Bildung aktuell 2 2023
wortung nicht differenziert gesehen wird. Allein über Quantitäten auf statistischen Grundlagen beruhend, die zudem unterschiedliche Berechnungsgrundlagen an den einzelnen Schulformen haben, kann man die Bedarfe nicht verlässlich berechnen.
Ein Abitur als Ausweis einer tatsächlichen Studierfähig keit wäre auch dringend wieder nötig. Ein Schulabschluss mit inflationär verteilten sehr guten und guten Durch schnittsnoten hilft dauerhaft niemandem, nicht den jungen Menschen, nicht unserer Gesellschaft und auch nicht den Lehrkräften, die gern ihren eigenen Ansprü chen genügen würden und guten Unterricht machen möchten. Die haben aber aufgrund der vielen Neben schauplätze und Zusatzaufgaben, den Nachwirkungen und Begleiterscheinungen der Coronapandemie und der Mammutaufgabe Digitalisierung mehr und mehr zu kämpfen. Woher sollen schnell gute und bodenständig ausgebil dete Lehrkräfte mit hohen Fachkenntnissen und einer fundierten pädagogisch-didaktischen Ausbildung kom men? Die vorliegenden Antworten auf diese fundamen tale Frage sind nicht schön. Expertinnen und Experten – wir schauen nach Berlin zur SWK – schlagen vor, alle Be standskräfte erst einmal mehr arbeiten zu lassen. In Sachsen-Anhalt müssen Lehrerinnen und Lehrer bald >
Die Verantwortung für Schülerinnen und Schüler kommt zu kurz
Es wird verkannt, dass die Arbeitsbedingungen und Be lastungen unterschiedlich herausfordernd und kaum zu vergleichen sind. Es ist ein großer Unterschied, ob in ein zelnen Klassen und Kursen Fachunterricht (eben nicht fach- und fächerübergreifend) erforderlich ist. Es ist auch zu bedenken, was die unterschiedlichen Herausforderun gen bei Planungen von Unterricht und Korrekturen sowie Abiturprüfungen sind. Das demotiviert unsere Lehrkräfte, lässt sie zweifeln an unserem System, an der Verantwor tung der Politik gegenüber den Schülerinnen und Schü lern, die in unserem Land nicht nur gefördert, sondern auch gefordert werden sollten.
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