generation 60+ 06

AG 2.2: Update vom ‘Kollegen KI – Digitaler Stammtisch zur Zukunft der Finanzverwaltung

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trauens in eine verlässliche Interessen vertretung. Parallel dazu blieb die DSTG NRW auch auf politischer Ebene aktiv. Mit Stellung nahmen zu Gesetzesinitiativen und durch die Teilnahme an Anhörungen des Land tags brachte sie die Perspektive der Be schäftigten der Finanzverwaltung in Ent scheidungsprozesse ein. 176 Rechtsschutzanfragen – etwa zu Themen wie Beihilfe, Amtsärztliche Ver fahren und FlexWorx – unterstreichen zudem, wie wichtig eine fachkundige Ob Jugend-, Frauen-, Seniorenarbeit, Tarif fragen oder Laufbahngruppe 2.2: Die DSTG NRW wirkt in allen Bereichen mit. Zahlrei che Informationsveranstaltungen, etwa zu Renten- und Versorgungsfragen, sowie eine aktive Querschnittsarbeit zeigen Unterstützung im Einzelfall ist. Engagement auf allen Ebenen

die Breite des Engagements. Die Bilanz 2025 macht deut lich: Gewerkschaftsarbeit lohnt sich – und bestän diger Einsatz führt zu sichtbaren Er gebnissen.

Blickpunkt online unter www.dstg-nrw.de

J UGEND

ANGEMERKT

LG 2.1 Jugendvertretung setzt langjährigen Wunsch der Studierenden durch Während des dreijährigen Studiums an der Hochschule für Finanzen in Nordrhein-Westfalen sind die Studierenden meistens an einem der drei Standorte untergebracht. Bis her war ein Wechsel nur in seltenen Fällen, beispielsweise aus sozialen Gründen wie Pflegebedürftigkeit von nahen Verwandten, möglich.

Wertschätzung – für alle, die das Fundament tragen Die Finanzverwaltung heißt ihre neu en Kolleginnen und Kollegen mit Stolz und Offenheit willkommen. Neben

Carolin Konzack

den ersten Tagen in der Dienststelle und in den Ausbil dungsbezirken, ist die Willkommensveranstaltung im Signal Iduna Park für neue Anwärterinnen und Anwärter in den letzten beiden Jahren Bestandteil der Verwaltungs Willkommens-Kultur geworden. Sie setzen ein wichtiges Zeichen – nämlich, dass der Einstieg in die Finanzverwal tung nicht nur ein Arbeitsplatzwechsel, sondern der Be ginn einer sinnstiftenden Aufgabe im Dienst des Gemein wohls ist. Gleichzeitig vermittelt die Feier gleich zu Be ginn: Ihr seid Teil einer großen, starken Gemeinschaft. Die DSTG NRW begrüßt diese Willkommenskultur. Wer motiviert startet, bleibt auch motiviert – und genau das brauchen wir angesichts der wachsenden Herausforde rungen in unseren Finanzämtern, dem Rechenzentrum und dem LaFin. Gleichzeitig erinnern wir als Gewerkschaft jedoch seit Jahren daran: Wertschätzung darf nicht nur den Neuen gelten. Auch diejenigen, die schon lange das Rückgrat der Verwaltung bilden, müssen gesehen und anerkannt wer den. Viele Kolleginnen und Kollegen empfinden, dass ihr großer Einsatz im Alltag oft als selbstverständlich hinge nommen wird – obwohl ohne ihr Engagement weder Quali tät noch Belastbarkeit der Finanzverwaltung denkbar wä ren. Manchmal entstand der Eindruck, dass sich die Verwal tung zu stark auf die neuen Gesichter konzentriert – so wie bei Handyverträgen, bei denen nur Neukunden von be sonderen Boni profitieren, während die treuen Bestands kunden leer ausgehen. Umso erfreulicher ist es, dass der Finanzminister nun ein deutliches Signal gesetzt hat: Für das Jahr 2026 erhält jede Dienststelle – gestaffelt nach der Anzahl ihrer Mitarbei tenden – ein Budget zur freien Verfügung. Damit können die Dienststellenleitungen – in Absprache mit der jeweili gen Personalvertretung – nun selbst entscheiden, wie sie Motivation, Zusammenhalt und Wertschätzung vor Ort fördern. Ob durch kleine Feiern, gemeinsame Aktivitäten oder gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeits alltags – dieses Budget eröffnet neue Gestaltungsspiel räume. Ich verstehe dies als wichtiges und richtiges Signal. Wertschätzung darf aber kein einmaliges Projekt bleiben. Sie muss dauerhaft erlebbar sein – in besseren Arbeits- bedingungen, verlässlicher Personalplanung und echter Mitbestimmung. Dafür werden wir uns auch weiterhin mit Nachdruck einsetzen. Denn gute Arbeit verdient nicht nur Beifall, sondern auch spürbare Anerkennung – für alle, die Tag für Tag das Fundament unserer Finanzverwaltung bilden.

Dank des Einsatzes unse rer Jugend in der Hauptju gend- und Auszubildenden vertretung sowie des FM und der HSF wird nun ein neues Konzept erprobt, einen Lehr saaltausch auch ohne beson dere Gründe zu beantragen. Voraussetzung ist nur noch, dass man einen Tauschpart ner oder eine Tauschpartne rin findet. Hierfür hat die HSF extra eine Tauschbörse auf Ilias eingerichtet. Somit kann der langjährige

Wunsch der Studierenden endlich umgesetzt werden. Jeder kann nun in den Genuss kommen im Schloss zu studieren oder seine Fahrtzeit zu den Bildungseinrichtun gen zu verkürzen. Außerdem kann so die Vernetzung in nerhalb der Finanzverwaltung gestärkt werden. Ein Lehrsaaltausch an einen anderen Bildungsstandort kann nur ein Mal während des gesamten Studiums bean tragt werden. Für den Fall einer unfreiwilligen Rückversetzung des Lehrsaales an den ursprünglichen Standort lebt das Recht auf Lehrsaaltausch jedoch wieder auf. Versetzungsanträge aus sozialen Gründen bleiben hiervon unberührt. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und wünschen unseren Studierenden weiterhin eine erfolgreiche Berufs ausbildung!

BLICKPUNKT DSTG

Mitteilungsblatt der Deutschen Steuer-Gewerkschaft Landesverband Nordrhein-Westfalen

66. Jahrgang

04/April 2026

E-Mail: mediacenter@dbbverlag.de, Preisliste 34, gültig ab 1. Januar 2026 Anzeigenleitung: Marion Clausen Herstellung: L.N. Schaffrath GmbH & Co KG, Druck Medien, Marktweg 42-50, 47608 Geldern Redaktion: Elisabethstraße 40, 40217 Düsseldorf,

Herausgeber: Deutsche Steuer-Gewerkschaft (im Dachverband des dbb), Landesverband Nordrhein-Westfalen, Elisabethstraße 40, 40217 Düsseldorf, Telefon (0211) 90695-0, E-Mail: dstg.nrw@t-online.de Verlag: Steuer-Gewerkschaftsverlag, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin Anzeigen: dbb verlag gmbh, Mediacenter, Dechenstraße 15a, 40878 Ratingen, Telefon (02102) 74023-0

Redakteure: Jörg Bollenbach (BV Westfalen) Helmut Pauls (BV Rheinland) Verantwortlich für den gewerkschaftspolitischen Teil: Carolin Konzack, Landesvorsitzende. Der Bezugspreis ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.

Telefon (0211) 90695-0, Telefax (0211) 90695-22

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AUS DEN BEZIRKSVERBÄNDEN

BV Rheinland Bezirkshauptvorstand in Kaarst – Die Zukunft der DSTG-Arbeit vor Ort Am 12. und 13. März 2026 kam der Bezirkshauptvorstand der DSTG Rheinland in Kaarst zu seiner Frühjahrssitzung zusammen. Rund 100 Funktionsträgerinnen und Funktionsträger aus den Ortsverbänden, dem Bezirksverband sowie den Stufenvertretungen nutzten die Tagung, um über die aktuellen Entwicklungen in der Finanzverwaltung sowie die künftige Ausrichtung der Gewerkschaftsarbeit zu beraten. Neben den Berichten der einzelnen Querschnitte stand diesmal besonders die interne Organisation der DSTG im Mittelpunkt.

Frauenarbeitstagung der DSTG Westfalen-Lippe Engagierte Diskussionen und klare Weichenstellungen A m 12. März 2026 trafen sich 44 engagierte Kolleginnen zur Frauenarbeitstagung der Bezirksfrauenvertretung der DSTG Westfalen Lippe im Finanzamt Detmold. Im Mittelpunkt stand der Austausch über aktuelle gewerk schaftspolitische Themen und die Vorberei- tung wichtiger Beschlüsse für die Zukunft. Mit Andrea Sauer-Schnieber und Patrick Butschkau konnte die Tagung zwei profilierte Gäste begrüßen: Während Andrea Sauer Schnieber spannende Einblicke in aktuelle gewerkschaftspolitische Entwicklungen gab, zeichneten Patrick Butschkau Perspektiven für die zukünftige Gewerkschaftsarbeit auf. Ihre Beiträge sorgten für viele Denkanstöße und lebhafte Diskussionen. Herzstück der Tagung war die Beratung von insgesamt 33 Anträgen, die beim bevorstehen den Gewerkschaftstag im Juni eingebracht werden sollen. Mit viel Engagement wurde dis kutiert, argumentiert und abgestimmt – immer mit dem Ziel, gemeinsame Positionen zu stär ken und die Interessen der Kolleginnen sichtbar zu machen. Vertreterin gewählt Carolin Nagel wurde einstimmig zur Vertreterin im nächsten geschäftsführenden Vorstand gewählt. Sie soll auch künftig die Stimme der Frauen auf Bezirksebene vertreten – mit gro ßer Unterstützung und Rückhalt aus der Runde. Auch der persönliche Austausch kam nicht zu kurz. Gute Gespräche, ausgezeichnete Verpfle gung und eine offene Atmosphäre machten die Tagung zu einem inspirierenden Gemein schaftserlebnis. Die Frauenarbeitstagung in Detmold hat ein drucksvoll gezeigt, wie viel Kraft im Engage ment der Kolleginnen steckt – und dass die Frauen in der DSTG entschlossen sind, die Zu kunft der Gewerkschaft aktiv mitzugestalten.

Veränderungen als Chance begreifen Die Finanzverwaltung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Struktur veränderungen und neue Arbeitsformen verändern das tägliche Miteinander in den Dienststellen spürbar. Diese Verän derungen machen auch vor der Gewerk schaftsarbeit nicht halt – sie müssen

Hauptpersonalrates von ihrer Arbeit. Schwerpunkte lagen dabei auf der Per sonalentwicklung während und nach der Ausbildung, der Modernisierung des Dienstrechtes, dem PEK. Besonders in tensiv wurde über die Folgen der fort schreitenden Zentralisierung sowie der Arbeitsverlagerung und die Auswirkun gen auf Arbeitsabläufe und Personal ausstattung diskutiert. Einigkeit herrschte darüber, dass Veränderungen in der Organisationsstruktur auch Chancen für Verbesserungen bieten – vorausgesetzt, die Beschäftigten wer den frühzeitig eingebunden und ihre Erfahrungen fließen in die Planung ein. Bericht aus dem Landesverband DSTG-Landesvorsitzende Carolin Kon zack informierte die Anwesenden über die Arbeit des Landesvorstands und ak tuelle Themen der gewerkschaftlichen Interessenvertretung auf Landesebene. Sie ging dabei insbesondere auf die jüngsten Tarifverhandlungen ein, deren Ergebnis auch in Kaarst für rege Diskus sion sorgte. Für viele Teilnehmende steht fest: Nach abgeschlossenen Verhandlun gen gilt es nun, das erzielte Ergebnis zü gig und gerecht auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen. Mit einem Koffer voller Informationen, neuer Eindrücke und gelebter Solidarität ging es für die Teilnehmenden ins Wo chenende. Der Bezirkshauptvorstand Rheinland machte deutlich: Die DSTG bleibt auch in der digitalen und hybriden Welt der Finanzverwaltung ein verlässli cher Partner und starke Stimme für alle Beschäftigten. Gemeinsam stark – auch in neuen Zeiten

aktiv mitgestaltet werden. Unter der Leitfrage »Wie sieht die DSTG-Arbeit vor Ort in den kommen den Jahren aus?« diskutierten die Teil nehmenden in meh reren Arbeitsgruppen über neue Wege, um die Betreuung der

Marc Kleischmann, Vorsitzender des BV Rheinland

Mitglieder auch in einer zunehmend hybriden Arbeitswelt sicherzustellen. Ob in Präsenz, digital oder kombiniert – wichtig bleibt, dass die DSTG nah an den Kolleginnen und Kollegen bleibt. Viele Anregungen zielten darauf ab, die Kommunikation innerhalb der Organisa tion weiter zu modernisieren, Informa tionen schneller verfügbar zu machen und neue Beschäftigte gezielter anzu sprechen. Dabei wurde deutlich: Gewerk schaftliches Engagement lebt vom per sönlichen Austausch und vom Vertrauen, das durch regelmäßige Begegnung ent steht – sei es auf der Dienststelle, in di gitalen Formaten oder bei gemeinsamen Aktionen. Aktuelle Themen aus den Stufenvertretungen In einem weiteren Teil der Sitzung be richteten die Vertreterinnen und Vertre ter des Bezirkspersonalrates sowie des

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AUSBILDUNG

Doppelter Erfolg: Zwillinge meistern das duale Studium mit Bestnote Zwei Schwestern, ein gemeinsamer Weg und herausragende Ergebnisse: Charlotte und Antonia Theil haben in Herford das duale Studium der Finanzverwaltung mit Bestnote abgeschlossen – und das als Zwillinge! Im Gespräch mit unserem Landesjugendleiter Maximilian Lämmel erzählen die beiden, wie sie das geschafft haben, was sie motiviert und welche Tipps sie für kommende Jahrgänge haben.

Maxi: Hallo ihr beiden! Schön, dass ihr euch Zeit für unser Gespräch nehmt. Ihr habt das duale Studium in Herford gemeinsam mit Bestnote abgeschlos sen – herzlichen Glückwunsch! Charlotte: Vielen Dank! Wir freuen uns auch auf das Interview. Maxi: Diese Leistung ist wirklich außer gewöhnlich – das Studium ist ja be kanntlich anspruchsvoll. Ihr seid Zwil linge, habt denselben Weg gewählt und am Ende gemeinsam so erfolgreich ab geschlossen. Wie seid ihr ursprünglich auf die Finanzverwaltung aufmerksam geworden? Antonia: Unser Vater hat uns auf das duale Studium der Finanzverwaltung aufmerksam gemacht, nachdem er die Radiowerbung dazu gehört hatte. Charlotte: Danach haben wir uns bei einer Freundin aus der Fußballmann schaft informiert, die schon bei der Finanzverwaltung arbeitet. Maxi: War euch von Beginn an klar, dass Ihr den gleichen beruflichen Weg gehen wollt? Antonia: Direkt geplant hatten wir das nicht, aber unsere Interessen waren schon zu Schulzeiten die gleichen. Von daher war es nicht so abwegig, dass gleiche Studium zu machen. Maxi: Seid ihr dann auch gemeinsam im Vorstellungsgespräch gewesen? Charlotte: Wegen Corona wurde unser Vorstellungsgespräch digital durchge führt. Die Gespräche haben hintereinan der stattgefunden.

Antonia: Das war tat sächlich an unserem 18. Geburtstag. Wir durften uns aber natürlich gegen- seitig nicht helfen. Maxi: Hattet ihr denn auch schon zu Schul zeiten ein so gutes Abitur oder habt ihr euch für das Studium besonders ange strengt? Charlotte: Unser Abitur haben wir auch schon mit sehr gut abge schlossen, aber natür lich musste man sich für das Studium trotz dem sehr reinhängen. Maxi: Nun gilt das duale Studium bei der Finanzverwaltung als äußerst hochwertig aber auch herausfor dernd. Was war euer

Antonia Theil Charlotte Theil * 24. Februar 2004 * 24. Februar 2004 Finanzamt Finanzamt Herford Herford F 2022 F 2022 Abschlussnote Abschlussnote Noki: Sehr gut Noki: Sehr gut Stelle: VBZ Stelle: VBZ Hobby: Fußball Hobby: Fußball

Geheimnis, um die Bestnote zu errei

chen? Konntet ihr euch gegenseitig unterstüt zen. Antonia: Grundsätzlich haben wir getrennt gelernt, haben aber nach der Uni viel über die Themen und schwierige Fälle gesprochen. Charlotte: In Herford waren wir auch ge meinsam in einem Lehrsaal, so war man

dann sehr häufig im Austausch. Dadurch waren wir wahrscheinlich häufiger im Gespräch als es sonst üblich ist. Auch bei den Lernzetteln haben wir uns ge genseitig unterstützt.

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Maxi: Und wie habt ihr generell das dreijährige Studium wahrgenommen? Antonia: Das Studium ist recht anspruchs voll aber machbar, wenn man sich jeden Nachmittag zum Lernen hinsetzt. Charlotte: Wir haben wahrscheinlich schon deutlich mehr als andere gelernt, aber es gab trotzdem noch Zeit für Lehrsaalabende oder Beach Volleyball in der Stadt. Antonia: Im Studium haben wir auch neue Freundschaften geschlossen, die über das Studium hinaus geblieben sind. Maxi: Welche Tipps habt ihr also für andere Studierende? Charlotte: Bleibt immer am Ball aber lasst euch auch nicht zu sehr unter Druck setzen. Antonia: Fragt immer bei Dozierenden oder anderen Nachwuchskräften, wenn ihr etwas nicht verstanden habt! Ver gesst aber daneben nicht den Spaß. Bei spielsweise durch Lehrsaalabende kann man sehr gut den Kopf freibekommen. Maxi: Mittlerweile seid ihr im Finanzamt angekommen und arbeitet auch im VBZ. Wollt ihr in Zukunft eines der Förderprogramme wahrnehmen? Charlotte: Für mich klingt das Talentför derprogramm für den Innendienst inte ressant, darüber werde ich mich bei den Veranstaltungen informieren. Antonia: Das Programm zum Außen dienst klingt auch gut, aber ich würde ebenfalls zum Innendienstmodell ten dieren. Hier kommt es jedoch auf die möglichen Ämter an und wie weit die Fahrtstrecke ist. Maxi: Habt ihr euch auch schon Gedan ken gemacht, wo Ihr euch in Zukunft sehen werdet? Charlotte: Das ist in so jungen Jahren noch schwierig zu sagen. Eventuell reizt mich später mal die OFD, aber derzeit bin ich sehr zufrieden im Finanzamt. Antonia: Mir geht es ähnlich. In Zukunft könnte ich mir vorstellen an der HSF zu unterrichten. Das wäre durch die Nähe zum Standort Herford gut machbar für mich. Maxi: Vielen Dank, dass ihr eure Erfahrungen mit uns geteilt habt. Ich wünsche euch viel Erfolg für euren weiteren Weg!

TAR I F

Tarifwissen praxisnah vermittelt: DSTG-Tarifseminar in Dortmund Drei Tage voller Austausch, Praxis und Engagement: Beim diesjährigen Tarifse minar der DSTG NRW in Dortmund drehte sich alles um das Thema Tarifrecht – und zwar nicht in trockenen Frontalvorträgen, sondern mit lebendigen Beispielen und vielen Mitmachmomenten. »Uns war wichtig, alle auf unsere Tarifreise mit zunehmen«, fasste der Vorsitzende des Landestarifausschusses, Oliver Preuß, das Ziel des Seminars treffend zusammen. Das Fazit fiel am Ende eindeutig aus: Niemand ist von Bord gegangen. D as Seminar überzeugte mit einer gelungenen Mischung aus Informa

Umgang mit tariflichen Fragestellungen, sondern auch das gute Gefühl, sich künftig noch besser für Kolleginnen und Kollegen einsetzen zu können. Ein weiterer Höhepunkt war der Bei trag der DSTG-Landesvorsitzenden Carolin Konzack. Sie informierte über aktuelle gewerkschaftliche Themen, ordnete den jüngsten Tarifabschluss für die Länder ein und gab einen Aus blick auf die kommenden Herausforde rungen. Die anschließende Diskussion zeigte, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen Basis, Tarifexper tinnen und -experten sowie der Lan desleitung ist – und wie sehr gemein sames Lernen das Wir-Gefühl in der DSTG stärkt. Zum Abschluss war sich die Gruppe einig: Das Seminar war ein Volltreffer. Statt trockener Theorie stand das ge meinsame Lernen im Vordergrund – und aus dem Miteinander entstand ein echtes Netzwerk. »Endlich ein Ort, wo wir unsere Fragen rund um Tarifthe men klären können«, lautete das be geisterte Fazit vieler Teilnehmender. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie gelebte Gewerkschaftsarbeit Wissen, Zusam menhalt und Motivation in Einklang bringt.

tion, Diskussion und gemeinsamer Ar beit. Besonders der offene Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilneh mern trug maßgeblich zum Erfolg bei. Die Referenten Oliver Preuß, Jörg Bol lenbach und Christian Sommer gaben immer wieder Raum für Fragen, sodass sich ein dynamisches und kollegiales Lernklima entwickelte. Schnell wurde deutlich: Niemand steht mit seinen ta rifrechtlichen Herausforderungen allein. In der Gruppe wurde sachlich, praxisnah und auf Augenhöhe über Probleme, Lösungen und Erfahrungen gesprochen – so, wie es gelebte Gewerkschaft aus macht. In Kleingruppen arbeiteten die Teil nehmenden an realen Eingruppierungs fällen und beleuchteten Themen wie Höhergruppierungen, Aufstiegsmög lichkeiten und Karrierewege in der Fi nanzverwaltung. Dabei rückte beson ders das Eingruppierungsrecht mit all seinen Facetten in den Fokus. Aus der gemeinsamen Arbeit entstanden viele praxisnahe Lösungen, die anschließend im Plenum vorgestellt und kritisch re flektiert wurden. Die Teilnehmenden gewannen dabei nicht nur Sicherheit im

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Ein Vormittag voller Begegnungen und Ausblicken Themenfrühstück der GKBP-Seniorinnen und -Senioren

Am 4. März trafen sich pensionierte Kolle ginnen und Kollegen der GKBP Köln auf Einladung des Ortsverbands zu einem gemütli chen Themenfrühstück. Es war eine besondere Veranstaltung – denn sie fand zum letzten Mal in den vertrauten Räumen Am Gleisdreieck statt. Dr. Andreas Eich stellte den bevorste henden Umzug in die neuen Räume der OFD an der Tunisstraße vor, der bereits im September 2026 beginnen soll. Außerdem gab er einen informativen Überblick über die aktuelle Situation der GKBP. Die Vertreterin der Pensionäre und Vor sitzende der Bezirksseniorenvertretung Rheinland, Ulla Wittwer, stellte anschlie ßend ihre Arbeit vor. Sie gab außerdem bekannt, dass Claudia Friebe nach den Vor standswahlen im Sommer die Seniorenver tretung der GKBP Köln übernehmen wird. Auch das Tarifergebnis und dessen Übertragung auf die Beamtinnen und Be amten wurden besprochen – ebenso wie die Themen Aktivrente und Weiterbe schäftigung nach der Pensionierung. Ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2025 und ein Ausblick auf 2026 rundeten das viel seitige Programm ab. »Mitten im Leben – auch im Ruhestand!« Die Arbeit der Seniorenvertretung hat 2025 deutlich an Fahrt aufgenommen. Ziel 60+ Die Seite für die Generation

bleibt, alle DSTG-Seniorinnen und -Senio ren mit einem guten Mix aus Informatio nen, Austausch und Aktivitäten zu errei chen. Dass das gelingt, zeigt die wach sende Begeisterung: Viele Veranstaltun gen sind so gefragt, dass sie sogar wie derholt angeboten werden. Besonders schön ist dabei zu erleben, wie wichtig das persönliche Wiedersehen und der gemeinsame Austausch sind – sie för dern das Miteinander und stärken unsere DSTG-Gemeinschaft. Rückblick und Ausblick Im vergangenen Jahr war die Senioren vertretung nicht nur touristisch unter wegs, sondern hat auch Informationsver anstaltungen angeboten sowie Gesprä che mit Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung geführt. Für 2026 hat die Bezirksseniorenver tretung Rheinland wieder ein abwechs lungsreiches Programm zusammenge stellt – mit interessanten Themen, span nenden Ausflügen und Begegnungen in geselliger Runde. Bereits fest eingeplant: 13. April 2026: Gespräch mit Ober- finanzpräsidenten, Reinhard Derix 17. April 2026: Infoveranstaltung in der Lan genfelder Schützenhalle - Themen: Testament, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung (RA Frank Hünker) - Beihilfethemen: Kur, Reha, Zahnersatz, neue Regelungen ab 1. Januar 2026 (LBV)

20. April 2026: WDR-Führung 30. Juli 2026: Besuch des ‘Hauses der Geschichte’ in Bonn und Führung durch den ehemaligen Kanzlerbungalow 14. August 2026: Infoveranstaltung ‘Sicherheit im Alter’ in der Langenfelder Schützenhalle (mit der Kreispolizei- behörde Mettmann) 31. August bis 2. September 2026: dbb-Seniorenseminar 27. Oktober 2026: WDR-Führung (2. Termin) 6. November 2026: Tagesveranstaltung zum Thema ‘Künstliche Intelligenz’ 26. November 2026: Ein Tag in Aachen mit Dombesichtigung, Besuch einer Printen- manufaktur und Weihnachtsmarkt Geplant sind außerdem:  Besuche im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und im Gasometer Oberhausen  Führung im Textilmuseum Bocholt  Geführte Wanderung und Radtour  Arbeitstagung der Seniorenvertreterinnen und -vertreter der Ortsverbände Seminare für engagierte Seniorinnen und Senioren Besonders beliebt sind die DSTG- Seniorenseminare in Zusammenarbeit mit der dbb-Akademie sowie mit dem Deutschland- und Europapolitischen Bil dungswerk (DEPB). Sie verbinden ge werkschaftliche, gesellschaftliche und politische Themen mit anregenden Diskussionen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt – also lohnt sich eine frühe Anmeldung!

FAZIT Eine rundum gelungene Veranstaltung – mit guten Gesprächen, vielen Neuigkeiten und der Vorfreude auf ein erlebnisreiches Jahr 2026!

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DSTG-Blickpunkt 04/2026

Aktuelle Beförderungs- situation D ie Beförderungssituation ist nach wie vor gut. Alle freiwer denden Stellen – insbesondere durch Altersabgänge – werden umgehend für eine Beförderung genutzt. Und da die Altersabgänge durch die Pensionierungen der ‘Babyboomer-Generation’ hoch ist und auch noch die nächsten Jahre hoch bleiben wird, ist die Beförde rungsgeschwindigkeit in fast allen Besoldungsgruppen gut. Lediglich im Bereich A9/A9 Z sowie im Bereich nach A12 sind besondere Kraftan strengungen nötig, um mit den an deren Besoldungsgruppen mitzuhal ten. Ein erster Schritt ist hier bereits mit den Stellenanhebungen im Bereich nach A12 gemacht worden. So kann es weiter gehen… Eingangsämter A6 bzw. A9  Beurteilung zum 28. Februar 2026;  neue Beförderungsliste ab dem 1. Juni 2026  Eignungsquote in der Beurteilung: einhundert Prozent Eingangsamt A13  Beurteilung zum 30. September 2026;  neue Beförderungsliste ab dem 1. Januar 2027  Eignungsquote in der Beurteilung: achtzig Prozent Von A7 nach A8 Im Jahr 2026 werden die Bereiche fünf Punkte oberer und unterer Bereich sowie der vier Punkte obere Bereich (zum 1. Juli 2026) zur Beförderung aufgerufen. Von A8 nach A9 Im Jahr 2026 werden die Bereiche fünf Punkte oberer und unterer Bereich sowie der vier Punkte obere Bereich (zum 1. August 2026) zur Beförderung aufgerufen. Von A9 nach A9 Z Im Jahr 2026 werden die Bereiche fünf Punkte oberer und unterer Bereich sowie der vier Punkte obere Bereich (zum 1. Dezember 2026) zur Beförde rung aufgerufen. Der vier Punkte unte rer Bereich wird erst zum 1. November Voraussichtlich wird die Beförderungs liste ausbefördert. Die nächste Beurtei lung steht zum 31. Dezember 2026 an. Von A11 nach A12 Durch die zusätzlichen Stellen wird in allen Bereichen bis in den drei Punkte oberen Bereich befördert. Die nächste Beurteilung steht zum 31. Dezember 2026 an. Dann wird es nur noch eine einheitliche Beförderungsliste geben. Die Unterscheidung in Regel- und Funktionsbereich entfällt. 2027 frei gegeben. Von A10 nach A11

FRAUEN

Bundesfrauenkongress des dbb in Berlin Starker Auftakt für die kommenden 5 Jahre Mit klaren Zielen, großer Betei-

deutliches Zeichen für den gro ßen Handlungsbedarf und das Engagement der Delegierten. Ein zentrales Thema bleibt die Gleichstellung, insbesondere die Forderung nach mehr Parität in Führungspositionen und politi schen Gremien. »Es gibt viel zu tun«, war der Tenor vieler Redebeiträge. Die neue Frauenvertretung steht vor der Aufgabe, die beschlos senen Maßnahmen konsequent umzusetzen und den Druck in gleichstellungspolitischen Fra gen weiter zu erhöhen. hochrangige Vertreterinnen der Bundespolitik. Bundesmi nisterin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien, betonte in ihrem Grußwort, dass Frauenrecht Menschenrechte sind und ver wies auf den Gesetzesentwurf zur Entgeltgleichheit. Bundes ministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Dr. Stefanie Hubig, erklärte »über das Ziel, dass der Frauenanteil in den Parlamenten steigen muss, ist man sich einig, aber über den Weg dorthin gibt es noch Diffe renzen«. In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die Themen Bil dungsgerechtigkeit, Vereinbar keit von Familie und Beruf so wie strukturelle Benachteiligun Frauen. Macht. Demokratie. Unter diesem Motto referierten

gen weiterhin im Fokus stehen müssen. Selbstverständlich unterstüt zen auch die Landesfrauen der DSTG Nordrhein-Westfalen ihre Kollegin Milanie Kreutz, beim Kongress in Berlin. Die Vorsit zende der Landesfrauen Carolin Nagel nahm zusammen mit Sabrina Granitza, Diana Weden meier und Magdalena Gambus teil. Begleitet wurden sie von der Landesvorsitzenden der DSTG NRW, Carolin Konzack. Im Austausch mit Kolleginnen aus allen Regionen nutzten sie den Kongress, um Impulse nach Nordrhein-Westfalen zu tragen und die Stimme der DSTG Frau en im dbb deutlich hörbar zu machen. Neben den Beschlüssen und Diskussionen bot der Kongress vor allem eines: eine Plattform für Vernetzung und neue Ideen. Der Dialog über Verbandsgren zen hinweg stärkte das gemein same Bewusstsein, dass Gleich stellung nur gemeinsam er reicht werden kann – mit Mut, Zusammenhalt und klaren For derungen. Mit einer neu gewählten Ge schäftsführung, klaren politi schen Forderungen und ge stärktem Zusammenhalt startet die dbb Frauenvertretung nun in die kommende Wahlperiode – mit dem Anspruch, die Gleich stellung in Deutschland weiter aktiv voranzubringen.

ligung und einem intensiven politischen Austausch ist am 21. März 2026 der Bundesfrau enkongress des dbb beamten bund und tarifunion im Berliner Estrel Kongresszentrum zu En de gegangen. Rund 450 Teilneh merinnen aus dem gesamten Bundesgebiet kamen zusam men, die Schwerpunkte der kommenden Wahlperiode zu setzen und über zentrale gleichstellungspolitische Themen zu beraten. Im Mittelpunkt des Kongres ses standen die turnusmäßigen Neuwahlen der Geschäftsfüh rung der dbb Bundesfrauenver tretung: Hier wurde Milanie Kreutz (Mitglied des DSTG Be zirksverbandes Rheinland) mit großem Rückhalt in ihrem Amt als Vorsitzende bestätigt. Sie wird zukünftig von ihrer neuen Stellvertreterin Tanja Küsgens (Verband Bildung und Erziehung – VBE NRW) unterstützt. Kom plettiert wird die Geschäftsfüh rung durch die Beisitzerinnen Sandra Schäfer (Bayrischer Beamtenbund – BBB), Synnöve Nüchter (dbb berlin), Martina Scherer (Deutscher Philologen verband – DPhV BW) sowie Valentina van Dornick (komba gewerkschaft nrw). Neben den Wahlen prägte vor allem die inhaltliche Arbeit den Kongress. Über 300 Anträge wurden verabschiedet – ein

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DSTG-Blickpunkt 04/2026

AG 2.2

Update vom ‘Kollegen KI’: Digitaler Stammtisch zur Zukunft der Finanzverwaltung Am 20. Januar 2026 lud der Arbeitskreis LG 2.2 der DSTG NRW zum digitalen Stammtisch ein. Andrea Echelmeyer, Sprecherin des Arbeitskreises der Laufbahngruppe 2.2, begrüßte die Teilnehmenden zum Thema ‘Update vom Kollegen KI – Gamechanger in der Finanzverwaltung’. Im Fokus standen aktuelle Projekte und die Frage, wie Künstliche Intelligenz (KI) die tägliche Arbeit erleichtern kann.

Impulse aus dem Ministerium mit klarem umsetzungsorientierten, strategischen Kompass Dr. Robin Fink und Diana Gerdes aus dem Finanzministerium NRW (Abtei lung VI) gaben in einem Impulsvortrag einen Überblick über den aktuellen Stand. Seit dem letzten Treffen im

der Kreis in diesem Jahr deutlich ausge weitet: 2500 Beschäftigte der Finanzver waltung sollen Zugang erhalten, auch um die Software entlang der Bedürfnisse der Finanzverwaltung weiter zu verbessern. Das KI-Koordinierungsreferat von Herrn Dr. Fink koordiniert und begleitet die Tes tung seit den Anfängen im Jahr 2023 in

len Bearbeitung. Dies steigert die Effi zienz spürbar. Kulturwandel durch ‘KI-Kitchens’ und ‘DigITeams’ Neben der Technik steht der Mensch im Mittelpunkt. Die KI-Aktivitäten werden in den Finanzämtern durch die ‘DigITeams’

aktiv begleitet. In der OFD NRW wurde zu Testzwecken eine ‘KI-Kitchen’ eingerich tet, die zum Ausprobieren und Austausch einlädt. Ers te Schulungsinitiativen wur den bereits angeboten und sollen weiter ausgebaut werden. KI-Hardware im eigenen Rechenzentrum ermög licht neue innovative Anwendungsfälle

Dezember 2024 hat sich viel getan. Eingebettet sind die Aktivitäten in eine KI-Stra tegie mit den Eckpunkten KI als Unterstützung (Human- in-the-Loop), Technologie offenheit und offene Feh lerkultur – zusammen mit einem klaren umsetzungs orientierten Kompass, der KI-Roadmap. KI ist in der Finanz- verwaltung nutzbar Der sogenannte KI-Erlass

Ziel der Verwaltung ist der Aufbau einer eigenen, gesicherten KI Infrastruktur zur Wahrung der digitalen Souveränität. Das Rechenzentrum der Finanzverwaltung hat hierzu bereits KI-Hardware beschafft und wird dieses Jahr in den Neubau nach Kaarst ziehen. Dies ermöglicht perspektivisch weitere Anwendungsmöglichkeiten von KI auch in sensibleren steuerlichen Datenberei chen, die von der Innovationseinheit ‘KI Cloud-Inkubator’ im RZF gemeinsam mit der OFD entwickelt und erprobt werden. Trotz Herausforderungen bei Ressour cen und Rechtssicherheit zeigte der Stammtisch: Die Finanzverwaltung ist auf dem Weg in die digitale Zukunft.

der Finanzverwaltung aktiv und konnte für die Finanzverwaltung im Vergleich zu anderen Landesressorts die höchste Anzahl an Testzugängen für die weitere Ausbaustufe von NRW.Genius ermögli chen. Entlastung in der Steuerveranlagung Der Nutzen des KI-Einsatzes im Bereich RMS-Veranlagung zeigt sich bereits kon kret. In der Steuerveranlagung identifi zieren KI-Module risikoarme Fälle. In ein fach gelagerten Steuerfällen reduzieren sich dadurch die Fehlerhinweise für die Sachbearbeitung um 15 Prozent. Diese gelangen damit nicht mehr zur personel-

des Finanzministeriums ermöglicht der Verwaltung seit März 2025 unter be stimmten Bedingungen offiziell die Nut zung von frei zugänglichen KI-Chatbots. Zudem können die Beschäftigten der Finanzverwaltung die KI-Funktionen in dem juristischen Fachportal Juris nutzen. Ein Augenmerk des Vortrags lag auf dem internen landeseigenen Chatbot ‘NRW Genius’. Mit dem von IT.NRW ent wickelten Verwaltungsassistenten wur den in ersten Praxistests positive Er gebnisse erzielt, perspektivisch sollen auch sensiblere Daten verarbeitet wer den können. Startete das Projekt zu nächst mit rund 100 Testnutzern, wird

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DSTG-Blickpunkt 04/2026

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