Profil 6/2026

PROFIL // Nachrichten

zende Maik Wagner am 28. April 2026. „Für einen wirksamen Arbeits schutz sind deshalb Prävention, die Einhaltung der Sicherheitsvorschrif ten, Kommunikation, eine funktio nierende Fehlerkultur und gute Arbeitsbedingungen unabdingbare Voraussetzungen. Der Arbeitgeber ist in der P fl icht, dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten gefahrenfrei arbeiten können.“ Hintergrund: Initiiert von der Inter nationalen Arbeitsorganisation (IAO), steht der Aktionstag zum einen für ein Gedenken an diejeni gen, die bei der Arbeit getötet, ver letzt wurden oder erkrankt sind. Zum anderen soll er aber auch die Scha ff ung sicherer, gesunder und menschenwürdiger Arbeitsplätze unterstützen. 

Tag des Arbeitsschutzes:

Fünf Faktoren für Sicherheit am Arbeitsplatz In Deutschland wurde in Sachen Arbeitsschutz einiges erreicht. Aber da gehe noch mehr, sagt dbb-Vize Maik Wagner.

S eit dem Jahr 2003 steht der 28. April für den Welttag für Sicherheit und Gesundheit am

810 000 Fällen ein historischer Tiefststand erreicht – und auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle lag mit 440 deutlich niedriger als im Vorjahr (499). „Trotzdem ist das Ziel ‚Vision Zero‘, also eine Welt ohne Arbeitsunfälle, noch in weiter Ferne“, erklärte der stellvertretende dbb-Bundesvorsit

Arbeitsplatz. Schätzungen zufolge verlieren etwa 6 000 Menschen welt weit täglich ihr Leben, während sie arbeiten. Deutschland hat bezüglich des Arbeitsschutzes viel erreicht: Bei den meldep fl ichtigen Arbeitsunfäl len im Jahr 2024 wurde mit rund

Kinder- und Jugendhilfe: Reform steigert Belastung für die Beschäftigten Die geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe verfolgt grundsätzlich die richtigen Ziele. Doch die Arbeitsbelastung in Jugendämtern und Einrichtungen werde erheblich steigen, kritisiert dbb-Vize Andreas Hemsing.

44 PROFIL / DBB-Seiten // 6/2026 Positiv dagegen sei die stärkere inklusive Ausrichtung des Entwurfs. Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe mit Überführung in ein gemeinsames Regelwerk kon sequent in den Fokus zu rücken, sei wichtig. „Technische und sachliche Unterstützungen, Leistungen aus einer N eue Prüf-, Koordinations- und Dokumentationsp fl ich ten sowie komplexere Hilfe- und Leistungsplanver fahren sind mit den vorhandenen Ressourcen nicht zu bewältigen“, warnte der Zweite Vorsitzende des dbb anlässlich der Verbändeanhörung zum Reformgesetz am 27. April 2026 im Bundesfamilienministerium. „Die Kolle ginnen und Kollegen sind heute bereits überlastet. Ohne die grundsätzlichen Voraussetzungen zu verbessern, ohne eine verlässliche Finanzierung und eine verbindli che Personalaufstockung, wird es nicht gehen. Leider droht sich hier ein Trend zu bestätigen: Der Bund erlässt gut gemeinte Gesetze, für die in den Kommunen schlicht kein Personal vorhanden ist. Das ist unredlich.“

Hand, die Orientierung an Teilhaberechten und der Abbau komplizierter Schnittstellen können für Kinder, Jugendliche und ihre Familien echte Verbesserungen bringen.“ Inklusion müsse tragfähig umgesetzt und mit entsprechenden Ressourcen hinterlegt werden. „Proble matisch ist jedoch, dass Infrastruktur- und Regelange bote künftig einen Vorrang erhalten sollen. Damit besteht die Gefahr, dass individuell notwendige Hilfen zurückgedrängt werden – nicht aus fachlichen Gründen, sondern weil Strukturen verfügbar sind oder als steue rungslogisch günstiger gelten.“ Somit könnte der indivi duelle Rechtsanspruch faktisch geschwächt werden. „Passgenaue Hilfen dürften nicht durch standardisierte Angebote ersetzt werden, wenn diese den konkreten Bedarf eines Kindes oder Jugendlichen nicht gleicherma ßen abdecken. Deshalb fordern wir, den Vorrang von Infrastrukturangeboten klarer zu begrenzen und das Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten rechtssicher zu stärken.“ 

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