Profil 12/2025

Foto: © Marco Urban

PROFIL // Tarifpolitik

Pressekonferenz zur Einkommensforderung am 17. November 2025 in Berlin: dbb-Vize Andreas Hemsing und dbb Bundesvorsitzender Volker Geyer (von links).

Einkommensrunde für die Beschäftigten der Länder

Der Arbeitgeber Staat muss attraktiver werden und besser bezahlen 7 Prozent, mindestens 300 Euro mehr Entgelt: Das ist die Kernforderung der Gewerkschaften für die Einkommensrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die am 3. Dezember 2025 in Berlin startet.

D er dbb Bundesvorsitzende Volker Geyer erläuterte die Forderung am 17. November 2025 vor der Presse in Berlin: „Der ö ff entliche Dienst ist die Lösung für viele der Probleme, die unser Land derzeit und in Zukunft in ihrem Bann halten”, sagte er. „Man muss ihn nur lassen und man darf ihn nicht länger beschneiden. Die Men schen zweifeln zumeist nicht an De mokratie und Pluralismus, sie miss trauen aber einem Staat, der die Basics nicht geregelt bekommt.“ 73 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hielten den Staat inzwischen für überfordert. Vernachlässigte Straßen, P fl egenotstand, Unter richtsausfall und das generell schwindende Sicherheitsgefühl der Bevölkerung haben eine gemein same Ursache, betonte Geyer: „feh lendes Personal. Um am Arbeits markt nicht immer weiter hinter der Privatwirtschaft zurückzufallen, muss der ö ff entliche Dienst drin gend attraktiver werden und besser

on aus und zahlen keine Mietsteige rung. Die Beschäftigten haben ein Recht auf faire und leistungsgerech te Bezahlung.“ Geyer kritisierte erneut die Ankündi gung der Bayerischen Landesregie rung, das zu erzielende Tarifergeb nis nur nach sechsmonatiger Ver zögerung auf die Landesbeamtin nen und -beamten übertragen zu wollen: „Das ist kontraproduktiv, un fair und demotivierend. Um das klar zu sagen: Wir fordern von allen Län dern die zeitgleiche und systemge rechte Übertragung des Verhand lungsergebnisses auf den Beamten bereich. Erst dann wird diese Ein kommensrunde abgeschlossen sein.“

Foto: © Friedhelm Windmüller

Abstimmung in der dbb Bundestarifkommission.

bezahlen. Genau darüber verhan deln wir ab 3. Dezember mit den Ländern.“

Zukunftsfähigkeit steht auf dem Spiel

Wer Deutschland fi t für die Zukunft machen wolle, sei auf einen starken ö ff entlichen Dienst angewiesen. Es gelte, die Infrastruktur zu verbes sern und die Digitalisierung voran zutreiben: „All diese Dinge brauchen gutes Personal“, so der dbb-Chef. „Die Länder argumentieren dann gerne mit den sicheren Arbeitsplät zen. Aber sie wissen auch: Sichere Arbeitsplätze gleichen keine In fl ati

Übertragung kein Selbstläufer

Andreas Hemsing, Zweiter Bundes vorsitzender des dbb und Fachvor stand Tarifpolitik, hatte zuvor vor der dbb Bundestarifkommission  41

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