lehrernrw 6/2024
SCHULE & POLITIK
Foto: AdobeStock/InsideCreativeHouse
Gewalt an Schulen hat viele Facetten. Sie kann sich gegen Mitschülerinnen und Mitschüler, aber auch gegen Lehrkräfte richten. Nötig sind in solchen Fällen eine klare Haltung der gesamten Schulfamilie und konsequente Unterstützung für die Betroffenen.
Gemeinsam gegen Gewalt
Schulministerin Dorothee Feller hat ein neues Dialogformat gestartet, um gemeinsam mit Schulleitungen und Lehrkräften noch effektiver gegen Gewalt an Schulen vorgehen zu kön nen. In zwei digitalen Veranstaltungen gab es sowohl Infor mationen als auch die Möglichkeit des Austausches.
nehmern die Möglichkeit, Fragen an Exper tinnen und Experten aus dem Schulministeri um und externen Institutionen zu richten, die zum Teil während der Veranstaltungen beantwortet wurden oder noch auf der Inter netseite des Schulministeriums, dem Bil dungsportal, beantwortet werden. Thema waren unter anderem neue Möglichkeiten zur Gewaltprävention und Handlungsoptio nen in Momenten, in denen sich physische oder psychische Aggressionen zeigen.
auch gegen Lehrkräfte richten. Auf die Viel falt der Gründe für Gewalt müssen wir mit einer Vielfalt an Gegenmaßahmen reagie ren«, betonte die Ministerin. Die Veranstal tungen boten den Teilnehmerinnen und Teil
»Die Gründe für das gestiegene Gewaltpo tenzial in unserer Gesellschaft sind vielfäl tig. Physische und psychische Gewalt offen bart sich auch an Schulen und kann sich so wohl gegen Schülerinnen und Schüler als
STANDPUNKT Null Toleranz bei Gewalt! A ngesichts zunehmender Gewaltvorfälle an Schulen – auch gegen Beschäftigte – steht lehrer nrw für eine Null-Tole ranz-Politik. Ein Angriff auf Einzelne muss immer auch als Angriff auf die gesamte Schulgemeinde begriffen und sanktioniert wer den. Eine solche Haltung braucht aber eine konsequente Rücken deckung durch den Dienstherrn – und sowohl juristische als auch seelsorgerische Begleitung im Fall der Fälle. Die Realität sieht vielfach anders aus: Lehrkräfte in Nordrhein Westfalen werden nicht selten gleich zweifach traumatisiert: Das erste Mal, wenn ihnen Gewalt widerfährt, und das zweite Mal, wenn sie erleben müssen, dass sie mit dieser Gewalterfahrung
allein gelassen werden. Das ist beschämend und nicht hinnehm bar. Und es ist kein Einzelfall. Nicht zuletzt auf Druck und Initiative von lehrer nrw gibt es inzwischen erste positive Entwicklungen. Beispielsweise wurden für einige Schulformen und in einigen Bezirksregierungen kon krete Ansprechpersonen benannt, an die sich Lehrkräfte und pä dagogisches Personal bei Gewalterfahrungen wenden können. Doch das reicht nicht: Wir brauchen konkrete Ansprechpersonen mit juristischer Kompetenz sowie Soziale Ansprechpartner (SAPs) mit seelsorgerischer Expertise für alle Schulformen in allen Be zirksregierungen.
lehrer nrw · 6/2024 20
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