Profil 6/2026

PROFIL // Begegnungen

Foto: Akhtar

Maximilian Schmieding:

In der Lehrkräfte- ausbildung gibt es

Verbesserungsbedarf

Interview mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen Philologen im Deutschen Philologenverband

de Hängepartie, die hochquali fi zier te Fachkräfte abschreckt und das System nachhaltig schwächt. Für mich folgt daraus klar die Forde rung: Es braucht eine landesweite mobile Reserve, wodurch jede Schu le zusätzliche Stundenkontingente erhält, um kurzfristige Unterrichts ausfälle auszugleichen. Diese mobile Reserve bietet jungen Kolleginnen und Kollegen die Mög lichkeit, Erfahrungen zu sammeln und Unterrichtspraxis zu erlangen und das mit der verbindlichen Zu- sage einer Planstelle an einer SII Schule. Dies scha ff t Klarheit – sowohl für die betro ff enen Kolleginnen und Kollegen als auch für die Schulen. Unser Ziel als Junge Philologen ist es, dass die Kolleginnen und Kolle gen wie auch die Schulen Planungs sicherheit erhalten und das Bil dungsangebot den hohen Ansprü chen der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Erziehungsberechtigten durch exzellenten Unterricht gerecht wird. Dies gelingt nur mit motivierten und verlässlichen Lehrerinnen und Lehrern.

Wie beurteilen Sie die Praxis der Lehrerausbildung im Verhältnis zum Lehrkräftebedarf? Als stellvertretender Vorsitzender der Jungen Philologen in Nordrhein Westfalen sehe ich ein eklatantes Missverhältnis zwischen der aktuel len Zahl der Lehramtsabsolventen, ihren Fächern und dem realen Be- darf an quali fi zierten Lehrkräften in Nordrhein-Westfalen – besonders deutlich an Gymnasien und Gesamt schulen. Landesweit sind derzeit rund 8.800 Stellen unbesetzt, und eine voraus schauende, bedarfsgerechte Pla nung fehlt nach wie vor. Insbeson dere in MINT-Fächern kla ff en massive Lücken, während viele hervorragend ausgebildete Kollegin nen und Kollegen mit anderen Fächern keine Planstelle an Schulen mit Sekundarstufe II fi nden. Statt dessen verharren sie jahrelang als Vertretungslehrkräfte in Kettenver trägen auch an Schulformen, für die sie eigentlich nicht ausgebildet sind. Aus meiner Sicht eine demotivieren 1.

Welche Verbesserungs- vorschläge haben Sie für die zweite Ausbildungsphase (Referendariat)? Das Referendariat in Nordrhein Westfalen ist aus unserer Sicht der zeit eine extrem verdichtete und sehr anstrengende Phase. Viele angehende Lehrkräfte arbeiten am Limit – nicht, weil sie dem Beruf nicht gewachsen wären, sondern weil die strukturellen Rahmenbedingungen den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. So hat sich die Unterrichtspraxis in den letz ten Jahren erheblich verändert: Neben der Verbindung von analogen und digitalen Unterrichtsformen müssen Lehrkräfte mit einer deutlich gewachsenen Heterogenität in der Schülerschaft umgehen und sich zugleich mit neuen Entwicklungen wie dem Einsatz künstlicher Intel ligenz auseinandersetzen. Die Anforderungen sind in den letz ten Jahren kontinuierlich gestiegen, die zur Verfügung stehende Zeit jedoch nicht. Diese Schie fl age 2.

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