Profil 12/2025

PROFIL // Tarifpolitik

(BTK) deutlich gemacht, dass Kon fl ikt und Kompromiss natürlich auch zu dieser Einkommensrunde gehören werden. „Und zu beidem sind wir in der Lage. Aber es geht angesichts der angespannten gesellschaftlichen Situation auch um etwas anderes: Die Position der am Potsdamer Ver handlungstisch sitzenden Arbeit gebervertreter, sich nur als Abge sandte ihrer Finanzministerien zu verstehen, würde der allgemeinen Situation nicht gerecht.“ Dieser Blickwinkel allein sei nie hilfreich gewesen. Jetzt sei es ange sichts der für jedermann sichtbaren De fi zite in allen Bereichen des öf fentlichen Dienstes nicht länger ak zeptabel, diese Probleme bei den Verhandlungen einfach aus-

zuklammern. „Das werden wir nicht zulassen“, so Hemsing. Geyer und Hemsing stellten aber auch klar, dass der dbb „mit seinen Forderungen und mit seiner Kritik keine o ff enen Türen einrennen wird. Und deshalb brauchen wir nicht nur motivierende Forderungen und gute Argumente, sondern auch Geschlossenheit und Aktionsfähigkeit, um unsere berech tigten Anliegen durchzusetzen.“ Roland Staude, Landesvorsitzender des DBB NRW, hatte vor der BTK da rauf hingewiesen, dass die „zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des zu erzielenden Tarifergebnisses zum Lackmustest für die Landes

regierungen wird, ob sie es mit ihrer Wertschätzung für den ö ff entlichen Dienst tatsächlich ernst meinen“. Die Übertragung auf die Landes- und Kommunalbeamtinnen und -beamten sowie die Versorgungs empfängerinnen und -empfänger werde in nahezu allen Bundeslän dern kein Selbstläufer. „Wir sehen unsere Tari ff orderungen als Beitrag zur ‚Investitionso ff ensive für Hessen‘“, sagte dbb-Tarifchef An dreas Hemsing am 24. November 2025 in Berlin nach der Forderungs fi ndung. Der hessische Ministerprä sident Boris Rhein hatte bereits im Juni von einer entsprechenden O ff ensive gesprochen. Hemsing: „Ein starkes Hessen braucht einen starken Landesdienst. Wenn der Ministerpräsident und Innenminis ter Roman Poseck es ernst damit meinen, dürfen sie unsere Forde rung nicht wie üblich als unrealis tisch abtun, sondern müssen sie als Chance begreifen, in die Beschäftig ten und die Zukunft Hessens zu in vestieren. Es geht hier um nicht we niger als die Frage, was Hessen sein will: Vorbild oder Mittelmaß.“ Heini Schmitt, Vorsitzender des dbb Hessen, sagte: „Die ausgehandelten Ergebnisse der Tarifeinigung müs sen selbstverständlich zeitgleich und systemkonform auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versor gungsempfängerinnen und -emp fänger übertragen werden. Nach jahrelang andauernder verfassungs widriger Unteralimentation darf et was Anderes erst gar nicht in Erwä gung gezogen werden.“ Der dbb for dert das Land auf, direkt zur ersten Verhandlungsrunde klarzustellen, die Beamtinnen und Beamten des Landes und der Kommunen nicht im Regen stehen zu lassen.  7 % auch für Hessen gefordert

Infos

Das fordern die Gewerkschaften

 Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens 300 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.  Erhöhung der Zeitzuschläge gemäß § 8 Abs. 1 TV-L um jeweils 20 Prozentpunkte und Errechnung auf der Basis der individuellen Stufe, mindestens jedoch der Stufe 3.  Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden, Studierenden, Praktikantinnen und Praktikanten um 200 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.  Übernahme der Auszubildenden und dual Studierenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung unbefristet und in Vollzeit im erlernten Beruf.  Tari fi erung der Arbeitsbedingungen der studentischen Beschäftigten, insbesondere: einheitliches Mindeststundenentgelt von 17 Euro im ers ten Beschäftigungsjahr, 18 Euro im zweiten Beschäftigungsjahr und 19 Euro ab dem dritten Beschäftigungsjahr (Beginn ab dem ersten Arbeits vertrag) bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten für jeden ein zelnen Vertrag; Mindeststundenumfang von 40 Stunden pro Monat. Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betro ff en: direkt rund 1,1 Millionen Ta rifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt rund 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen so wie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsemp fänger. Es sind drei Verhandlungsrunden für den 3. Dezember 2025, den 15./16. Januar sowie den 11. bis 13. Februar 2026 vereinbart. Alle Informa tionen zur Einkommensrunde gibt es unter dbb.de/einkommensrunde.

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