DSTG Blickpunkt Nr. 05 Mai 2026
Kurzweilige und informative Veranstaltung Am 17. April fand für die DSTG-Senioren aus dem Rheinland eine zweiteilige Infoveranstaltung in der Lan genfelder Schützenhalle statt. Im ersten Teil ging es um die Themen Testament, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Der Fachanwalt für Erbrecht, Herr Rechtsanwalt Hünker, stellte die – eigentlich ernsten – Themen den mehr als 85 Teilnehmern sehr kurzweilig vor und stand auch für Fragen zur Verfügung. Im zweiten Teil ging es um Spezialthemen aus dem Bereich der Beihilfe. Die beiden Referenten aus dem LBV informierten über
60+ Die Seite für die Generation
die Themen Beihilfen im Todesfall, Änderungen im Beihilferecht in 2026, Beihilfe zu Rehabilitations- und Kurmaßnahmen, Beihilfe zu Zahnimplantaten. Außerdem wurden die technischen Neuerungen, wie der Bescheidversand in der Beihilfe-App vorgestellt. Sie rundeten den interes santen und kompetenten Vortrag ab. Wegen dem großen Interesse an den Themen ist geplant, diese Veranstaltung an einem Ort auf der linken Rheinseite zu wiederholen. Zukunftsfestes Rentensystem: Chancen nutzen, Risiken ernst nehmen
ken, und nicht jede Anlage bringt sichere Erträge. Zudem stellt sich die soziale Fra ge: Wer wenig verdient, kann kaum spa ren. Ohne klare staatliche Sicherungsme chanismen besteht die Gefahr, dass sich Altersvorsorge zunehmend in eine Frage der individuellen finanziellen Möglichkei ten verwandelt – mit entsprechenden Ungleichheiten im Alter. Besonders kontrovers ist der Vorschlag einer verpflichtenden, kapitalgedeckten Betriebsrente, finanziert von Arbeitgebern und Beschäftigten. Eine solche Regelung könnte die zweite Säule der Altersvorsor ge deutlich stärken und breiter absichern. Gleichzeitig müssen die Risiken klar be nannt werden. Pflichtmodelle greifen in die Tarifautonomie ein und können insbe sondere kleinere Betriebe belasten. Auch für Beschäftigte mit niedrigen Einkom men kann eine zusätzliche Beitragspflicht zur finanziellen Herausforderung werden. Ohne flankierende Maßnahmen – etwa Zuschüsse oder flexible Modelle – droht hier mehr Belastung als Entlastung. Für uns als Seniorenvertretung ist des halb entscheidend: Ein zukunftsfestes Rentensystem darf nicht einseitig auf Indi vidualisierung und Kapitalmärkte setzen. Die gesetzliche Rente muss das Funda ment bleiben – solidarisch finanziert und verlässlich. Ergänzende Modelle sind sinn voll, wenn sie gerecht ausgestaltet sind und keine neuen sozialen Risiken schaffen. Die Zukunft der Rente entscheidet sich daran, ob es gelingt, Sicherheit, Gerechtig keit und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden. Reformen ja – aber nicht um jeden Preis. Es geht nicht nur um Zahlen, sondern um die Lebensrealität der Men schen.
D ie Diskussion um die Zukunft unseres Rentensystems ist längst überfällig. Klar ist: Die demografische Entwicklung setzt die gesetzliche Rente unter Druck. Weniger Beitragszahler stehen immer mehr Rentnerinnen und Rentnern gegen über. Reformen sind notwendig – doch sie müssen sorgfältig abgewogen werden. Als Seniorenvertretung einer Gewerk schaft sehen wir sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken in den aktuell disku tierten Ansätzen. Ein zentraler Vorschlag ist die stärkere Orientierung an den Beitragsjahren. Auf den ersten Blick erscheint dies gerecht: Wer länger gearbeitet hat, soll mehr Rente erhalten. Gleichzeitig wird gefordert, das frühere Ausscheiden aus dem Berufsleben weniger zu fördern und stattdessen länge res Arbeiten attraktiver zu machen. Hier liegt eine Chance – aber auch ein Risiko. Richtig ist: Viele Menschen können
und wollen länger arbeiten, insbesondere bei guten Arbeitsbedingungen. Doch wir dürfen nicht übersehen, dass dies längst nicht für alle gilt. Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen, Schichtarbeit oder Pflege stoßen oft schon vor dem regulären Renteneintritt an ihre Grenzen. Eine Politik, die pauschal auf längeres Arbeiten setzt, droht soziale Ungleichheiten zu verschär fen. Entscheidend ist daher: Wer länger ar beiten kann, sollte profitieren – wer es nicht kann, darf nicht benachteiligt werden. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die stärke re Einbindung privaten Kapitals. Auf deut schen Sparkonten liegen mehr als 3600 Milliarden Euro – ein enormes Potenzial für die Altersvorsorge. Reformen der privaten Vorsorge und Modelle wie die Frühstartrente können helfen, frühzeitig Vermögen aufzubauen. Doch auch hier gilt: Kapitaldeckung ist kein Selbstläufer. Finanzmärkte schwan
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DSTG-Blickpunkt 05/2026
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