Bildung aktuell 1/2025
Schule & Beruf
Forderungen der SPD und Kritikpunkte des Philologenverbandes
thoden zur Förderung der Mehr sprachigkeit als integraler Be standteil in der Lehramtsausbil dung. ■ individuelle Nachteilsausgleiche bei Abschlussprüfungen für Schü lerinnen und Schüler, die bislang nur eine kurze Kontaktzeit mit der deutschen Sprache hatten, wie zum Beispiel bei der ZP10. Neben der Tatsache, dass die meis ten Forderungen bezüglich der kon kreten Umsetzung sehr vage bleiben, ist das zentrale Problem der Mangel an Ressourcen, insbesondere an qualifizierten Lehrkräften. Das Studi enangebot für weitere Fremdspra chen müsste erweitert werden, und Anpassungen in der Lehrerausbil dung an Universitäten sowie an den Zentren für schulpraktische Lehrer ausbildung (ZfsL) wären notwendig. Diese konkreten Änderungen dürfen keinesfalls zu einer Verlängerung des Studiums oder der Ausbildungszeit führen. Gleichzeitig dürfen Ände rungen in der universitären Ausbil dung aus Sicht des PhV nicht zu ei ner qualitativen Absenkung der ver tieften Fachlichkeit der Studieren den führen. Mehr zusätzliche Fortbil dungsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer nötig
Link zum SPD-Antrag
INFO
https://www.landtag.nrw.de/ portal/WWW/dokumenten archiv/Dokument/ MMD18-9158.pdf Link zur PhV Stellungnahme https://phv nrw.de/2024/09/03/ stellungnahme-des-philolo genverbandes-nordrhein westfalen-zum-antrag-der spd-antrag-mehrsprachig keit-an-schulen-neu- denken/
Im SPD-Antrag (siehe Info-Box) werden einige zentrale Forderungen gelistet, die trotz der lobenswerten Absicht, Mehrsprachigkeit zu för dern und gesellschaftlich zu veran kern, kritisch betrachtet werden müssen. ■ Stärkere Verzahnung von Regel unterricht und Herkunftssprachli chem Unterricht (HSU) von der Primarstufe bis zur Sekundarstu- fe II, unter anderem durch ge meinsames Lehren von HSU- und Regellehrkräften. ■ Ausbau flächendeckend bilingua ler Schulstandorte in häufig ge sprochenen Herkunftssprachen – zunächst in den fünf größten Städten in Nordrhein-Westfalen. ■ Angebot häufig gesprochener Herkunftssprachen als verset zungsrelevante Wahlpflichtfächer in der Sekundarstufe I; in der Sekundarstufe II als abitur- und fachabiturrelevante Fächer. ■ Einführung von Lehramtsausbil dungen für die Primarstufe sowie für die Sekundarstufe I und II in häufig gesprochenen Herkunfts sprachen an nordrhein-westfäli schen Universitäten. ■ Etablierung von interkultureller Pädagogik und Unterrichtsme Diese sind unter anderem:
schaffen werden, um auch diese auf die Förderung der Mehrsprachigkeit angemessen vorzubereiten. Wir halten dies zumindest in der derzeitigen Ver sorgungs- und Besetzungssituation für nicht realistisch. Der Herkunftssprachliche Unterricht (HSU) wird in Nordrhein-Westfalen be reits in dreißig Sprachen angeboten. Das Angebot nehmen in der Primar- und Sekundarstufe etwa 105.000 Schülerinnen und Schüler in Anspruch. Nordrhein-Westfalen ist dabei Vorrei ter im Vergleich zu anderen Bundes ländern. Aus Sicht des PhV müssten diese bereits bestehenden Angebote stärker beworben und die Informatio nen in verschiedenen Sprachen zu gänglich gemacht werden. Damit könnte auch außerhalb des Regelun terrichts ein wesentlicher Beitrag zur Verbreitung und Weiterentwicklung der Mehrsprachigkeit geleistet werden.
Zudem müssten zusätzliche Fortbil dungsangebote für auszubildende sowie für ausgebildete Lehrkräfte ge
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