Profil 6/2026
PROFIL // Begegnungen
Fachliche Qualität als Garant eines erfolgreichen Gymnasiums
Schimke, und ihrem Vorstand. An Themen für die zukünftigen Kontakte fehlt es nicht, man denke an den umfangreichen Generationswechsel in der Lehrer schaft, an die Professionalisierung der Seiten- und Quereinsteiger oder an das Problem der zuneh menden Abscha ff ung der Alters ermäßigung. Eine Verabschiedung stand in Erfurt leider auch an. Aus dem Thüringer Philologenverband war und ist sie nicht wegzudenken: Ines Musch verlässt den Bundes vorstand, weil sich ihre Dienstzeit in der Schule einem Ende nähert. So war es denn die Bundesvorsit zende Susanne Lin-Klitzing, die in Erfurt die großen Verdienste der Kollegin würdigte, insbesondere ihre Arbeit im Bildungspolitischen Ausschuss des DPhV und dann im Landes- und im Bundesvorstand. Ines Musch habe den Verband jahrzehntelang geprägt, „durch Sachverstand und durch tiefe Loyalität“. Zu ihrer O ff enheit und Verlässlichkeit gesellten sich ihre „klare, deutliche und humorvolle Art“. Nicht nur die Bundesvorsit zende konnte resümieren: „Wer mit Dir gearbeitet hat, weiß: Auf Ines ist Verlass.“ Dabei spiegelt sich in ihrer Bio- graphie die jüngste deutsche Geschichte: 1985, noch in der DDR also, trat Ines Musch in den Schuldienst ein, als Lehrerin an der Polytechnischen Oberschule mit den Fächern Deutsch und Englisch und dann, nach der deutschen Wiedervereinigung 1990, am Gymnasium, nämlich der Goetheschule in Ilmenau. Für ihr Verbandsengagement erhielt die Kollegin die Ehrennadel des Thüringer Philologenverban des.
DPhV traf sich zum „Runden Tisch“ mit den Fachverbänden in Erfurt
von Friedrich Pohl und Walter Tetzloff D er intensive Austausch mit den Fachverbänden ist ein unentbehrlicher Bestandteil der Verbandsarbeit im DPhV. Denn die fachliche Qualität des Unter richts ist eine entscheidende Vo raussetzung für gymnasiale Bil dungsarbeit und deren wichtige Säulen vertiefte Allgemeinbildung und Studierfähigkeit . Deshalb ver steht es sich fast von selbst, dass der Bundesvorstand regelmäßig das Gespräch mit den Spitzen der Fachverbände sucht. Eine konkrete Leitfrage stand dies mal in Erfurt im Zentrum des fun dierten Meinungsaustauschs: „Wie bewerten Sie den aktuel len Stand der Demokratiebil dung in der Lehrkräftebildung – welche Desiderate sehen Sie, die wir ausgehend von diesem Runden Tisch `bearbeiten´ können und sollten? Was bewerten Sie positiv, was wir auch als solches herausstellen sollten?“ Nach der Begrüßung, der inhalt lichen Schwerpunktsetzung und Anmoderation durch die DPhV-Bun desvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing zeichnete sich frühzeitig ein Konsens ab, der sich so zusam menfassen lässt:
Demokratiebildung braucht mehr als Appelle zu „Haltung“. Sie braucht Fachlichkeit, wissen schaftliche Orientierung und die verbindliche Verankerung des Grundgesetzes in der ersten Phase der Lehrkräftebildung. Der re fl ektierte Umgang mit Fak ten, Quellen, Kontroversität und wissenschaftlichen Verfahren stärkt demokratische Resilienz – in allen Fächern. Eine (weitere) Kürzung der zwei ten Phase der Lehrerausbildung ist unbedingt zu vermeiden. Viel mehr ist diese Phase zu stärken, wobei den aktuellen De fi ziten Rechnung zu tragen ist. Susanne Lin-Klitzing betonte, dass der DPhV das Gutachten der Stän digen Wissenschaftlichen Kommis sion begrüße und dessen Forde rung nach gut ausgebildeten Lehr kräften ebenso unterstreiche wie die Forderung nach geeigneten Fortbildungen. Die DPhV-Vorsitzende erneuerte ihre Forderung nach einer verfas sungsgebundenen Grundbildung schon in der ersten Phase der Lehrerbildung. Im Einzelnen setzten die anwesen den Vertreter der Fachorganisatio nen die folgenden Schwerpunkte:
21
PROFIL // 6/2026
Made with FlippingBook flipbook maker