Gymnasium Baden-Württemberg 7-8/2025

Das Mitgliedermagazin des Philologenverband Baden-Württemberg

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Nr. 7-8|2025

Der Philologenverband Baden-Württemberg: Innovation, Kooperation und Wertschätzung

Inhalt

Editorial

zum Ende des Schuljahres rücken noch einmal einige Themen in den Fokus, die beispielhaft für die Heraus forderungen stehen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind und die zeigen, wie dringend notwendig es ist, dass unsere beruflichen Bedingungen mit Augenmaß, Fairness und insbe sondere Sachverstand sowie Kenntnis der realen Schulpraxis gestaltet wer den. Die strukturelle Überlastung be züglich unserer Arbeitszeit, der ge setzlich klar geregelte Umgang mit der (privaten) Handynutzung an Schulen sowie die Forderungen nach einer stärker berufsorientierenden Bildung am Gymnasium stehen hier bei im Vordergrund. 1. Klage gegen strukturell überhöhte Arbeitszeit: Es reicht! Mit der juristischen Unterstützung des Philologenverbands Baden-Württem berg haben mehrere Personen nun Klage gegen das Land Baden-Würt temberg eingereicht. Der Vorwurf ist klar: Die aktuell festgesetzte Lehr kräftearbeitszeitverordnung ignoriert die tatsächlichen Belastungen, die un ser Beruf mit sich bringt. Korrektu ren, Vor- und Nachbereitung, Eltern- und Schülergespräche, Aufsichten, außerunterrichtliche Veranstaltungen, Konferenzen, Dienstbesprechungen, Verwaltungsarbeit – diese Liste ist nicht vollständig, aber sie beschreibt den Alltag mit seinen Aufgaben, die weit über das Deputat hinausgehen. Zahlreiche Studien belegen diese Überlastung, die die festgelegte Be amtenarbeitszeit deutlich übersteigt, ohne dass die Landesregierung bis lang, trotz mehrfach vorgebrachter Hinweise von unserer Seite, gehandelt hätte. Das können wir im Interesse unserer Kolleginnen und Kollegen nicht länger hinnehmen. Der Philolo genverband Baden-Württemberg un terstützt diese Klage ausdrücklich und fordert eine realistische Anpassung der Arbeitszeitverordnung sowie eine verlässliche Erfassung der tatsächlich Liebe Kollegin, lieber Kollege,

von Martina Scherer Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg

geleisteten Arbeitszeit. Nur so lassen sich in der Zukunft rechtssichere, fai re und nachhaltige Arbeitsbedingun gen schaffen, die auch den Beruf der Lehrkraft wieder attraktiv machen. Denn unsere Überlastung darf nicht weiter als selbstverständlich hinge nommen werden! Sie gefährdet nicht nur massiv unsere Gesundheit, son dern auch die Bildungsqualität an un seren Schulen. Hören Sie dazu auch die Episoden unseres Podcasts, die Sie auf unserer Homepage finden. Nach Jahren der Debatte soll es nun endlich eine gesetzliche Regelung zur privaten Handynutzung an Schulen geben. So überfällig dieser Schritt war, so unvollständig ist seine Umset zung. Die Realität an unseren Schulen zeigt: Vielerorts haben wir längst trag fähige Konzepte entwickelt, nun sol len rechtliche Leitplanken folgen. Doch wesentliche Fragen bleiben un beantwortet. Was soll bei privater Handynutzung im Unterricht zwangs läufig (!) passieren? Wer haftet im Schadensfall bei pädagogischen Maß nahmen wie Abnahme und Aufbe wahrung des Geräts, zum Beispiel auf dem Weg ins Sekretariat oder Lehrer zimmer? Wir mahnen daher dringend weite re Nachbesserungen an. Klare, rechts sichere Regelungen sind notwendig, um den pädagogischen Handlungs spielraum der Lehrkräfte zu schützen und uns nicht zusätzlich rechtlichen Unsicherheiten auszusetzen. Natür lich darf sich Bildungspolitik nicht nur auf Verbote beschränken. Wer den Umgang der Heranwachsenden mit digitalen Medien nachhaltig regulieren will, muss auch in die Medienbildung investieren, in Fortbildung, Ausstat 2. Handynutzung: Gesetz mit Lücken

Editorial [Martina Scherer]

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Frühlingsfest des PhV BW [Stefanie Wölz]

Pressemitteilung Klage gegen das Land Baden-Württemberg [PhV BW] 5 Engagiert, zukunftsorientiert und gut vernetzt [Meike Brück] 6 Erste gemeinsame Regionalversammlung des PhV [Meike Brück] 7 Der Bildungspolitische Arbeitskreis (BAK) des PhV BW [Andrea Pilz und Stefanie Wölz] 7

Thema aktuell: DIE GRÜNEN Gleichberechtigung von Frauen und Männern?! [Claudia Grimm] Der PhV BW beim … … Bundesvorstand des DPhV (BuVo) in Göttingen [Martina Scherer]

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… Gymnasialtag zur Demokratie- und Weiterbildung in Wittenberg [Martina Scherer] 10 Aktuelles aus dem HPR [Jörg Sobora] 11 Aktuelles aus dem HPR asB [Michael Belz] 12 ‘Heaven can Wait’ [Claudia Schnitzer und Sieglinde Selinka] 13 Ein Pädagogischer Tag mit Deeper Learning und fobizz [Sabine Grobe] 14 Und ewig grüßt das Schulkonto … Teil 2 [Karin Fetzner] 15 Der PhV BW auf dem Landesparteitag der CDU [Martina Scherer] 16

Titelbild: Der PhV BW beim Gymnasialtag zur Demokratie- und Weiterbildung in Wittenberg (Foto: PhV BW)

Redaktionsschluss: Sept.-Oktober-Ausgabe: 8. September 2025, Nov.-Dezember-Ausgabe: 3. November 2025. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Druckschriften wird keine Gewähr übernommen (ohne Rückporto keine Rücksendung). Alle Manuskripte sind an die Redaktion zu senden!

Enver Groß | enver.gross@phv-bw.de Pfannenstiel 34 | 88214 Ravensburg

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Editorial

Frühlingsfest des PhV BW

tung, Zeit und personelle Unterstützung. Medien kompetenz entsteht nicht durch Einschränkungen, sondern durch Anleitung und Bildung, systematisch, reflektiert und praxisnah.

Fotos [alle]: Cord Santelmann

3. Berufsorientierung: Nicht »mehr«, sondern »besser«!

In den letzten Jahren wurden die Anforderungen für die Berufsorientierung am Gymnasium immer umfangreicher, von Betriebsbesichtigungen und Praktika bis hin zu einem eigenen Schulfach. Doch aktuelle Studien zeigen eine paradoxe Entwicklung: Trotz aller Maßnahmen wissen immer mehr Jugend liche nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollen. Was läuft hier schief? Bevor neue Maßnahmen eingeführt und der Um fang weiter erhöht werden, fordern wir als Philolo genverband Baden-Württemberg eine gründliche Evaluation der bisherigen Programme. Nicht immer gilt: „Viel hilft viel!“ Es geht nicht um noch mehr Projekte, sondern um die Wirksamkeit der Konzep te. Und auch die Ressourcen-Frage muss wieder ge stellt werden. Kolleginnen und Kollegen stemmen bereits heute eine Vielzahl zusätzlicher Aufgaben, oft ohne ausreichende Zeit und Unterstützung. Be rufsorientierung kann nur dann gelingen, wenn sie realistisch und adressatengerecht umgesetzt werden kann – mit Blick auf die eigentlichen Zielsetzungen des Gymnasiums: Studienvorbereitung und Studier fähigkeit. Mit diesen drei Themen blicken wir nach den Anstrengungen des Abiturs auf die Sommerferien. Neben anderen Baustellen stehen diese Fragen exemplarisch für eine Bildungs- und Schulpolitik, die leider zu oft an den tatsächlichen Gegebenhei ten vorbeigeht. Wieder einmal bieten wir den Ver antwortlichen an, mit uns zu sprechen, bevor neue Regelungen festgelegt werden. Und Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, wünschen wir in den Ferien eine erholsame Zeit, damit Sie im nächsten Schuljahr wieder gestärkt an den Start gehen können. Ihr Philologenverband Baden-Württemberg steht Ihnen als verlässlicher Partner zur Seite, mit klaren Forderungen, mit ju ristischer Unterstützung und mit dem entschiede nen Willen, die Bedingungen an unseren Schulen zu verbessern. Herzlichen Dank für Ihr tägliches Engagement – für Ihre Schüler, Ihre Fächer und für unser Gym nasium.

>> Ministerin Theresa Schopper umrahmt von Mitgliedern des Philologen- verbands Baden-Württemberg

Frühlingsfest des PhV BW N ach der gelungenen Premiere im letzten Jahr fand am 20. Mai 2025 bereits in guter Tradition, wie Kultusministerin Theresa Schopper bei ihrer kurzen Ansprache anmerkte, das zweite Frühlingsfest des Philologenverbands Baden-Würt temberg im Restaurant Plenum in Stuttgart statt. Die Landes vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg, Martina Scherer, begrüßte alle anwesenden Gäste aus ver schiedenen Bereichen persönlich. Der Erfolg dieser Veranstal tung liege darin, dass so viele der Einladung gefolgt seien. Bil dung sei die wichtigste Ressource unseres Landes. Wer an der Bildung spare, spare an der Zukunft. Martina Scherer verwies erneut auf die Postkartenaktion der diesjährigen didacta. Die Postkarten wurden der Kultusminis terin bereits übergeben. Scherer fasste die Forderungen des Philologenverbands wie folgt zusammen: Kleinere Klassen, damit differenzierte Förderung endlich nicht nur auf dem Papier steht und mehr Zeit für die indivi duellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler bleibt. Die Vielfalt der Schularten, damit jedes Kind den Weg finden kann, der zu ihm passt – und dabei Exzellenz ebenso möglich ist wie individuelle Entwicklung. Einstellungspolitik mit Voraussicht, damit uns im Jahr 2032 nicht die Lehrkräfte fehlen, die wir heute hätten ausbilden und gewinnen müssen. Passende Teilzeitmodelle, die die Rückkehr ins System attraktiv machen (Betreuungsangebote müssen geschaffen werden), damit Familienfreundlichkeit nicht mit Überlas tung endet – und damit wir auch im Alter mit Würde und Gesundheit in den Ruhestand treten können. Eine ehrliche Debatte über Lehrerarbeitszeit und deren Er fassung, denn Wertschätzung beginnt bei der Anerkennung der geleisteten Arbeit. Der Philologenverband Baden-Württemberg fordert einen zukunftsorientierten, verantwortungsvollen Umgang mit → → → → → →

Herzliche Grüße Ihre

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Frühlingsfest des PhV BW

>> Kai Rosenberger, Vorsitzender des bbw

>> Andreas Sturm (MdL) von der CDU im Gespräch

Kultusministerin Theresa Schopper ging in ihrer kurzen Ansprache auf die Postkartenaktion des Philologenver bands Baden-Württemberg und die Arbeitszeit der Lehr kräfte ein. Sie hob die zahlreichen Schulgesetzänderungen hervor, die mit der Implementierung von G9 verbunden waren, und auch die Neuerungen bei der verbindlicheren Grundschulempfehlung. Die Politik werde nicht alle For derungen des Philologenverbands Baden-Württemberg er füllen können. Wichtig sei ihr aber, dass Lehrkräfte in der Gesellschaft Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren. Nach den Ansprachen der Landesvorsitzenden und der Kultusministerin gab es Gelegenheit, sich in kleiner Runde zu bildungs- und berufspolitischen Themen auszutauschen. Stefanie Wölz | Bildungspolitische Referentin >> Claudia Grimm, stellvertretende Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg

>> Dr. Stefan Fulst-Blei (MdL) von der SPD im Gespräch

Künstlicher Intelligenz in der Schule. Digitale Technolo gien dürfen nicht pädagogisches Denken ersetzen – sondern müssen sich ihm unterordnen. Nur so kann Schule auch im KI-Zeitalter ein Ort sein, an dem junge Menschen kritisch denken, eigenständig lernen und sich persönlich entwickeln. Und nicht zuletzt: Die Arbeitszeit der Personalräte muss geschützt bleiben. Mitbestimmung ist kein Luxus – sie ist ein Grundpfeiler demokratischer Schulentwicklung. Ganz besonders dankte Martina Scherer dem Leiter der Geschäftsstelle des Philologenverbands Baden-Württem berg, Steffen Kottmann, der diesen Abend – wie bereits im vergangenen Jahr – perfekt und professionell organisiert hatte. Für die anwesenden Pressevertreter war die Ankün digung interessant, dass mit Unterstützung des Philologen verbands Baden-Württemberg am 19. Mai 2025 beim Verwaltungsgericht Stuttgart eine Klage gegen das Land Baden-Württemberg als Dienstherrn eingereicht wurde. Grundlage der Klage ist die Feststellung, dass die in der Lehrkräfte-Arbeitszeitverordnung festgesetzte Regel- stundenzahl für Gymnasiallehrkräfte systematisch zu einer Überschreitung der regulären Wochenarbeitszeit für Beamtinnen und Beamte führt. →

>> Cord Santelmann, Bezirksvorsitzender Südwürttemberg, zeigte sich für die Fotos verantwortlich

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Pressemitteilung

Mit dem Philologenverband Baden-Württemberg: Klage gegen das Land Baden-Württemberg wegen strukturell überhöhter Arbeitszeit von Gymnasiallehrkräften eingereicht M it Unterstützung des Philologen verbands Baden-Württemberg wurde nun am 19. Mai 2025 Gymnasien leisten dauerhaft mehr als ihnen nach beamtenrechtlichen Vor

arbeitszeiten bei Gymnasiallehrkräften. Diese Studien haben jedoch bisher beim Dienstherrn zu keinerlei Konse quenzen geführt, obwohl dieser juris tisch verpflichtet ist, die Arbeitszeit sei ner Bediensteten zu erfassen. »Unsere Mitglieder sind nicht mehr bereit, diese strukturelle Überbelas tung als Normalzustand hinzuneh men«, so Scherer weiter. »Der PhV BW steht an der Seite der Lehrkräfte und fordert die Politik auf, für faire und rechtlich einwandfreie Arbeitsbedin gungen zu sorgen.« Der Philologenverband Baden-Würt temberg fordert eine realistische An passung der Lehrkräfte-Arbeitszeitver ordnung, die der tatsächlichen Ar beitsbelastung von Gymnasiallehrkräf ten endlich gerecht wird, was eine Ar beitszeiterfassung voraussetzt. Mit der juristischen Unterstützung der kla genden Mitglieder will der Verband auch politisch Druck aufbauen. Die Ar beitsbedingungen für Lehrkräfte seien ein zentraler Faktor für die Attraktivi tät des Berufs und damit auch für die Sicherstellung von Bildungsqualität in Baden-Württemberg in der Zukunft.

gaben zugemutet werden darf. Mit dieser Klage setzen wir ein deutliches Zeichen gegen die strukturelle Über lastung unserer Kolleginnen und Kol legen«, erklärt die Landesvorsitzende des PhV BW, Martina Scherer. »Es ist höchste Zeit, dass die tatsächliche Ar beitsrealität anerkannt und endlich gehandelt wird.« Die Klage richtet sich gegen die bis herige Festlegung der Lehrkräftear beitszeit für ein volles Deputat, die in keiner Weise die Vielzahl an weiteren Aufgaben der gymnasialen Lehrkräfte berücksichtigt – darunter Korrekturen, Vor- und Nachbereitung, Elterngesprä che, außerunterrichtliche Verpflichtun gen, Aufsichten, Konferenzen, Dienst gespräche, Zusammenarbeit mit au ßerschulischen Partnern und seit Jah ren zunehmende Verwaltungsaufga ben, wobei diese Aufzählung längst nicht vollständig ist. Zahlreiche wissen schaftliche Studien belegen seit Jahren eine erhebliche Diskrepanz zwischen der gesetzlich festgelegten Arbeitszeit für Beamte und der tatsächlich geleis teten (Jahres-)Arbeitszeit, d. h. der un ter Berücksichtigung der unterrichts freien Zeiten aufsummierten Gesamt

beim Verwaltungsgericht Stuttgart eine Klage gegen das Land Baden-Württem berg als Dienstherrn eingereicht. Grundlage der Klage ist die Feststel lung, dass die in der Lehrkräfte-Arbeits zeitverordnung festgesetzte Regelstun denzahl für Gymnasiallehrkräfte syste matisch zu einer Überschreitung der re gulären Wochenarbeitszeit für Beam tinnen und Beamte führt. Zum Verständnis: Der PhV BW – als Verband und Vertretung der Gymnasial lehrkräfte – kann nicht selbst klagen, sondern er kann nur Mitglieder bei ih rer Klage juristisch unterstützen. Ziel ist es, die dauerhaft überhöhte Arbeits belastung von Gymnasiallehrkräften gerichtlich feststellen zu lassen. Grund lage dazu sind langjährige Aufzeich nungen der geleisteten Zeiten, die sich aus dem Deputat und den vielen ande ren dienstlichen Aufgaben gymnasialer Lehrkräfte innerhalb und außerhalb des Unterrichts zwangsläufig ergeben. »Wir können und wollen nicht länger zusehen, wie unsere Kolleginnen und Kollegen am Gymnasium systema tisch über ihre Belastungsgrenzen hi naus arbeiten müssen. Lehrkräfte an

Pressemitteilung des Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW) zum Thema ‘Arbeitszeit von Lehrkräften’

Klausurtagung Bezirk Nordbaden

Engagiert, zukunftsorientiert und gut vernetzt Vorstandstagung des PhV Nordbaden in Ettlingen V om 23. bis 24. Mai 2025 trafen sich der geschäftsführende Vorstand (GV) und der erweiterte Vorstand

(EV) des Landesbezirks Nordbaden zu Tagungen im Radisson Blu Hotel in Ettlingen. In konstruktiver Arbeits atmosphäre, begleitet von strahlen dem Frühlingswetter, wurden zahlrei che Themen rund um die Verbandsar beit, Schulpolitik und Personalvertre tung behandelt. Neben intensiven Diskussionen kamen auch gemeinsa me Arbeitsphasen und persönlicher Austausch nicht zu kurz. Ein erster Schwerpunkt des ge schäftsführenden Vorstandes lag auf der verbesserten Koordination und Transparenz der Termine. Künftig werden alle Veranstaltungen des Lan desbezirks zentral und digital in einer gemeinsamen Cloud verwaltet. Ob Personalversammlungen, Regionaltref fen oder Schulungen – alles soll dort zentral gemeldet und einsehbar sein. Für eine Veranstaltungsplanung mit Weitblick war das Arbeitswochenen de äußerst gewinnbringend. Die Pla nung für die ÖPR-Schulung im Okto ber 2025 ist bereits so gut wie abge schlossen. Die Schulvertreterversammlung (SVV) im März 2026 wird neben in haltlichen Beiträgen auch ein kultu relles Abendprogramm bieten. Auch für diese Veranstaltung ist das meiste schon in die Wege geleitet. Des Weiteren konnte nach kurzer Vorarbeitszeit eine neue Vortragsrei he mit begleitender Postkartenaktion aus der Taufe gehoben werden. Digital, vernetzt und dialogorien tiert zeigt sich das innovative Format, das am zweiten Tag der GV-Tagung erarbeitet wurde: Die ‘Postkarten- Initiative’ soll Inhalte aus Vorträgen in ansprechender, kurzer Form aufgrei fen und in Online-Veranstaltungen vertiefen. Erste Textentwürfe wurden in Kleingruppen entwickelt, die grafi sche Gestaltung ist noch in Arbeit. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt für den erweiterten Vorstand waren

breite Aufklärung innerhalb der Beamtenbundfamilie Selbstverständlich kommt bei nord badischen Tagungen auch das Zwi schenmenschliche nicht zu kurz. Neben der inhaltlichen Arbeit wurde auch das kollegiale Miteinander ge pflegt – etwa beim gemeinsamen Es sen oder bei spontanen Gesprächen am Abend. Die nächsten Monate sind geprägt von einer Vielzahl an Terminen, Schulungen und Vorbereitungen auf Versammlungen. Der Landesbezirk Nordbaden zeigt sich strukturiert, en gagiert und ideenreich – und geht mit gutem Beispiel voran, wenn es darum geht, Berufs- und Bildungspolitik ak tiv mitzugestalten und die Interessen der Lehrkräfte sichtbar zu machen. Meike Brück

die Berichte aus Gremien und dem Landesvorstand. Aus dem Landesvorstand wurde berichtet, dass die Klage zur Arbeits zeit offiziell eingereicht ist. Sie basiert auf einer Überlastungsanzeige. Die Entwicklung wird bundesweit – auch in anderen Landesverbänden und dem Dachverband – aufmerksam ver folgt. Auch eine Klage zur amtsange messenen Alimentation wurde einge reicht.

Weitere Themen aus dem Landesvorstand

Erfolgreiches parlamentarisches Frühlingsfest des PhV BW Geplante Kürzungen bei Ermäßi gungsstunden für Personalräte er fordern politischen Druck und

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Regionalversammlung

Bildungspolitischer Arbeitskreis

Der Bildungspolitische Arbeitskreis (BAK) des PhV BW Der Bildungspolitische Arbeitskreis (BAK) beschäftigt sich mit allen bildungspolitisch relevanten Themen und fungiert als Bera tungsgremium für den Landesvorstand. Im BAK entstehen Vorschläge für Resolu tionen, Flyer und Positionspapiere. D urch die Teilnahme am Bildungspolitischen Arbeitskreis (BPA) des Deutschen Philolo genverbands (DPhV), der zweimal jährlich stattfindet, ist der Informationsaustausch und die Vernetzung mit der Bildungspolitik anderer Bun desländer gewährleistet. Der BPA wiederum ist ein Beratungsgremium für den Bundesvorstand. Die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing ist bei je dem Treffen des BPA dabei und trägt aktuelles aus dem DPhV vor. Seit dem Jahr 2017

>> Die Teilnehmenden an der gemeinsamen Regionalversammlung

Schwetzingen bei Sonnenschein und Schlosskulisse: Erste gemeinsame Regional versammlung des PhV U nter strahlend blauem Himmel und bei frühsommerlichen Temperaturen trafen sich am 14. Mai 2025 zahlreiche Mit glieder des Philologenverbands aus dem Raum Mannheim und Heidelberg zur Regionalversammlung – dieses Mal an einem ganz besonderen Ort: im idyllischen Schwetzingen, malerisch ge legen zwischen Heidelberg und Mannheim. Erstmalig luden die Regionen Mannheim und Heidelberg zu einer gemeinsamen Regionalversammlung ein. Die gelungene Kooperation geht auf die Initiative der beiden Regionalvorsit zenden Meike Brück (Heidelberg) und Tobias Jordan (Mann heim) zurück, die sich für ein stärkeres Miteinander und einen in tensiveren Austausch auf regionaler Ebene einsetzen. Bereits vor dem offiziellen Teil der Versammlung erwartete die Teilnehmenden ein kulturelles Highlight: Verbandsmitglied und Schulvertreter Dr. Rüdiger Nieh l führte kenntnisreich und mit unterhaltsamen Anekdoten durch den barocken Schlossgar ten. Die einstündige Führung bot nicht nur einen spannenden Einblick in die Gartenkunst vergangener Jahrhunderte, sondern auch Gelegenheit zum Austausch unter Kolleginnen und Kolle gen in entspannter Atmosphäre. Im Anschluss ging es gemeinsam ins nahegelegene Kaffeehaus Schwetzingen, wo um 18:30 Uhr der offizielle Teil der Regional versammlung begann. Björn Sieper (Mitglied des Hauptpersonal rats, Vorsitzender des Bezirkspersonalrats und PhV-Bezirksvor sitzender Nordbaden) informierte über aktuelle Entwicklungen aus Verband und Personalvertretung: Themen wie Versetzung, Beförderungsstau nach A14, Änderungen im Schulgesetz sowie das neue ‘G9’ standen im Mittelpunkt. Zwischen den Informationen blieb ausreichend Raum für offe ne Fragen, persönliche Gespräche und kollegialen Austausch – ganz im Sinne des Mottos: ‘Fragen stellen, Erfahrungen teilen, Informationen erhalten’. Die gelungene Veranstaltung fand großen Anklang. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, ähnliche Formate künftig häufiger anzubieten. Ein Wiedersehen im Winter ist bereits angedacht – dann vermutlich mit Glühwein statt Schlossgarten, aber sicher mit ebenso viel Engagement und Gemeinschaftssinn.

werden der BAK und das Referat Bildung des Philologenver bands gemeinsam von Andrea Pilz und Stefa nie Wölz geleitet. Seit

her fanden zahlreiche, regelmäßige Arbeitskreis sitzungen zu aktuellen bildungspolitischen The men wie zum Beispiel Referendariat, Abitur, coronabedingte Lernrückstände, G9

Konzeption des Philolo genverbands, Positions papier zur ‘Digitalisie rung im Schulbereich’ u.v.m. statt. Die Teilnahme am Bildungspolitischen Arbeitskreis steht al len aktiven Verbands mitgliedern offen. In teressierte und Neu einsteiger sind herz

Der nächste Bildungspolitische Arbeitskreis findet am Freitag, den

1. August 2025 in der Stuttgarter

Landesgeschäftsstelle des Philologenverbands Baden-Württemberg mit folgenden Themen statt: Neue Sekundarschule und die Rolle des Gymnasiums? G 9 weiterdenken – Überlegungen für die

lich willkommen. Eingeladen wird über die Mitglieder verwaltung.

Kursstufe und zum Korrekturverfahren.

Andrea Pilz und Stefanie Wölz | Referat Bildungspolitik

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Meike Brück

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Thema aktuell Eckpunkte zukunftsfähiger Bildung

B ildung ist Gemeinwohlaufgabe und Zukunftsgarantie. Wir wollen Kin dern und Jugendlichen Freiräume zum Wachsen geben und professionel len Akteur:innen gute Bedingungen für ihre Arbeit. Die Vereinbarkeit von Fa milie und Beruf ist dabei ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Bildung ist somit die wichtigste – und vermutlich schwierigste – Aufgabe der Landespolitik. In dieser Wahlperiode haben wir einiges auf den Weg gebracht: Vom Programm ‘SprachFit’ – kein Land investiert mehr in die frühe Förderung – bis hin zum neuen G9. Das alles steht für die Dynamik in einem ständig weiter zu entwickelnden Bildungssystem. Worum es dabei aus grüner Sicht aktuell und künftig geht, möchte ich in zwölf Thesen kurz umreißen. 1. Bildung braucht Profis: Professionalisierung in allen Bereichen Gute Bildung ist Teamarbeit. Wir bauen multiprofessionelle Teams aus und sor gen für faire Bezahlung – von Erzieher:innen über Fachlehrkräfte und Sozialpädagog:innen bis hin zu Verwal tungsassistenzen und ‘digitalen Haus meisterinnen und Hausmeistern’. Wir setzen auf bedarfsorientierte kontinu ierliche Weiterbildung für Lehrende

Wir fördern regionale Schulentwick lungsplanung, neue Oberstufenmodelle und Sekundarschulen, die allen Kindern gleiche Chancen bis zum Abitur bieten. Dabei profitieren wir von den Erfahrun gen unserer innovativsten Bildungsein richtungen. 8. Schule praxisnah: Berufliche Bildung als starke Säule Wir stellen die berufliche Bildung zu kunftsfest und attraktiv auf und verzah nen sie besser mit dem allgemeinbilden den System – im intensiven Dialog mit der Wirtschaft. 9. Schule mit Haltung: Ort der Begegnung Wir stärken demokratische Bildung, die Entwicklung sozialer Kompetenzen und Offenheit gegenüber Anderen. Schulen sind Orte des respektvollen Miteinan ders und des Lernens für eine nachhalti ge und gerechte Gesellschaft. Kulturelle Bildung verbindet und öffnet die Augen für die Welt. 10. Autonomie und Verantwortung: Schulentwicklung vor Ort Schulen brauchen mehr Freiräume für eigene pädagogische Konzepte und Ko operationen. Wir setzen auf echte Schulautonomie sowie eine unterstüt zende Schulaufsicht auf Augenhöhe. 11. Schule als Wohlfühlort: Gesundheit, Beziehung, Resilienz Kinder können nur gut lernen, wenn sie sich sicher, gesehen und unterstützt füh len. Wir stärken Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Beziehungskultur und Wellbeing-Ansätze im Schulalltag – für resiliente Lern- und Lebensorte. 12. Bewegung als Schlüssel: Sport und Gesundheit Wir etablieren tägliche Bewegungszeit, stärken die Zusammenarbeit mit Sport vereinen und fördern inklusiven Schul sport. Sport wird zum Antrieb für Ge sundheit, Teilhabe und Demokratiebil dung.

von Thomas Poreski, MdL bildungspolitischer Sprecher

Chancen eröffnet. Dazu gehören ver lässlicher Ganztag, gezielte Sprachför derung, ein Sozialindex zur Ressourcen steuerung, starke Förderstrukturen und eine interkulturell kompetente Eltern kommunikation. 4. Schule und Klima: Nachhaltigkeit lernen und leben Wir verankern Bildung für nachhaltige Entwicklung fest in Lehrplänen und Schulprofilen. Ob Solarstrom auf dem Dach, Müllvermeidung oder Klima AGs – Schule wird Lern- und Hand lungsraum für ökologische Transforma tion. Digitale Bildung muss pädagogisch sinn voll – Chancen und Risiken abwägend – und chancengerecht sein. Wir setzen auf kluge Medienbildung sowie den Einsatz von KI zur individuellen Förderung. Ba sis dafür ist eine nachhaltige und unter stützende digitale Infrastruktur. 6. Nachhaltiges Lernen: Kompetenzen für das 21. Jahrhundert Schluss mit Bulimielernen: Zukunftsori entierter Unterricht bedeutet projektba siertes Arbeiten, fächerverbindende In halte, Deeper Learning und die Förde rung von Future Skills wie Kommunika tion, Kollaboration, Kreativität und kri tischem Denken. Daran passen wir die Prüfungskultur an. 7. Raum für Entfaltung: Bildungsstruktur modernisieren Ein gerechtes, leistungsfähiges und res sourceneffizientes Kita- und Schulsys tem ist integrierend und durchlässig. 5. Digitalisierung mit Plan: Kompetent und zielführend

und Erzieher:innen. 2. Teil des Ganzen: Multiprofessionelle Teams und faire Bezahlung

Eine zukunftsfähige (Aus-)Bildung pä dagogischer Profis ist praxis- und team orientiert. Wir reformieren die Phasen der Lehrkräftebildung und fördern mul tiprofessionelle Zusammenarbeit. Ge rechte Vergütung und verlässliche Ar beitsbedingungen sind Schlüssel zur

Fachkräftesicherung. 3. Potenziale nutzen: Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit

Wir schaffen ein Bildungssystem, das al len Kindern und Jugendlichen gleiche

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Chancengleichheit

Gleichberechtigung von Frauen und Männern?! I m März fand im Landtag eine Ver anstaltung im Rahmen der ‘Wertsa chen’-Reihe statt: Männer und Frau en sind gleichberechtigt: Viel erreicht, noch mehr zu tun? Unter dieser Fra mindest, wenn es sich nicht um in dividuelle Entscheidungen, son dern um eine entsprechende Ver änderung der Gesellschaft geht.

von Claudia Grimm stellvertretende Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg

Noch einmal ganz deutlich: Ich bin für Minderheitenschutz und dafür, dass Menschen nach ihrer Façon glücklich werden dürfen, aber wir erreichen we der etwas für Frauen noch etwas für Minderheiten, wenn wir uns gegenei nander ausspielen lassen. Wir müssen im Sinne des Pluralismus agieren. Sind wir in der aktuellen Legislatur periode denn we nigstens einen

gestellung gab es den üblichen Ab lauf: Begrüßung, Impuls durch eine Professorin, Podiumsdiskussion, dazwischen ein bisschen Musik und abschließend den kulinarischen und kommunikativen Ausklang am Buffet. So weit, so bekannt. Was mich per sönlich dann aber doch überraschte, waren die zahlreichen Entschuldigun gen, die an diesem Abend formuliert wurden. Tenor: Es tut uns leid, aber heute sprechen wir mal nur über die Gleichberechtigung von Frauen (und Männern), nicht über andere Grup pen – sei es in Bezug auf Geschlecht oder zum Beispiel Behinderung. Wa rum beschäftigt mich das nachhaltig? 1. Demokratische Perspektive: Nie mand muss sich innerhalb des Ver fassungsrahmens für das Fokussie ren auf eigene Interessen entschul digen. Im Gegenteil: Der Pluralis mus, und damit unsere Form der Demokratie, lebt von gleichberech tigter Teilhabe und diese setzt das Wissen über die eigenen Interessen und deren Formulierung mit dem Ziel, sie auf die politische Agenda zu setzen, voraus. Das muss für alle gelten: Minderheiten und Mehrhei ten. Im Falle von Minderheiten, aus denen keine Mehrheiten wer den können, ist ein besonderer Schutz dieser Minderheiten vorzu sehen, also im Sinne des ‘Gehört- und Erhört-Werdens’ im politi schen Prozess, aber auch im Sinne eines Diskriminierungsverbotes (Art. 3 Abs. 3 GG). 2. Status quo: Frauen sind keine Min derheit, sondern die Mehrheit un serer Gesellschaft. Aber sie sind eben keine Mehrheit, die Minder heiten dominiert. Im Gegenteil: Im Zuge der Wiedervereinigung, also über vierzig Jahre nach Entstehung des Grundgesetzes, wurde folgen der Satz ins Grundgesetz neu auf genommen: Der Staat fördert die

tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseiti gung bestehender Nachteile hin (Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG). Damit wurde der Bundesrepublik

§ Artikel 3 Grundgesetz (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (2) Männer und Frau en sind gleichberech tigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durch setzung der Gleichbe rechtigung von Frauen

Deutschland attestiert, dass Gleichberechtigung eben nicht erreicht ist. Frauen sind noch heute zwar die Mehrheit in der Gesellschaft, aber den noch benachteiligt. Sie hätten daher auch nicht

Schritt weiterge kommen, bevor die nächsten Rückschritte bei der Gleichberech tigung drohen? Nein! Es ist ein ech ter Skandal, wie sehr sich die jetzige Landesregierung als Dienstherr aus der Verantwortung stiehlt und anstelle ei ner Novellierung des ChancenG, die spätes tens durch die Evalua tion des Gesetzes ganz oben auf der Agenda stehen sollte, lieber ihre

die Machtmittel zur Unterdrückung ande rer Gruppen. 3. Sprachliche Perspek tive: Wenn man – zu mindest rhetorisch – Minderheiten und ei

und Männern und wirkt auf die Beseiti gung bestehender Nachteile hin. (3) Niemand darf we gen seines Geschlech tes, seiner Abstam mung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner

ne benachteiligte Mehrheit gegenei nander ausspielt, er reicht man vor al lem etwas für die Akteure, die we der etwas für die Minderheiten, noch etwas für die benachteiligte Mehrheit tun möchten. Patri

religiösen oder politi schen Anschauungen benachteiligt oder be vorzugt werden. Nie mand darf wegen sei

Zeit und unsere Res sourcen mit einer res sortübergreifenden

Gleichstellungsstrategie verplempert und sich da mit über die Legislaturpe riode rettet. Weil man sich

ner Behinderung be nachteiligt werden.

archalische Ausrichtung finden wir in Parteien des Rechtsaußen oder in religiösem Fundamentalismus und anderen Strömungen, zum Beispiel bei der »neuen Männlich keit«, bei der »Tradwife-Bewe gung«. Sie sind sich einig, dass Frauen an den Herd gehören, Kin der bekommen und sich ihrem Ehemann unterordnen sollen. Da mit wird es eng für die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechti gung von Frauen und Männern , zu

nicht auf Fragen von Familienbildern und Lebenskonzepten einlassen will, wirft man Nebelkerzen: »Ach, wir brauchen erst mal Daten, erst dann könnten wir handeln. Schade, dass wir zum Handeln nicht mehr kommen können.« Fakt ist, dass sich trotz aller Verän derungen der letzten beiden Jahr zehnte in Bezug auf Betreuungsange bote und Elterngeld an der traditio nellen Ausrichtung in vielen Famili en weniger geändert hat, als das viel-

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… Bundesvorstand des DPhV (BuVo) in Göttingen Der PhV BW beim …

Chancengleichheit

leicht zu erwarten gewesen wäre. Es sind noch immer vor allem die Männer, die in Vollzeit arbeiten, und damit die Frauen, die die Kinder verantwortung, zumindest zeitlich gesehen, in erster Li nie tragen. Die Jahre der hundertprozentigen Beurlau bungen sind zwar deutlich zurückgegangen, Teilzeit ist aber nach wie vor weiblich. Wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, kommen die Pflegebedarfe bei älteren Verwandten, die auch der Staat sehr gern auf familiärer Ebene lösen lässt. Was für den Sozialstaat hilfreich sei, weil die Finanzierbarkeit scheinbar leichter fällt, wird meist von Frauen bezahlt. Anrechnungen von Pflege zeiten auf die Pension gibt es nur in einem sehr geringen Rahmen, der nicht auf alle zutrifft, (Anmerkung: Unter bestimmten Umständen kann es den Pflegezuschuss geben, §67 LBeamtVG; das ist aber selten). Stattdessen hat man mit dem Dienst rechtsreformgesetz 2011 die Anzahl der Dienstjahre für die volle Pensionsberechti gung von 35 auf 40 erhöht und gleichzeitig die Anre chenbarkeit von Ausbil dungszeiten zusammengestri chen. Frauen schmälern durch unbezahlte Care-Ar beit ihre finanziellen Mög lichkeiten im Hier und Jetzt sowie in Zukunft und sind entweder abhängig oder von (Alters-)Armut bedroht. Dies belegen zum Beispiel wissenschaftliche Daten, die auf einer Fachtagung des dbb im vergangenen Jahr vorgestellt wurden. Ich will nicht unterschlagen, dass es einen Zuschlag für Kinderer ziehungszeiten bei der Pensi on gibt und eine Mindesthö he der Pension. Dennoch ste hen auch Beamtinnen finan

ziell häufig schlechter da als ihre Kollegen. Auch an Fragen der Ver einbarkeit von Familie und Beruf entscheiden sich Ge sellschaften für ihren Weg. Welches Schweinderl hätten‘ s denn gern? Also, welche Lebenskonzepte und Famili enmodelle sollen von Seiten des Staates gefördert wer den? Was können Beamtin nen und Beamte sowie Ar beitnehmerinnen und Arbeit nehmer mit familiären Pflich ten von ihrem Dienstherrn erwarten? Wir als Akteure im Pluralis mus müssen Fragen der Ver einbarkeit, der Gleichstellung und der Gleichberechtigung, besser gesagt ‘benachteili gungsschädlicher’ Strukturen und Verfahren, noch mehr in die politischen Gespräche tra gen. Gleichzeitig sollten wir uns unserer Verantwortung bewusst sein, Gesellschaft und Staat mitzugestalten. Wir müssen als diejenigen, die den Staat als Handelnden insbe sondere ausmachen, für den Erhalt des Rechtsstaates kämpfen. Ein Indikator sind eben Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frau en und Männern inklusive Fragen der Vereinbarkeit. Für uns heißt das ganz konkret, Wege zu finden, wie wir auf Wahlprogramme und Koaliti onsverträge Einfluss nehmen, beispielsweise damit die No velle des ChancenG nicht wei ter auf die lange Bank gescho ben wird. Fragen der Gleich berechtigung sind zur Gret chen-Frage unserer Tage ge worden. Erst wenn die größte Grup pe der Gesellschaft, die Frau en, nicht nur an der Arbeit tatkräftig partizipieren (darf), sondern am Benefit, am Ein fluss, an Gestaltungskraft, ist das formulierte Grundrecht Gleichberechtigung Realität.

>> Die Teilnehmenden des DPhV beim BUVO in Göttingen

>> Die Vorsitzenden aus Nordrhein-Westfalen – Sabine Mistler (links) , Bayern – Michael Schwägerl (mitte) und Baden-Württemberg – Martina Scherer (rechts) tauschen sich aus

… Gymnasialtag zur Demokratie- und Weiterbildung in Wittenberg

>> Martina Scherer mit der Geschäftsführung

des DPhV, dem DL, der KEG, dem VDR und dem BvlB

>> Martina Scherer mit dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff – in der Mitte Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing

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Aktuelles aus dem Hauptpersonalrat Gymnasien

Für Sie im HPR außerschulischer Bereich

Für Sie im HPR Gymnasien beim KM | Für Sie im HPR Gymnasien beim KM | Für Sie im HPR Gymnasien

Jörg Sobora Vorsitzender

Andrea Pilz Vorstandsmitglied

Claudia Grimm

Martina Scherer

Anne-Elise Kiehn

Enver Groß

Michael Belz

Anne Käßbohrer

Cord Santelmann

Jürgen Harich

Björn Sieper

Stefanie Wölz

Konrad Oberdörfer

Carsten Tittel

G9 neu D er Hauptpersonalrat Gymnasien fordert weitere Ressourcen, vor allem für den AG- Bereich, damit an Gymnasien, wo Bedarf besteht, auch nachmittags Arbeitsgemein schaften und Förderangebote ver schiedenster Art eingerichtet wer den können. Der Hauptpersonalrat fordert au ßerdem frühzeitige Informationen über die Bildungspläne, damit die Lehrkräfte sich entsprechend orien tieren können. Außerdem fordert der Hauptper sonalrat eine zukunftsfähige Ein stellungspolitik. Damit ist gemeint, dass eine Einstellung der Besten ei nes Jahrgangs auch über den kon kreten Bedarf hinaus erfolgt. Der durch G9 zeitweilig verursachte Minderbedarf sollte durch Einstel lungen mit zeitlich begrenzten Ab ordnungen an andere Schularten abgefedert werden. Zusätzliches Personal kann an Schulen auch für Entlastung durch Teilung von Klas sen bzw. für Förderung eingesetzt werden. Die absehbaren Mehrbe darfe ab 2032 sollten durch vorzei tige Bindung von Lehrkräften in den Vorjahren erfolgen. Die Forderung des Hauptperso nalrats ist es, in diesem Zusammen hang die Erlasse zur Einschränkung der Teilzeit aus sonstigen Gründen bzw. zum Freistellungsjahrmodell auszusetzen bzw. abzuschaffen.

Übermittlung der Ergebnisse der zentralen Erhebung zum schulischen Wohlbefinden bzw. zu den Tiefen strukturen im Unterricht über die Schulleitungen

D er Hauptpersonalrat Gymnasien hat über einen längeren Zeitraum versucht, einen besseren Schutz der Lehrkräfte bei der Übermittlung der Ergebnisse der zentralen Erhebung des Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg zum schuli schen Wohlbefinden/zur Umsetzung der Tiefenstrukturen zu erreichen. Mehrmals hat der Hauptpersonalrat das Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg und auch das Kultusministerium gebeten, das Ver fahren der unverschlüsselten Über mittlung der Ergebnisse über die Schulleitungen zu ändern. Der Hauptpersonalrat Gymnasien hat auch beim Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfrei heit nachgefragt, ob datenschutz

rechtliche Bedenken bestehen. Lei der sieht der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfrei heit beim grundsätzlichen Verfahren der Übermittlung der Ergebnisse auch angesichts der vorgesehenen gesetzlichen Änderungen im Schul gesetz keinen Handlungsbedarf. Bei Missbrauch der Daten durch die Schulleitungen (wie bereits an eini gen Schulen vorgekommen), d.h. der Nutzung der Ergebnisse zu einer Verhaltens- und Leistungskontrolle einzelner Lehrkräfte rät der Landes beauftragte für Datenschutz und In formationsfreiheit zu konkreten indi viduellen Beschwerden beim Lan desbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden Württemberg.

Pilotversuch für ein digitalisiertes Abiturkorrekturverfahren

Z ur Zeit des Redaktionsschlusses hat der Hauptpersonalrat Gymnasien Kenntnis davon bekommen, dass beim nächsten Abitur ein Pilotversuch starten soll, bei dem ein digitalisiertes Korrekturverfahren ausprobiert wer den soll. Leider wurde der Hauptpersonalrat Gymnasien hier nicht einge bunden und auch nicht informiert. Regierungspräsidien und Schulleitungen haben bereits grundlegende Informationen erhalten. Dem Hauptpersonalrat Gymnasien wurden diese bis jetzt vorenthalten. Wir werden im nächsten Heft darüber berichten.

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Aktuelles aus dem Hauptpersonalrat Gymnasien

Aktuelles aus dem HPR asB

Schulkonto zur Abwicklung von Außer unterrichtlichen Veranstaltungen L eider gibt es zu diesem Thema noch nichts Neues zu be richten, da dem Hauptpersonalrat keine anderen Informationen bekannt sind, als die, die vor mehre ren Monaten an die Schulen gelangt sind. Nach dem dort beschriebenen Modell sollte es möglich sein, bei bestimmten Banken und Sparkassen kosten lose Treuhandkonten für den Zweck einzurichten. Leider klappt dies bis heute nicht überall. Der Hauptpersonalrat Gymnasien bleibt am Thema dran. Güteverhandlungen zur Klärung der Beteiligungsrechte bei den Vorgaben zum Fernunterricht und bei der Nutzung der Lernplattformen itslearning und Moodle M ittlerweile hat die Güteverhandlung zur Klärung der Beteiligungs rechte bei den Vorgaben zum Fernunterricht stattgefunden. Es kann leider noch kein Ergebnis verkündet werden, da noch Abstim mungen zwischen dem Kultusministerium und dem Hauptpersonalrat über einen in der Güteverhandlung gemachten Vorschlag erfolgen müssen. In der nächsten Ausgabe von Gymnasium Baden-Württem berg kann dann gesagt werden, ob es zu einer Hauptverhandlung kommen wird, oder ob man sich anders einigen kann. Hinsichtlich der Klärung des Beteili

Was hat eigentlich Priorität? I mmer häufiger erreichen uns derzeit Klagen von Lehrbeauftragten einzel ner Schulen, dass ihre Schulleitung sie für das kommende Schuljahr nicht mehr im benötigten Umfang an das Seminar freigeben will. Aus Sicht der Schule ist diese Haltung durchaus nachvollziehbar – möchte man die in der Regel hoch qualifizierten Kollegin nen und Kollegen lieber für den eige nen Bedarf einsetzen, als sie ans Se minar auszuleihen. Aus Sicht des Se minars ist das allerdings fatal – fehlt der eingeplante Lehrbeauftragte, kann im Extremfall kein neuer Kurs angeboten werden und die Referenda re müssen an benachbarte Seminare abgegeben werden. Früher war die Sache klar, da hatte das Regierungspräsidium sowohl die Verantwortung für das Lehrpersonal der Seminare als auch für die Unter richtsversorgung (an den Gymnasien). Bei Bedarf wurden innerhalb der Be hörde systemisch ausgewogene Lö sungen gesucht. Seit Einführung des Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Ba den-Württemberg (ZSL) ist nun die Landesoberbehörde ZSL für das Lehr personal an den Seminaren und nach wie vor die Landesoberbehörde Regie rungspräsidium für die Unterrichtsver sorgung an den Schulen zuständig. Beide Behörden haben zwangsläufig unterschiedliche Interessen und wol len für ihre Zuständigkeit eine optima le Lösung, was in der Praxis leider oft auf dem Rücken der Lehrbeauftragten ausgetragen wird. Diese können den Ansprüchen von Schule und Seminar kaum gerecht werden. Hier wäre drin gend ein klärendes Signal der dienst- und fachaufsichtsführenden Behörde notwendig. Wenn der Ausbildung zu künftiger Lehrergenerationen nicht oberste Priorität eingeräumt wird – wird sich der Lehrermangel in Zukunft drastisch verschärften. Das trifft im Endeffekt dann alle Kolleginnen und Kollegen. Michael Belz

Bilder [2]: AdobeStock

gungsrechts bei den Lernplattformen ist nun endlich eine Güteverhandlung für Ende Juli terminiert. Im nächsten Heft werden wir dann konkreter berichten können, welches Ergebnis diese Ver handlung erbracht hat.

Initiativantrag des HPR Gymnasien zur Erfassung der Lehrkräftearbeitszeit im Rahmen des Gesundheitsschutzes W ie erwartet, ist der Initiativantrag des Hauptpersonal rats Gymnasien erst einmal negativ beschieden worden. Das Kultusministerium argumentiert, dass der Hauptpersonalrat zu diesem Thema gar keinen Initiativ antrag stellen könne, da es kein Beteiligungsrecht sieht. Der Hauptpersonalrat Gymnasien möchte dies so nicht stehen lassen und argumentiert mit Urteilen des Euro päischen Gerichtshofes (Verweis auf Europäische Ar

beitsschutzrichtlinie) und des Bundesarbeitsgerich tes, die trotz fehlender bundesdeutscher bzw. lan desrechtlicher Regelungen zur Arbeitszeiterfassung eine wohlwollende Betrachtungsweise und Umsetzung empfehlen. Der Hauptpersonalrat bleibt am Thema dran.

Jörg Sobora

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Senioren

14. Deutscher Seniorentag in Mannheim vom 2. bis 4. April 2025 ‘Heaven can Wait’ D er Chor mit diesem Namen be grüßte uns mit hinreißenden und mutmachenden Songs. Das Min

Es gab Tipps für den ‘pflegeleichten Garten’, Dr. Silja Schäfer von den TV Ernährungsdocs klärte über das richti ge Essen auf, mit dem man gesund alt werden kann, Dr. Sarah Straub, De menzforscherin, berichtete in Worten und Liedern am Klavier darüber, wie ‘ihre Großmutter ihr ICH verlor’. Sie machte Mut und gab Hilfestellung, wie man mit an Demenz erkrankten Men schen umgehen könnte. Der Deutsche Seniorentag ist Platt form für Austausch, Information und Vernetzung zu allen Themen rund ums Alter und Forum zur Diskussion von aktuellen Fragen der Seniorenar beit und Seniorenpolitik. Die genannten Beispiele sind nur ein winziger Ausschnitt aus dem um fangreichen Programm. Die BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Se niorenorganisationen) hat diesen Se niorentag unter dem Motto ‘Worauf es ankommt’ im Congress Center Ro sengarten in Mannheim in vorbildli cher Weise vorbereitet und organi siert, mit einem im Vorfeld erhältli chen Programm sowohl in gedruckter als auch in digitaler Version, über sichtlich und gut verständlich – wie man sich das wünscht. Vielen Dank dafür! Text und Fotos: Claudia Schnitzer und Sieglinde Selinka | Referat Senioren

desteintrittsalter für diesen Chor liegt bei siebzig Jahren und der Name ist Programm. Für 13000 Teilnehmende war dies der Start in drei ereignisreiche, infor mative und kulturell genussreiche Ta ge. Mehr als 120 Veranstaltungen und rund 150 Aussteller auf der Messe in formierten über alle Themen, die Se nioren sich nur wünschen können: Di gitalisierung, Mobilität, Altersdiskri minierung, Gesundheit und Präventi on, Miteinander der Generationen, Einsamkeit und vieles, vieles mehr. Angesprochen waren sowohl Institu tionen als auch jede einzelne Person. Wir besuchten viele Vorträge, poli tische Diskussionsrunden und kultu relle Veranstaltungen, informierten uns bei der Kriminalpolizei, über ge sundes Essen oder auch KI im Ge sundheitswesen. Ein Höhepunkt für uns – abgesehen vom Auftritt des Chors ‘Heaven can Wait’ oder der entspannten Rede des damals Noch Bundeskanzlers Olaf Scholz – war ein Vortrag von Prof. Dr. Andreas Kruse zum Thema ‘Nachdenken über Fra gen persönlichen Alterns: Anstöße durch die Musik Johann Sebastian Bachs’. Er begleitete seinen Vortrag mit frei vorgetragenen Gedichten und meisterlichem Klavierspiel.

>> Der Mannheimer Rosengarten war Veranstaltungsort

>> Manne Lucha, MdL Minister für Soziales, Gesundheit und Integration, referiert vor dem Publikum

>> Olaf Scholz, ehemaliger Bundeskanzler, im Gespräch

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Aus dem Schulleben

Ein Pädagogischer Tag mit Deeper Learning und fobizz Einführung in die zukunftsgerichtete Unterrichtsentwicklung W ie sieht zukunftsgerichtete Un terrichtsentwicklung aus? Der emeritierte kanadische Bil der Nutzung von KI wären das Feh len eines rationalen Verstandes, der vor Falschem warnt, von Empathie und von Transparenz bei der Ent scheidungsfindung.

Mit fobizz können Lehrkräfte inter aktive Unterrichtseinheiten erstellen, die Schülerinnen und Schüler aktivie ren und individuell fördern. Multime diale Inhalte wie Videos und digitale Arbeitsblätter erleichtern das Ver ständnis komplexer Fachthemen und unterstützen die Dokumentation des Lernfortschritts. Der fobizz-Tools Guide unterstützt Lehrkräfte bei der Wahl der passenden fobizz-Tools und erklärt ihre Einsatzmöglichkeiten. fobizz ermöglicht die Anpassung von Materialien an unterschiedliche Lernniveaus, wodurch differenzierte Aufgabenstellungen für Lernende er stellt werden können. Dies soll ge währleisten, dass jeder Lernende indi viduell gefördert wird und die Lern ziele erreichen kann. Dafür können Lehrkräfte eigene KI-Assistenten ein setzen, indem das Aufgabengebiet und die Rolle des KI-Assistenten defi niert werden, Instruktionen gegeben werden, wie der Chatbot die Lernen den unterstützen soll, und Quellen ausgewählt werden, die die KI nutzen soll. Eigene Unterrichtsvorbereitung kann als Hintergrundmaterial hochge laden werden. Auch die Zusammenarbeit kann mit fobizz gefördert werden: Es lassen sich Foren erstellen, in denen sich Schüle rinnen und Schüler zu Arbeitsaufträ gen austauschen können. Diese inter aktiven Elemente sollen dazu anregen, kritisch zu denken und sich aktiv mit den Themen auseinanderzusetzen. Fazit: Mut zum Ausprobieren und kritisches Hinterfragen der KI Jetzt gilt es, Mut zum Ausprobieren zu haben, sich mit dem Prozess ausei nanderzusetzen und dann den Lerner folg zu bewerten! Die KI ist in unse rem Leben angekommen, Schülerin nen und Schüler müssen befähigt wer den, sie kritisch zu hinterfragen und für ihren persönlichen Lernerfolg zu nutzen. Sabine Grobe 1 Quelle: https://fobizz.com/de/was-ist-fobizz/

dungsforscher Prof. Michael Fullan benennt sechs Kompetenzen für Tie fes Lernen (‘Deep Learning’), um 21st Century Skills zu entwickeln, die beim Lernenden auf ein tiefgehendes Ver ständnis von Inhalten und deren An wendung abzielen: Character (Cha rakterstärke), Citizenship (Gesell schaftliches Engagement), Communi cation (Kommunikation), Collaborati on (Zusammenarbeit), Creativity (Kreativität), Critical Thinking (Kriti sches Denken). Die Rolle der Künstlichen Intelligenz im Bildungsprozess Künstliche Intelligenz (KI) kann die Prozesse im Deeper Learning unter stützen. Benjamin Köhler, Schulleiter tigen Informationen sind auf seiner Website dokumentiert: https://tiefer lernen.de/ . Köhler möchte Schülerinnen und Schüler befähigen, selber Prompts zu gestalten und nicht einfach nur be reits vorhandene Tools zu nutzen. Dazu gehöre auch das anfängliche Scheitern, um später gute Prompts zu formulieren. Gleiches gilt natürlich auch für Lehrkräfte. Um künftig durch die Nutzung von KI relevant entlastet zu werden, müsse man die Anfangsfrustration überwinden. Es sei außerdem wichtig, das Verständ nis für KI-Systeme und die Dynami ken von Filterblasen zu vermitteln, um effektiv mit Personen diskutieren zu können, die andere Meinungen vertreten. Nur so könne Demokratie gerettet werden. Problematisch bei des Königin-Charlotte Gymnasiums Stuttgart, bietet Ideen und Unter stützung an und nimmt andere Schulen im Pro zess KI-basierter Beglei tung in Lernprozessen mit ins Boot. Die vielfäl

Qualitätskriterien und Daten schutz bei der Nutzung von KI Um Datenschutz zu gewährleisten, dürfen Prompts keine personenbezo genen Daten enthalten. Als Qualitäts kriterien guter Prompts gelten Klar heit, Präzision und Detailgenauigkeit. Kollegien müssen Lernende umfas send fortbilden und sich auf eine Nut zungsordnung von KI in der Schule ei nigen; ein Dokument dazu und zu vie len weiteren Themen gibt es auf der Website von Benjamin Köhler. Praktische Anwendungen von KI für Lernende und Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler können die KI für Feedback, Erklärung komple xerer Zusammenhänge, Lernwegpla nung, Brainstorming und Gliederung, Präsentationen, Handouts und Visua lisierungen nutzen; Lehrkräfte für Feedback und zur Unterrichtsvorbe reitung. Des Weiteren können Mess reihen ausgewertet, Klassenarbeiten angepasst, Experimente simuliert und Programmiertools integriert werden. Dazu kann beispielsweise fobizz ge nutzt werden. Die Plattform fobizz: Unter- stützung im digitalen Wandel fobizz ist eine Plattform für digitale Lehrerfortbildungen, KI-Tools und Unterrichtsmaterialien. »Wir unterstützen Lehrkräfte und Schulen beim digitalen Wandel und fördern mit Online-Fortbildungen, praxiserprobten KI-Tools und hoch wertigen Materialien die digitale Kompetenz im Unterricht. Unser Ziel: Lehrkräfte entlasten und mehr Zeit für das Wesentliche schaffen.« 1

https://tieferlernen.de/

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