Gymnasium Baden-Württemberg 7-8/2025

Inhalt

Editorial

zum Ende des Schuljahres rücken noch einmal einige Themen in den Fokus, die beispielhaft für die Heraus forderungen stehen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind und die zeigen, wie dringend notwendig es ist, dass unsere beruflichen Bedingungen mit Augenmaß, Fairness und insbe sondere Sachverstand sowie Kenntnis der realen Schulpraxis gestaltet wer den. Die strukturelle Überlastung be züglich unserer Arbeitszeit, der ge setzlich klar geregelte Umgang mit der (privaten) Handynutzung an Schulen sowie die Forderungen nach einer stärker berufsorientierenden Bildung am Gymnasium stehen hier bei im Vordergrund. 1. Klage gegen strukturell überhöhte Arbeitszeit: Es reicht! Mit der juristischen Unterstützung des Philologenverbands Baden-Württem berg haben mehrere Personen nun Klage gegen das Land Baden-Würt temberg eingereicht. Der Vorwurf ist klar: Die aktuell festgesetzte Lehr kräftearbeitszeitverordnung ignoriert die tatsächlichen Belastungen, die un ser Beruf mit sich bringt. Korrektu ren, Vor- und Nachbereitung, Eltern- und Schülergespräche, Aufsichten, außerunterrichtliche Veranstaltungen, Konferenzen, Dienstbesprechungen, Verwaltungsarbeit – diese Liste ist nicht vollständig, aber sie beschreibt den Alltag mit seinen Aufgaben, die weit über das Deputat hinausgehen. Zahlreiche Studien belegen diese Überlastung, die die festgelegte Be amtenarbeitszeit deutlich übersteigt, ohne dass die Landesregierung bis lang, trotz mehrfach vorgebrachter Hinweise von unserer Seite, gehandelt hätte. Das können wir im Interesse unserer Kolleginnen und Kollegen nicht länger hinnehmen. Der Philolo genverband Baden-Württemberg un terstützt diese Klage ausdrücklich und fordert eine realistische Anpassung der Arbeitszeitverordnung sowie eine verlässliche Erfassung der tatsächlich Liebe Kollegin, lieber Kollege,

von Martina Scherer Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg

geleisteten Arbeitszeit. Nur so lassen sich in der Zukunft rechtssichere, fai re und nachhaltige Arbeitsbedingun gen schaffen, die auch den Beruf der Lehrkraft wieder attraktiv machen. Denn unsere Überlastung darf nicht weiter als selbstverständlich hinge nommen werden! Sie gefährdet nicht nur massiv unsere Gesundheit, son dern auch die Bildungsqualität an un seren Schulen. Hören Sie dazu auch die Episoden unseres Podcasts, die Sie auf unserer Homepage finden. Nach Jahren der Debatte soll es nun endlich eine gesetzliche Regelung zur privaten Handynutzung an Schulen geben. So überfällig dieser Schritt war, so unvollständig ist seine Umset zung. Die Realität an unseren Schulen zeigt: Vielerorts haben wir längst trag fähige Konzepte entwickelt, nun sol len rechtliche Leitplanken folgen. Doch wesentliche Fragen bleiben un beantwortet. Was soll bei privater Handynutzung im Unterricht zwangs läufig (!) passieren? Wer haftet im Schadensfall bei pädagogischen Maß nahmen wie Abnahme und Aufbe wahrung des Geräts, zum Beispiel auf dem Weg ins Sekretariat oder Lehrer zimmer? Wir mahnen daher dringend weite re Nachbesserungen an. Klare, rechts sichere Regelungen sind notwendig, um den pädagogischen Handlungs spielraum der Lehrkräfte zu schützen und uns nicht zusätzlich rechtlichen Unsicherheiten auszusetzen. Natür lich darf sich Bildungspolitik nicht nur auf Verbote beschränken. Wer den Umgang der Heranwachsenden mit digitalen Medien nachhaltig regulieren will, muss auch in die Medienbildung investieren, in Fortbildung, Ausstat 2. Handynutzung: Gesetz mit Lücken

Editorial [Martina Scherer]

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Frühlingsfest des PhV BW [Stefanie Wölz]

Pressemitteilung Klage gegen das Land Baden-Württemberg [PhV BW] 5 Engagiert, zukunftsorientiert und gut vernetzt [Meike Brück] 6 Erste gemeinsame Regionalversammlung des PhV [Meike Brück] 7 Der Bildungspolitische Arbeitskreis (BAK) des PhV BW [Andrea Pilz und Stefanie Wölz] 7

Thema aktuell: DIE GRÜNEN Gleichberechtigung von Frauen und Männern?! [Claudia Grimm] Der PhV BW beim … … Bundesvorstand des DPhV (BuVo) in Göttingen [Martina Scherer]

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… Gymnasialtag zur Demokratie- und Weiterbildung in Wittenberg [Martina Scherer] 10 Aktuelles aus dem HPR [Jörg Sobora] 11 Aktuelles aus dem HPR asB [Michael Belz] 12 ‘Heaven can Wait’ [Claudia Schnitzer und Sieglinde Selinka] 13 Ein Pädagogischer Tag mit Deeper Learning und fobizz [Sabine Grobe] 14 Und ewig grüßt das Schulkonto … Teil 2 [Karin Fetzner] 15 Der PhV BW auf dem Landesparteitag der CDU [Martina Scherer] 16

Titelbild: Der PhV BW beim Gymnasialtag zur Demokratie- und Weiterbildung in Wittenberg (Foto: PhV BW)

Redaktionsschluss: Sept.-Oktober-Ausgabe: 8. September 2025, Nov.-Dezember-Ausgabe: 3. November 2025. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Druckschriften wird keine Gewähr übernommen (ohne Rückporto keine Rücksendung). Alle Manuskripte sind an die Redaktion zu senden!

Enver Groß | enver.gross@phv-bw.de Pfannenstiel 34 | 88214 Ravensburg

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