Profil 6/2026

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PROFIL // DPhV-Standpunkte

Präventionsmaßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt „unterbeforscht“

 Digitale Kompetenzen in Deutschland laut Expertenkommission vom Zufall abhängig

 DPhV fordert schonungslose Analyse und strukturierten Aufbau von vernetzten Maßnahmen für Medienbildung

Die aktuelle Bestands aufnahme der unab hängigen Experten kommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ macht grundlegende

Achtklässler lediglich über grund legende digitale Fähigkeiten. Gleich zeitig zeigt die JIM-Studie 2025 eine deutliche Diskrepanz zwischen Nut zung und Kompetenz: 84 Prozent der Jugendlichen nutzen KI-Anwen dungen wie ChatGPT, während nur etwa ein Drittel sich zutraut, kom plexere digitale Inhalte wie Deep- fakes einzuordnen oder Bildrecher chen kompetent durchzuführen. Auch die Erwartungen der Schüle rinnen und Schüler sind klar formu liert: 81 Prozent wünschen sich mehr schulische Unterstützung beim Umgang mit sozialen Medien (Vodafone-Stiftung). Der INSM-Bil dungsmonitor 2025 verweist zudem auf erhebliche Unterschiede zwi schen den Bundesländern beim Stand der Digitalisierung im Bil dungsbereich. DPhV-Vorsitzende Lin-Klitzing kon statiert: „Die De fi zite sind unüber sehbar, aber es reicht eben nicht, nur steigende Anforderungen zu formulieren. Es müssen im schu lischen Bereich auch die Vorausset zungen gescha ff en werden, damit Lehrkräfte diesen steigenden Anfor

derungen überhaupt gerecht wer den können.“ Vor diesem Hinter grund fordert der DPhV ein strin gentes Gesamtkonzept, das zentra le Handlungsfelder verbindlich adressiert: Erstens: In einer professionsbezo genen Lehrkräftebildung muss Medienbildung Bestandteil aller Phasen der Lehrkräfteausbildung sein, vom Studium über den Vor bereitungsdienst bis zur Fortbil dung. Während die Anforderungen nicht nur an digitale Kompetenzen, sondern auch an schulische Medi enbildung kontinuierlich steigen, wurde jedoch die Lehrkräfteausbil dung in den letzten zwanzig Jahren zunehmend polyvalent gestaltet und der Vorbereitungsdienst gekürzt. „Wer von Lehrkräften erwartet, komplexe digitale Kom petenzen fachlich fundiert und didaktisch re fl ektiert zu vermitteln, muss die entsprechenden Ausbil dungsstrukturen stärken, statt sie zu kürzen“, so Lin-Klitzing. Zweitens: Der Bericht weist darauf hin, dass Medienbildung

Pressemitteilung vom 6. Mai

8 PROFIL // 6/2026 überwiegen die systemischen Gren zen. Empirische Befunde unterstrei chen die Problemlage: Laut ICILS Studie 2023 verfügen rund 40 Pro zent der Achtklässlerinnen und De fi zite beim Kinder- und Jugend schutz sichtbar und stellt fest, dass die Wirksamkeit von Präventions maßnahmen gegen problemati sches Internetverhalten bislang unzureichend erforscht ist und eine theoriegeleitete Weiterentwicklung erforderlich ist. Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands: „In Deutschland ist derzeit nicht gewährleistet, dass Kinder und Jugendliche gut auf die digitale Welt vorbereitet werden.“ Im schulischen Bereich zeigt sich: Trotz des Engagements vieler Lehr kräfte für Medienbildung und klug digital unterstützten Unterricht

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