Profil 6/2026

PROFIL // aus den Ländern

PhV Bayern:

Auf dem Weg zu einer modernen Prüfungskultur bpv fordert mehr Freiraum am Gymnasium Um die Prüfungskultur an den bayerischen Schulen weiterzuentwickeln, hat Kultusministerin Anna Stolz einen Dialogprozess angestoßen, dessen Ergebnisse zeitnah erwartet werden. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Lernbedingungen und neuer Prüfungsformen plädiert der Bayerische Philologenverband (bpv) nachdrücklich für mehr Freiraum bei den klassischen großen Leistungsnachweisen. Eine aktuelle Umfrage unter über 3.300 Mitgliedern untermauert diese Forderung mit einer deutlichen Mehrheit.

Die Umfrageergeb nisse unterstreichen

den werden müssen, erfüllt Schule ihren Auftrag zur Erziehung und Bil dung gleichermaßen.“

und Experten vor Ort sollte sehr ernst genommen werden. Eine Lösung könnte mehr Freiraum bei der Zahl der großen Leistungsnach weise sein.“ Mehr Vertiefung und neue Prüfungsformate brauchen Freiraum Eine klare Mehrheit der befragten Lehrkräfte ist zudem davon über zeugt, dass eine Reduktion der gro ßen Leistungsnachweise keine negativen Auswirkungen auf das Leistungsniveau hat. Schwägerl resümiert abschließend: „Der Leis tungswille ist da, der Druck biswei len zu hoch. Für den bpv folgt daraus: Weniger Schulaufgaben und in der gewonnenen Zeit mehr Raum für Vertiefung, unbenotetes Feedback, Förderung und die Erpro bung neuer Prüfungsformen. Am besten wird dies fachspezi fi sch ent wickelt, damit ein solcher Schritt ohne Qualitätsverlust gelingt. Dies wäre eine wegweisende Maßnahme hin zu einer Prüfungskultur, die Schülerinnen und Schüler ebenso wie den Bildungsauftrag in den Blick nimmt, im Ergebnis ein weite rer Schritt zu einem modernen Gymnasium!“ 

38 PROFIL // 6/2026 schen zugewandtes Leistungsideal leben und weiterentwickeln. Dabei geht es gerade nicht um reine De fi zitorientierung oder sinnlosen Leis tungsdruck, sondern um individuel le Förderung, Motivation sowie die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Freude am Tun. Wenn ich in jungen Jahren erfahre, dass sich Anstrengungen lohnen und auch Durststrecken manchmal überwun das „Fördern und Fordern“-Prinzip. Die überwiegende Mehrheit der befragten Lehrkräf te stimmt folgenden Aussagen zu oder eher zu:  Schülerinnen und Schüler sind gewillt, Leistung zu zeigen. (75 Prozent)  Schülerinnen und Schüler wollen gefordert werden. (77 Prozent) bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl ordnet diese Ergebnisse wie folgt ein: „Die hohen Quoten zeigen, dass junge Menschen etwas leisten wol len und können. Das bestätigt Schu len, die ein positives, dem Men Pressemitteilung vom 22. Mai

Belastung durch hohen Prüfungsdruck

Gleichzeitig nehmen drei Viertel der befragten Lehrkräfte eine Belas tung der Lernenden durch die hohe Dichte an schriftlichen Leistungs nachweisen wahr oder sogar deut

lich wahr. Schwä gerl betont dazu: „Gerade die zunehmende Ankündigung von Leistungsnachwei sen führt dazu, dass diese zwar nicht mehr über raschend kom men, dass aber am Ende mehr Termine im Prü

Foto: Gawrisch

Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv

fungskalender stehen. Während ein gewisser Anspruch auf dem Weg zum höchsten schulischen Bil dungsabschluss essenziell ist, so darf der Druck natürlich nicht über handnehmen oder gar zum ‚Leis tungshemmer‘ werden. Die deutli che Zustimmung zu diesem Aspekt der Umfrage durch die Expertinnen

Made with FlippingBook flipbook maker