Profil 4/2026
PROFIL // Rezension & Verlosung
Foto: MSB
Gleichheit ist noch keine Gerechtigkeit Mathias Brodkorb und Klaus Zierer gegen die „Tyrannei der Gleichheit“
40 PROFIL // 4/2026 Und dieses Anliegen ist die gefor derte saubere Trennung von Gleich heit und Gerechtigkeit. Es ist eben nicht gewährleistet, dass die glei chen Bedingungen in der Schule Eine Buchrezension von Walter Tetzlo ff D ieses Buch provoziert, aber es fasziniert auch. Wir alle kennen die politischen For derungen nach gleichen Chancen, gleichen Gegebenheiten in den Bil dungseinrichtungen und nach Gleichheit im gesellschaftlichen Umfeld. Gleichheit als Endziel aller politischen Bemühungen. Gebets mühlenartig wird sie postuliert, und nicht selten wird das Grundgesetz als Legitimation dieser Forderun gen herangezogen. Schluss damit! Das fordern jetzt zwei namhafte Persönlichkeiten aus der deutschen Bildungslandschaft, nämlich Mathias Brodkorb (Schwe rin) und Klaus Zierer (Augsburg). Während der Erstgenannte reich lich Erfahrungen mit der politischen Legislative und Exekutive, in diesem Fall in Mecklenburg-Vorpommern, sammelte und nun aber die publi zistische Arbeit vorzieht, ist Profes sor Klaus Zierer ein international renommierter Wissenschaftler, der die Erziehungswissenschaftler mit seinen Verö ff entlichungen berei chert hat. Beide Autoren sind streit bar und diskussionsfreudig, und beide verstehen es, ihr Anliegen fundiert und gleichzeitig verständ lich zu vermitteln.
oder eine einheitliche Schulstruktur den einzel nen Schülerinnen und Schülern auch gleichzei tig gerechtere Bildungs- und Entfaltungsmöglich keiten gewährleisten.
Dies ist – unterlegt mit zahlreichen einleuchtenden Beispielen – das Hauptthema des handlichen Buches, in dem unterschiedliche Neigungen und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen auch unterschiedliche Förderung verlan gen. Gleiches gilt für die Voraus- setzungen in den Elternhäusern, womit nicht allein migrations bedingte Sprachbarrieren gemeint sind. Beide Autoren plädieren überdies für eine entschiedene Rückkehr zum Leistungsbegri ff . Leistung einzufordern, sei nicht allein eine gesellschaftliche Notwendigkeit im Sinne einer funktionierenden Volks
wirtschaft, Leistung einzufordern, sei auch ein pädagogisch-ethisches Postulat, geboren aus der Überzeu gung, dass jeder junge Mensch diese auf einem bestimmten Feld erbringen kann, aber deswegen keinesfalls jeder denselben schu lischen Bildungsgang durchlaufen oder denselben Abschluss erwer ben müsse. Nicht alle Erkenntnisse Brodkorbs und Zierers sind neu, aber alle Beispiele und alle folgerichtigen Forderungen sind lesenswert und diskussionswürdig. Eine durchweg empfehlenswerte Lektüre!
Das Buch von Mathias Brodkorb und Klaus Zierer „Tyrannei der Gleichheit« ist 2026 in Berlin im MSB Verlag erschienen. PROFIL verlost drei Exemplare. Zum Gewinnformular gelangen Sie über den QR-Code oder unter www.dphv.de/verlosung. Bitte tragen Sie Ihre Daten und das Stichwort »Gleichheit« ein! Teilnahmeschluss ist der 11. Mai 2026. Viel Glück! Infos
Made with FlippingBook Ebook Creator