Profil 6/2026

PROFIL // Nachrichten

Beru fl iche Bildung:

Überlastung an den Schulen nicht normalisieren Realschulen und berufliche Schulen bilden die Fachkräfte von morgen aus. Gleichzeitig fehlt es genau dort an ausreichend Fachkräften.

L ehrkräfte arbeiten in einem genug Personal, Zeit und Entlastung zu sorgen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen“, machte dbb-Chef Volker Geyer am 8. Mai 2026 auf dem 26. Bundesrealschultag des Verban des Deutscher Realschullehrer (VDR) deutlich. Wer Qualität wolle, dürfe Überlastung nicht zum Dauer zustand machen und die Kollegin nen und Kollegen nicht weiter an die Grenze bringen, denn mit Überlas tung sinke die Bildungsqualität. „Klar ist: Wir brauchen mehr Personal. Der Lehrkräftemangel ist aber längst nicht mehr nur ein Problem der Per sonalplanung“, gab Geyer zu beden ken. „Deshalb sind bessere Arbeits bedingungen notwendig, um echte Entlastung zu scha ff en. Die Politik muss begreifen, dass gute Bildung nicht zum Nulltarif zu haben ist.“ Geyer kritisierte die zunehmenden Attacken gegen das Berufsbeamten tum: „Die Lehrkräfte an unseren Schulen stehen unter Druck. Wer in einer solchen Lage den Beamtensta tus für Lehrkräfte infrage stellt, sen det ein fatales Signal an die Kollegin nen und Kollegen.“ Für den dbb sei deshalb klar: „Der Beamtenstatus für Lehrkräfte ist ein unverzicht barer Pfeiler eines verlässlichen Schulsystems. Schulen sind ein System, das ihnen immer neue Aufgaben au fl ädt, ohne für

streikfreier Raum, das sichert Ver lässlichkeit. Überdies bedeutet der Beamtenstatus Verfassungstreue. Er ist damit ein Bollwerk gegen Extremismus.“

weiter: „Unsere Kolleginnen und Kollegen an den Schulen halten den Unterricht mit großem Engagement und hoher Motivation am Laufen, oft unter Bedingungen, die ihrem Einsatz nicht gerecht werden. Das darf nicht zur Normalität werden. Beru fl iche Schulen und Realschulen dürfen nicht davon leben, dass die Kolleginnen und Kollegen dauerhaft über ihre Grenzen gehen.“ Die beiden dbb-Vorsitzenden hoben den Stellenwert von Realschulen und beru fl ichen Schulen für die Fachkräftesicherung hervor. Geyer: „Es geht nicht darum, Bildungswege gleichzumachen. Es geht darum, sie gleich ernst zu nehmen.“ Schließlich werden akademisch ausgebildete Fachkräfte und beru fl ich quali fi zier te Fachkräfte gleichermaßen gebraucht. „Wer es mit Fachkräfte sicherung ernst meint, muss des halb auch die Schulen stärken, die Orientierung geben, Praxisbezug sichern und verlässliche Anschlüsse ermögli chen“, betonte Hemsing. 

Arbeitsbedingungen verbessern

Andreas Hemsing, Zweiter Vorsit zender und Fachvorstand Tarifpoli tik des dbb, ergänzte auf dem Berufsbildungskongress des Bun desverbands der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB): „Eine gute Ausstattung von Schulen ist wichtig, Ausstattung allein macht aber noch keine gute Bildung. Entscheidend sind die Kolleginnen und Kollegen, die daraus guten Unterricht machen.“ Wer sie für die Schule gewinnen und dort halten will, müsse gute Bedingungen bieten: faire Bezahlung, verlässliche Per spektiven, Zeit für Qua li fi zierung und gute Arbeits bedingungen. Hemsing

42 PROFIL / DBB-Seiten // 6/2026 Foto: © Unsplash.com/Giulia Squillace

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