DSTG Blickpunkt Nr. 11 | November 2025

Das Mitgliedermagazin der Deutsche Steuer-Gewerkschaft Landesverband Nordrhein-Westfalen

Das Mitgliedermagazin BLICKPUNKT

Deutsche Steuer-Gewerkschaft Landesverband Nordrhein-Westfalen

Nr. 11 | November 2025

Themen dieser Ausgabe

Seite

Mehr Durchlässigkeit: Vier Wege in die Laufbahngruppe 2.1 Ein wesentlicher Fortschritt des Konzepts ist die Erweiterung der Aufstiegswege in die nächsthöhere Laufbahngruppe 2.1. Vorgesehen sind: 1. Ausbildungsaufstieg über das duale Studium 2. Spitzenförderung LG 1.2 für besonders leistungsstarke Absolventinnen und Absolventen 3. Qualifizierungsaufstieg für erfahrene Beschäftigte 4. Praxisaufstieg für besonders bewährte Kolleginnen und Kollegen der Besoldungsgruppe A 9 Z. Gemeinsam Wunder wirken – Die DSTG beim WDR 2 Weihnachtswunder 2025! Austausch der LG 2.2 mit dem FM NRW: Personalentwicklung, Wertschätzung und Arbeits- bedingungen im Fokus 04 Die Seite für die Generation 60+ 06 Spürbare Beitragserhöhungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung zum 1. Januar 2026 08 03

Neues Personalentwicklungskonzept für die Laufbahngruppe 1

DSTG begrüßt mehr Transparenz und Entwicklungsperspektiven – fordert aber Verlässlichkeit bei Umsetzung

M it dem neuen Personalentwick lungskonzept (PEK LG 1) legt die Verwaltung erstmals ein umfassendes Konzept zur systematischen Förderung und Entwicklung der Beschäftigten der Laufbahngruppe 1 und vergleichbarer Regierungsbeschäftigter vor. Ziel ist es, klare Strukturen zu schaffen, individuelle Stärken zu fördern und Perspektiven für Aufstieg und berufliche Weiterentwick lung zu eröffnen. Die DSTG NRW bewertet das Konzept grundsätzlich positiv: »Endlich gibt es ei nen verbindlichen Rahmen, der Transpa renz schafft und die Entwicklungsmög lichkeiten in der Laufbahngruppe 1 deut lich macht«, so die DSTG-Landesleitung. Entscheidend sei, dass das Papier in der Praxis konsequent gelebt werde. Lernen, Mitgestalten, Teilhaben Das Konzept stellt lebenslanges Lernen und Inklusion in den Mittelpunkt. Be schäftigte sollen ihre berufliche Entwick lung aktiv mitgestalten und erhalten

mehr Unterstützung, ihre individuellen Kompetenzen auszubauen. Besonders betont wird die Teilhabe von Menschen mit Behinderung – ein Schritt, den die DSTG ausdrücklich begrüßt. Führungs kräfte werden verpflichtet, inklusive Ent wicklungsperspektiven zu fördern und Barrieren abzubauen. Basiskompetenzmodell als Grundlage Herzstück des neuen PEK ist das Basis kompetenzmodell. Es beschreibt die vier zentralen Kompetenzfelder, die für alle Beschäftigten gelten:  Lernbereitschaft und Lernfähigkeit Diese Kompetenzen sind Grundlage für Beurteilungen, Mitarbeitergespräche und die Berufliche Entwicklungsberatung. Durch Hospitationen, Einsatzwechsel oder Sonderaufgaben sollen Beschäftig- te neue Erfahrungen sammeln und sich gezielt weiterentwickeln können.  Fachkompetenz  Sozialkompetenz  Selbstkompetenz

Damit werden unterschiedliche Lebensphasen und Berufswege berücksichtigt – ein langjäh- riges Anliegen der DSTG. Allerdings mahnt die Gewerkschaft an,

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Blickpunkt online unter www.dstg-nrw.de

dass genügend Aufstiegsplätze bereitgestellt werden müssen, um den Anspruch real werden zu lassen. Entwicklungsmöglichkeiten für Regierungsbeschäftigte Das PEK bezieht ausdrücklich die tarifbeschäftigten Kolle ginnen und Kollegen ein. Sie können sich künftig innerhalb der Entgeltgruppen 3 bis 9a TV-L weiterentwickeln und – bei entsprechender Qualifikation – sogar Koordinatoren funktionen (EG 9b bis 11) übernehmen. Die DSTG bewertet dies als wichtigen Schritt zur Gleichbehandlung von Beam ten und Tarifbeschäftigten innerhalb der Finanzverwaltung. Mitarbeitergespräche und Entwicklungsberatung werden Pflicht Künftig sollen, wie in der Laufbahngruppe 2.1, jährliche Mitarbeitergespräche mit einer verbindlichen beruflichen Entwicklungsberatung stattfinden. Dabei werden individu elle Ziele, Stärken und mögliche Entwicklungswege be sprochen. Grundlage ist ein Vier-Phasen-Modell (Orientie rung – Entwicklung – Karriere – Transfer), das die unter schiedlichen Lebens- und Berufsphasen berücksichtigt. Die DSTG sieht darin eine Chance für mehr Wertschät zung und planbare Karrierewege, fordert aber, dass die Gespräche zeitlich freigestellt und qualitativ hochwertig durchgeführt werden. Kein starres Papier – sondern Prozess Das PEK LG 1 soll regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden. Die Interessenvertretungen werden dabei ausdrück lich beteiligt – ein Punkt, den die DSTG besonders begrüßt. Mit dem neuen Konzept zeigt die Finanzverwaltung NRW den Willen, moderne Personalentwicklung ernst zu neh men. Entscheidend bleibt aus Sicht der DSTG jedoch, dass die neuen Strukturen mit Leben gefüllt und in den Dienst stellen spürbar umgesetzt werden. DSTG-Fazit Das neue PEK LG 1 ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es schafft Orientierung, macht Aufstiegsmöglichkeiten transparent und stärkt die Entwicklung aller Beschäftig ten. Jetzt kommt es darauf an, dass Worte zu Taten wer den – mit ausreichend Ressourcen, echten Aufstiegschan cen und einer Personalentwicklung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Neues Personalentwicklungskomnzept für die Laufbahngruppe 1 • Fortsetzung von Seite 1

ANGEMERKT

Teilhabe braucht Richtung – und klare Schwerpunkte Eine Demokratie lebt davon, dass Menschen mitgestalten. Sie lebt vom Austausch, von der Bereitschaft, Ver

Carolin Konzack

antwortung zu übernehmen und vom Widerspruch. Doch Teilhabe ist kein Selbstläufer. Sie verlangt Strukturen, die Beteiligung ermöglichen – und politische Entscheidungen, die nachvollziehbar sind. Für Beschäftigte in der Finanzverwaltung ist das mehr als ein abstrakter Gedanke: Wir erleben täglich, wie Gesetze umgesetzt, Prioritäten gesetzt und politische Beschlüsse zu Verwaltungsalltag werden. Teilhabe in der Demokratie bedeutet, sich einzumischen – nicht an der Wahlurne, sondern in der gesellschaftlichen und dienstlichen Diskussion. Als Gewerkschaft sind wir ge nau an dieser Schnittstelle aktiv. Wir bringen die Stimmen der Kolleginnen und Kollegen ein, wenn Arbeitsbedingungen neu gedacht werden, wenn Gesetze geändert werden oder wenn – wie aktuell – der Haushalt für das nächste Jahr auf gestellt wird. Wir bringen unsere Interessen aber dort ein, wo es unbe quem wird. Wenn Beschäftigte auf die Straße gehen, wenn wir als Gewerkschaft zu Demonstrationen oder Streiks auf rufen, dann ist das gelebte Demokratie. Es geht nicht um Krawall, sondern um klare Botschaften: Wir fordern Gehör für die Belange derer, die tagtäglich den Laden und damit unser Land am Laufen halten. Streik und Protest sind keine Schwäche – sie sind ein starkes Zeichen funktionierender Teilhabe und kollektiver Verantwortung. In Tarifrunden zeigen sich diese demokratischen Mecha nismen besonders deutlich. Wenn staatliche Arbeitgeber auf Verhandlungen drängen und wir als Gewerkschaft Position beziehen, müssen wir abwägen, wann Kompromissbereit schaft gefragt ist und wann die rote Linie überschritten wird. Demonstrationen machen sichtbar, was sonst in Tabellen und Verhandlungen verborgen bleibt: den berechtigten Anspruch auf faire Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen. Politisches Handeln braucht jedoch noch mehr als Beteili gung – es braucht klare Schwerpunkte. Wer alles will, er reicht am Ende wenig. In einer Zeit, in der politische Aufmerksamkeit oft von Schlagzeilen bestimmt wird, setzen wir auf langfristige Themen: Investitionen in Ausbildung und Personal, moderne Arbeitsplätze und eine ehrliche Wertschätzung für den öffentlichen Dienst. Denn demokratische Teilhabe beginnt dort, wo Menschen sehen, dass ihr Engagement zählt – ob im Amt oder auf der Straße. Teilhabe und Schwerpunktsetzung gehören zusammen. Wer beteiligt, muss zuhören. Wer Schwerpunkte setzt, muss erklären. Als DSTG stehen wir dafür, beides ernst zu nehmen – im Dialog mit der Politik, der Verwaltung und unseren Mitgliedern.

BLICKPUNKT DSTG

Mitteilungsblatt der Deutschen Steuer-Gewerkschaft Landesverband Nordrhein-Westfalen

65. Jahrgang

11/November 2025

E-Mail: mediacenter@dbbverlag.de, Preisliste 33, gültig ab 1. Januar 2025 Anzeigenleitung: Marion Clausen Herstellung: L.N. Schaffrath GmbH & Co KG, Druck Medien, Marktweg 42-50, 47608 Geldern Redaktion: Elisabethstraße 40, 40217 Düsseldorf,

Herausgeber: Deutsche Steuer-Gewerkschaft (im Dachverband des dbb), Landesverband Nordrhein-Westfalen, Elisabethstraße 40, 40217 Düsseldorf, Telefon (0211) 90695-0, E-Mail: dstg.nrw@t-online.de Verlag: Steuer-Gewerkschaftsverlag, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin Anzeigen: dbb verlag gmbh, Mediacenter, Dechenstraße 15a, 40878 Ratingen, Telefon (02102) 74023-0

Redakteure: Jörg Bollenbach (BV Westfalen) Helmut Pauls (BV Rheinland) Verantwortlich für den gewerkschaftspolitischen Teil: Carolin Konzack, Landesvorsitzende. Der Bezugspreis ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.

Telefon (0211) 90695-0, Telefax (0211) 90695-22

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UNSERE GEWERKSCHAFT

DSTG WEIHNACHTSAKTION

Mitgliederaktion Freiraum gestalten Mach mit und gewinne tolle Preise!

Die DSTG NRW startet die Aktion ‘Freiraum ge stalten’ und lädt alle Mitglieder ein, ihren Ar beitsplatz mit kleinen Ideen persönlicher und schöner zu machen. Ob auf deinem

Gemeinsam Wunder wirken – Die DSTG beim WDR 2 Weihnachtswunder 2025! Nach unserem großartigen Erfolg im letzten Jahr – mit über 12000 Euro Spenden aus über dreißig Ortsverbänden – war für uns sofort klar: 2025 sind wir wieder mit voller Energie dabei!

Schreibtisch, deiner Fensterbank, oder in frei gewordenen Regalflächen – du entscheidest, wie du deinen Frei raum mit kreati ven Akzenten

Kein eigener Stand? Kein Problem! Einzelspenden sind herzlich willkommen – jede Unterstützung zählt! Gemeinschaft zeigen – im Video! Um unser Gemeinschaftsgefühl sichtbar zu machen, könnt ihr uns kleine Video schnipsel von euren Aktionen schicken – ein kurzer Clip beim Glühweinanstoßen, beim Spendeneinwurf oder ein Selfie mit dem DSTG-Christkind. Wenn genügend Aufnahmen zusam menkommen, entsteht daraus ein emo tionaler Rückblicksclip, den wir nach der Aktion online veröffentlichen. Das Ziel: 13000 Euro – und das DSTG-Christkind live beim WDR! Und jetzt kommt’s: Wenn wir gemeinsam die magische Grenze von 13000 Euro kna cken, dann wird Oliver Preuß persönlich als DSTG-Christkind am 17. Dezember 2025 beim WDR in Essen erscheinen und unsere Spende überreichen! Ein großartiger Mo ment, der zeigt, was wir gemeinsam als DSTG Rheinland erreichen können. Das passende Werbevideo ist bereits online – und wer es verpasst hat, findet es online unter: https://www.dstg-rheinland.de/aktuelles/ weihnachtswunder-2025/#topcontent Sei dabei – für ein starkes Zeichen der Solidarität! Ihr seid herzlich eingeladen, am 17. De zember zur Spendenübergabe nach Essen zu kommen. Freut euch auf Glüh wein, gute Gespräche und ein echtes Gemeinschaftsgefühl, das zeigt, wie stark wir zusammenhalten. Lasst uns gemeinsam wieder ein Weih nachtswunder vollbringen – für andere, für uns, für das Gefühl, etwas Großes bewegt zu haben.

Vom 13. bis 17. Dezember 2025 ver wandelt sich der Burgplatz in Essen erneut in ein großes Radiostudio un ter freiem Himmel. Das WDR 2 Weih nachtswunder sendet fünf Tage lang live – 24 Stunden am Tag – für Men schen in Not und Hilfsprojekte auf der ganzen Welt. Im vergangenen Jahr kamen dabei beeindruckende über 12 Millionen Euro zusammen. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir weiterschreiben – mit eurer Hilfe! Unsere Mission: Gemeinsam spenden, helfen und Freude schenken Bis zum 10. Dezember 2025 wollen wir in unseren Dienststellen wieder fleißig Spenden sammeln – kreativ, mit Herz und mit Spaß! Ob Kuchenverkauf, Waffelstand, Bratwurstgrill, Glühweintheke oder ganz neue Ideen – alles ist erlaubt was Freude macht und Gutes be wirkt. Selbst eine kleine Spendendose in der Kaffeeküche oder bei der Weih nachtsfeier trägt dazu bei, das große Ganze möglich zu machen. Der Bezirksverband Rheinland steht euch dabei tatkräftig zur Seite. Und wenn es passt, kommen wir per sönlich vorbei, um euch zu unterstüt zen – bei eurer Weihnachtsfeier, ei ner Ortsverbandsversammlung oder direkt vor Ort bei eurer Spendenakti on. Auch der Bezirk Westfalen unter stützt die Aktion, dort sammeln die Ortsverbände allerdings selber. Das DSTG-Christkind bringt nicht nur gute Laune mit, sondern eine ordentliche Portion Motivation!

aufwertest. So geht’s  Gestalten: Mach deine Freiflächen schöner, kreativer oder gemütlicher.  Fotografieren: Halte dein Ergebnis mit einem Foto fest.  Einsenden: Schick uns dein Bild bis zum 31. Dezember 2025 an die DSTG NRW (E-Mail: aktionen@dstg-nrw.de). Der Hauptgewinn ist ein 500 Euro IKEA-Gutschein. Der. 2. Platz gewinnt einen IKEA-Gutschein im Wert von 300 Euro und der 3. Platz einen im Wert von 100 Euro. Zusätzlich wird es noch weitere kleinere Preise geben. Deine Kreativität zählt! Diese Aktion richtet sich an alle Mitglieder. Ihr seid das Rückgrat unserer DSTG – und jetzt seid ihr gefragt! Zeigt uns, wie vielfältig, kreativ und inspirierend eure Freiflächen sein können. Zeitraum und Auswahl Die Aktion läuft vom 14. November 2025 bis 31. Dezember 2025. Danach wählt eine Jury die schönsten, origi nellsten und inspirierendsten Beiträge aus. Mach mit – es lohnt sich! Deine kleine Gestaltung kann Großes bewirken. Mach mit bei ‘Freiraum gestalten’ – und zeig, wie bunt und lebendig Gewerkschaft sein kann. Wir freuen uns auf deine Idee!

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DSTG VOR ORT

LG 2.2

Recklinghausen Gelungener Auftakt für den DSTG- Tarifstammtisch Der Ortsverband Reck linghausen hat nach ei nem neuen Format ge sucht, um tarifliche In formationen weiterzuge ben und in den internen Austausch zu kommen. Daraus ist der DSTG-Ta rifstammtisch ‘geboren’ – ein neues Format speziell für die tariflich Beschäftigten. In ent spannter Atmosphäre kamen Kolleginnen und Kollegen in Präsenz zu sammen, um sich über aktuelle Themen aus- zutauschen. Der Nutzen dieses Formats wurde schnell klar: Raum für Fragen, direkte Rückmeldungen aus der Praxis und die Möglichkeit, die gewerk schaftliche Arbeit nah an den Anliegen der Tarif beschäftigten auszurich ten. Es wurden Fragen zu den anstehenden Tarif verhandlungen in 2025 beantwortet und allge meine Themen (Grund steuer, Büroservice, etc.) aus den Finanzämtern diskutiert. Der Tarifstammtisch soll künftig regelmäßig stattfinden. Er lädt alle Tarifbeschäftigten ein, ihre Themen einzubrin gen und die gewerk schaftliche Gemein schaft zu stärken. Ein Modell, das für andere Dienststellen interessant sein könnte!

Austausch der LG 2.2 mit dem FM NRW Personalentwicklung, Wertschätzung und Arbeitsbedingungen im Fokus Die Arbeitskreismitglieder und Verwaltung im Gespräch (v.l.n.r.): Nina Geutner (FM NRW), Christiane Drüen-Berendes, Melina Müller, Andrea Echelmeyer, Julia Gustafsson Thieme (FM NRW), Moritz Kabisch, Annika Reverts, Melanie Gollan (FM NRW), Volker Dellbrügger (FM NRW).

Gastbeitrag von Melina Müller

gelegt, was sich insbesondere daran zeigt, dass es immer mehr Masterabsolventinnen und Masterabsolventen in den Moduleinsätzen gibt. Stellenausschreibungen richten sich in der Regel an alle Personen der LG 2.2. Hiervon ausgenommen sind fachlich besondere Stel len, wie zum Beispiel der Bereich des Justiziari ats. Darüber hinaus wird sich die Verwaltung den Hinweisen der dienstälteren Führungskräfte, die sich nach den Freitextangaben abgehängt fühlen, annehmen. Die Arbeitskreismitglieder berichteten, dass mehr Wertschätzung für die tägliche Arbeits leistung der Führungskräfte, insbesondere aber nach Erreichung von landesweiten Akti onszielen für alle Beschäftigten, von den Be fragten gewünscht wird. Der konstruktive Austausch ist für die wei tere Behandlung der angesprochenen Themen äußerst wertvoll, da hier, wie so oft, Kommuni kation der Schlüssel ist. Im Rahmen der weite ren Phasen bei der Evaluierung des PEK LG 2 fließen die gewonnenen Erkenntnisse in die Überprüfung ein. Die Änderungen im Leadership-Programm wurden erörtert. Diese sind Ergebnisse von Feedbackrunden mit den Teilnehmenden und erfolgten im Interesse der aktuellen bzw. künftigen Teilnehmenden am Programm. So wurde beispielsweise die Abschlusssequenz ‘Leader-View’ inhaltlich verändert und durch die ‘Leader-Reflection’ ersetzt. Auch ein Moti vationsschreiben gibt es nicht mehr.

Unlängst trafen sich die Mitglieder des Ar beitskreises der LG 2.2 mit fachlichen Vertre tern aus dem Referat für Personal- und Füh rungskräfteentwicklung des FM in Düsseldorf. Als Basis des Gesprächs dienten die Ergebnis se der Umfrage, welche der DSTG NRW Ar beitskreis LG 2.2 durchgeführt hat. Verschie dene Themen, von Stellenausschreibung und -vergabe über Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zu Wertschätzung, wurden be handelt. Der von den Befragten bemängelte Punkt ‘Politik der langen Fahrtwege’ bewegte alle Beteiligten gleichermaßen. Die Verwaltung bekundete ausdrücklich, dass alle Verantwort lichen bestrebt seien, verträgliche Arbeitsbe dingungen, zu denen die Fahrtwege gehören, zu schaffen. Für jedwedes Anliegen sei im Be darfsfall immer das persönliche Gespräch mit den zuständigen Referentinnen bzw. Referen ten im FM NRW oder in der OFD NRW zu emp fehlen, um nach Lösungen zu suchen. Weitere Themen wurden intensiv diskutiert, zu denen das in 2023 geänderte Personalent wicklungskonzept gehörte. Die Verwaltung hob die Verbesserungen hervor, wie beispielsweise vielfältigere Möglichkeiten durch den Modulein satz als Alternative zum Referentinnen- bzw. Referenteneinsatz, der eine deutlich höhere Flexibilität ermöglicht. Die Verwaltung wies da rauf hin, dass Übergangsregelungen bei Ände rungen des PEKs stets sicherstellen, dass sich keine Nachteile im ‘Bausteinerwerb’ ergeben. Außerdem wird Wert auf die Chancengleich heit zwischen Juristen und Aufsteiger*innen

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Behördliches Gesundheitsmanagement Konstruktiver Dialog für mehr Gesundheit und Wertschätzung in der Verwaltung Treffen des AK der Laufbahngruppe 2.2 mit Vertretern des Behördlichen Gesundheitsmanagements (BGM) des FM und der OFD

Gastbeitrag von Annika Reverts

tung der Führungskräfte wurde vermittelt. Zur Ausdrucksform der Wertschätzung, die sich in verschiedensten – strategi schen – Entscheidungen des Dienstherrn widerspiegeln kann, lieferten die Arbeits kreismitglieder verschiedene Anregungen. Außerdem wurde über das Bedürfnis nach einer besseren Übersichtlichkeit der Fort bildungsangebote zum Thema BGM sowie über die derzeitige Ausgestaltung des 270 Grad-Führungsfeedbacks angeregt disku tiert. Im behördlichen Gesundheitsmana gement sollen zukünftig die Bedürfnisse in den verschiedenen Lebensphasen noch stärker in den Blick genommen werden.

Kürzlich fand anlässlich der Befragung der Laufbahngruppe 2.2 ein weiterer Aus tausch der Mitglieder des Arbeitskreises mit fachlichen Vertretern des FM und der OFD statt. Im Fokus des Austauschs stan den die Themen des behördlichen Gesund heitsmanagements. Anhand der Umfrage ergebnisse und insbesondere der dazu gehörigen Freitextantworten lagen sehr detaillierte Schilderungen vor, die die ar beitstäglichen Belastungssituationen der Führungskräfte und die daraus resultie renden Wünsche an den Dienstherrn ver deutlichten. Auch der Wunsch nach mehr Wertschätzung für die tägliche Arbeitsleis

Angeregt diskutierten die Arbeitskreismitglie der die Themen des behördlichen Gesundheits managements mit dem Kollegium aus FM NRW und OFD NRW: 1. Reihe: Andrea Sauer-Schnieber (DSTG NRW Landesleitung), Annalena Tor- weihe-François, Melina Müller, Roxana Gladis (FM NRW), Andrea Echelmeyer [v.l.n.r.]; 2. Reihe: Dr. Sven Voßen (FM NRW), Jan Müller (OFD NRW), Marc Kleischmann (Landesleitung), Susanne Kollenbroich (FM NRW). Der Austausch war insgesamt sehr kon struktiv und lösungsorientiert und für die weitere Behandlung der angesprochenen Themen äußerst wertvoll.

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Tarifrunde 2025/2026 Im nächsten Jahr steht für den Tarifbereich die nächste Tarifrunde an

Am 2. Septem ber 2025 fand in Köln die erste von bun desweit durchgeführten Regionalkonferenzen des dbb zur Tarifrunde 2025/2026 statt. 60+ Die Seite für die Generation Die DSTG NRW war mit einer star ken Delegation vor Ort und brachte die Interessen der Beschäftigten in der Finanzverwaltung klar ein. Und Anke Schwitzer, stellvertretende Vorsitzende der dbb Senioren und Vorsitzende der DSTG-Senioren nahm am 11. September am dbb-Regionaltreffen in Hamburg teil. Sie sagte: »Für die Menschen im Ruhe

 3. Dezember 2025 – Auftaktrunde in Berlin  15./16. Januar 2026 – zweite Verhandlungsrunde in Potsdam  11. bis 13. Februar 2026 – Abschlussrunde in Potsdam Je nachdem, wie die Tarifverhandlungen laufen, ist damit zu rechnen, dass wir un sere Forderungen mit Demos geltend ma chen müssen. Dabei ist es wichtig, dass wir Seniorin nen und Senioren, wenn die DSTG zu Aktionen aufruft, dann dabei sind, um den aktiven Beschäftigten unsere volle Unterstützung zu geben. ten Radwegen bis in die Niederlande an die Maas statt. An der Maas wurde disku tiert und hinterfragt, wie die Niederländer in der Vergangenheit die Zeile »von der Maas bis an die Memel« in der ersten Strophe des Deutschlandliedes empfun den haben. Die Teilnehmerinnen und Teil nehmer der Radtour konnten sich mit dieser Zeile nicht identifizieren. Auch an der unbewachten und kaum erkennbaren Grenze, die heute nicht mehr trennt, son dern verbindet, konnten Viele mit Erzäh lungen und Anekdoten aus ihrem Leben die früheren Abläufe an den Grenzen be leuchten. Erstrebens- und schützenswert hielten in den heutigen Zeiten alle Teil nehmenden unser vereintes Europa. Beim abschließenden Gedankenaus tausch am Ende der Rundfahrt in einem lauschigen Biergarten galt der Dank den Eheleuten Jutta Pepersack und Rainer Schulze für die hervorragende Organisa tion der Tour.

stand ist es besonders wichtig, dass die Verbesserungen tabellenwirksam sind. Der dbb als maßgeblicher Verhand lungspartner für die Pensionärinnen und Pensionäre trägt dabei eine besondere Verantwortung. Deshalb vertreten die Seniorinnen und Senioren auf den Re gionalkonferenzen ihr Anliegen, bei den Tarifverhandlungen auf steuer- und so zialabgabenfreie Einmalzahlungen zu verzichten.«

Das sind die Termine  17. November 2025 – Forderungsfindung

Radtour der

Senioren 2025

Die diesjährige Radtour führte die Rhein länder bei herrlichem Spätsommerwetter Ende September erneut an den Nieder

rhein. Die Rundfahrt von Wachtendonk aus fand über rund fünfzig Kilometer überwiegend auf ruhigen und interessan

Digitaler Beihilfe-Bescheid über die Beihilfe-App Einige werden es sicherlich bereits bemerkt haben. Seit einigen Monaten kann man in der App einstellen, dass man den Beihilfe-Bescheid über die App erhalten möchte. Aber leider funktioniert dies derzeit noch nicht. Nach Aussage des LBV wird der elektronische Versand der Beihilfe-Bescheide für den Bereich der Finanzverwaltung voraussichtlich erst in 2026 kommen. Bis dahin wird der Beihilfebescheid wie gewohnt postalisch zugestellt.

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AUS DEN BEZIRKSVERBÄNDEN

FRAUEN

Frauen-Arbeitstagung Rheinland Von Mäusen und Menschen und Mehr…

N ein, es geht nicht um den Roman von John Steinbeck, sondern um die Frauenarbeits tagung des BV Rheinland am 17. und 18. Okto ber 2025. Trotz Herbstferien und Wochenende versammelten sich die Frauenvertreterinnen der DSTG Ortsverbände in Bensberg, um aktu elle Themen zu besprechen und sich in einem, viel zu kur

Teilzeit keineswegs die erwarteten Stellenan teile ‘gehoben’ werden. Denn einerseits stellte sich häufig genug heraus, dass durchaus so ziale Gründe in Form einer Pflegesituation vor lagen. In einer nicht geringen Zahl ermöglichte aber die Teilzeit einen Erhalt der Tätigkeit trotz bereits vorliegender gesundheitlicher Beein trächtigungen. Natürlich wurde auf der

Landesfrauen Gelungenes

dbb-Seminar zu ‘New Work’ Fünfzehn Teilnehmerinnen aus der Finanzverwaltung und dem LaFin haben sich unter der Seminarleitung von Carolin Nagel drei Tage intensiv mit Arbeitsstruktu ren und Arbeitsplatzgestal tungen im Rahmen des New Work beschäftigt, um für sich und ihre Ämter Opti mierungsmöglichkeiten zu sammeln und um Home- office und New Work mit Leben zu füllen und für alle effizient und zufriedenstel lend zu gestalten. Die großartige Dozentin Kim Lara Diehl führte die Teilnehmerinnen mit Spaß und Struktur durch das komplexe Thema. Neue Ar beitsmethoden, Kommuni kationswege und viele neue Begriffe bildeten die Grundlage für intensive, praktische Übungen und den ein oder anderen Aha Effekt. Der unschätzbare Aus tausch untereinander war in den drei Tagen annähernd genauso wichtig, wie das Seminarthema selbst und alle Teilnehmerinnen kom men mit neuen Impulsen durch tolle Gespräche und neues Know-How gestärkt zurück in den Arbeitsalltag.

Tagung die gewerkschaftli che Planung für die nächs ten Monate besprochen, der bevorstehende dbb Bundesfrauenkongress so wie eine Aktion der Bezirks frauen mit Blick auf den ‘Orange Day’ , dem interna tionalen Tag zur Beseitigung

von Gewalt gegen Frauen am 25. November . Ein Thema, dessen sich die DSTG Frauenvertretung annehmen sollte. Denn, so die Vorsitzende der BFV Diana Wede meier, »in einer Verwaltung unserer Größe kann man davon ausgehen, dass alles, was es in unserer Gesellschaft gibt, in unseren Reihen vorkommt.« Im Weiteren berichtete Gudrun Beck von der bevorstehenden Tarifrunde für den TV-L und aktuellen Tarifthemen. Und – da eine Präsenz sitzung der Frauenvertretung vor Weihnachten nicht mehr stattfindet – sammelte sie gleich bei den Kolleginnen für die diesjährige Aktion der DSTG zum WDR2-Weihnachtswunder . Außerdem diskutierten die Anwesenden aktuelle Trends und Prozesse innerhalb der Verwaltung, wie zum Beispiel die laufende Umstrukturierung im in Sichtweite gelegenen Köln oder die Maßnahmen der Verwaltung zur Nachwuchsgewinnung. Und es gab Gelegenheit für die Frauenver treterinnen sich untereinander auszutauschen und die anliegenden Herausforderungen in ih ren jeweiligen Dienststellen zu diskutieren. Die nächste Arbeitstagung ist für den Som mer 2026 in Planung, der Termin soll frühzeitig bekanntgegeben werden.

zen, Work shop fit zu machen für Fra

gen rund um das Thema Teilzeit und Pension. Mit Erschrecken aufgenommen wurde die Meldung eines bundesweiten Trends zur ‘Mo bilmachung gegen Teilzeit’ , so Magda Gambus in ihrem Bericht von der DSTG Bundesfrauen sitzung. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es bereits die Tendenz, Anträge auf Teilzeit ohne soziale Gründe abzulehnen. So ist zum Beispiel im Lehrerbereich die voraussetzungslose Teil zeit bereits faktisch abgeschafft. Neu ist aller dings der Vorstoß der bayrischen Landesregie rung, künftig Teilzeitanträge bei Beschäftigten mit minderjährigen Kindern ab einer bestimm ten Altersgrenze abzulehnen. Derzeit im Ge spräch sind Fälle mit Kindern über 14 Jahre. Dies ist ein völlig falscher Schritt zur Be kämpfung des Personalmangels, so die Mei nung der Frauenvertretung. Denn ein wesentli cher Faktor für die Attraktivität der Verwaltung als Arbeitgeber ist – die derzeit noch gegebe ne – Flexibilität und Selbstbestimmung hin sichtlich der zeitlichen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus haben die Maßnahmen im Leh rerbereich gezeigt, dass mit dem Verbot von

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SERV I CE

dbb informiert:

Spürbare Beitragserhöhungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung zum 1. Januar 2026 Viele Privatversicherte müssen sich auf steigende Beiträge einstellen

Z um 1. Januar 2026 müssen viele Beamtinnen und Beamte, die privat kranken- und pflegeversichert sind, mit deutli chen Beitragserhöhungen rechnen. Wie der Verband der Priva ten Krankenversicherung (PKV-Verband) dem dbb beamten bund und tarifunion mitgeteilt hat, werden zahlreiche Versiche rungsunternehmen in den kommenden Wochen ihre Kundinnen und Kunden über entsprechende Anpassungen informieren. PKV rechnet mit durchschnittlich 13 Prozent Anstieg Nach Angaben des PKV-Verbands werden die Krankenversiche rungstarife im Schnitt um rund 13 Prozent steigen. Dabei vari ieren die Anpassungen je nach Tarif, Eintrittsalter und Versi cherungsunternehmen.  Beihilfekonforme Restkostenversicherungen: durchschnittlich + 11 Prozent  Übrige Tarife (N-Tarife): durchschnittlich + 16 Prozent Die endgültigen Beitragserhöhungen könnten etwas niedriger ausfallen, da Überschussmittel der Versicherer noch zur Minderung der Prämien eingesetzt werden. Pflegeversicherung betroffen In der Privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) werden die Bei träge in der Tarifstufe für Beihilfeberechtigte (PVB) im Durch schnitt um etwa 6 Prozent steigen. Für die übrigen Versicherten (PVN) steht erstmals seit 2023 wieder eine Anpassung an – hier wird ein Anstieg von rund 16,7 Prozent erwartet. Zum Vergleich: In der Sozialen Pflegeversicherung ist der gesetzliche Höchst beitrag im gleichen Zeitraum um 23,4 Prozent gestiegen. Gründe für die Anpassungen Hauptursache für die Beitragserhöhungen sind die deutlich gestiegenen Leistungsausgaben in den vergangenen Jahren. Besonders ins Gewicht fallen:  Mehrkosten im Krankenhausbereich (+ 10 Prozent allein im Jahr 2024)

 Steigende Ausgaben für Arznei- und Heilmittel  Zunahme der Pflegebedürftigen durch geänderte gesetzliche Definitionen  Höhere Zuschüsse zu Eigenanteilen in Pflegeheimen nach § 43c SGB XI Die Versicherer betonen, dass es sich dabei nicht mehr um Nachholeffekte aus der Corona-Pandemie handelt, sondern um einen anhaltenden Trend. Beitragssprünge in der PKV erfolgen nicht regelmäßig, son dern, wenn die tatsächlichen Leistungsausgaben die kalkulier ten Werte um mindestens zehn Prozent übersteigen. Deshalb wirken die Anpassungen oft plötzlich, gleichen aber über die Jahre eher Schwankungen aus. Im langfristigen Vergleich zeigt sich: Zwischen 2005 und 2025 sind die Beitragseinnahmen pro Versicherten in der PKV jähr lich um durchschnittlich 3,1 Prozent gestiegen – in der Gesetzli chen Krankenversicherung (GKV) dagegen um 3,8 Prozent. Hier zeigt sich der positive Effekt der Kapitaldeckung in der PKV und PPV. Der dbb sieht die Entwicklungen mit Sorge. Auch Beamtinnen und Beamte bleiben von steigenden Gesundheitskosten nicht verschont. Der Verband fordert daher, die Ausgabenentwick lung im gesamten Gesundheits- und Pflegebereich wirksam zu bremsen, ohne die Versicherten übermäßig zu belasten. »Gesundheit darf nicht zum Luxusgut werden. Wir erwarten von Politik und Versicherungswirtschaft, dass die Kostenexplo sion im Gesundheitswesen endlich eingedämmt wird – im Inte resse der Beamtinnen und Beamten.« Unregelmäßige Beitragssprünge – langfristig aber moderater als in der GKV dbb fordert wirksame Kostenbremse im Gesundheitswesen

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