Profil 4/2026

PROFIL // Begegnungen

sind fast alle westdeutschen Länder zu G 9 zurückgekehrt. Ein Erfolgsmodell? STOLZ: Das neunjährige Gymna sium hat sich in Bayern bewährt. Mehr Zeit zum Lernen bedeutet auch mehr Zeit für Vertiefung, Persönlichkeitsentwicklung und außerschulisches Engagement. Bildung ist kein Abarbeiten von Sto ff . Gute Bildung steht nicht im Schulbuch, sondern im Miteinan der. Hier sollen junge Menschen Zeit haben und begleitet werden, ihre Talente zu entdecken, Ver- antwortung zu übernehmen und sich als Persönlichkeit zu entwickeln. Genau das ermöglicht das G9 – anspruchsvolle Bildung, ohne unnö tigen Zeitdruck. Dann am Ende geht es für mich hier das Entscheidende: um junge Menschen. Um Zukunft. Deshalb sehen wir in Bayern auch sehr positive Rückmeldungen aus der Schulfamilie. Frau Ministerin, wir danken Ihnen für Ihre richtungweisenden Antworten. 

machen – durch Motivation, Ori entierung und Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Leben wir unserem Nachwuchs vor, wie man mit Höhen und Tiefen des Lebens konstruktiv umgeht! Ein sicheres Dienstverhält nis für Lehrkräfte ist eines der wichtigsten berufspolitischen Ziele unseres Verbandes. Die Wahrnehmung von hoheitlichen Aufgaben und die damit verbun dene Vergabe von Lebenschan cen durch schulische Abschlüsse sind für den DPhV entscheidende Argumente, die für den Beamten status sprechen. Dürfen wir in dieser Frage weiter auf Sie zäh len? STOLZ: Als bayerische Kultusminis terin stehe ich felsenfest zur Ver beamtung unserer Lehrkräfte. Sie ist ein zentraler Baustein für Qualität, Stabilität und Attraktivität des Berufs. Gleichzeitig ist sie Aus druck staatlicher Verantwortung für eine fl ächendeckende Unterrichts versorgung – in Stadt und Land glei chermaßen. Lehrkräfte tragen eine enorme Ver antwortung. Sie sind Wegbegleiter, 4.

Mutmacher und Kompass in ent scheidenden Lebensjahren. Sie prägen Bildungswege und erö ff nen Zukunftschancen. Genau deshalb braucht dieser Beruf auch beson ders verlässliche Rahmenbedingun gen. In Bayern können sich Lehrkräfte auf stabile Verhältnisse verlassen. Das trägt wesentlich dazu bei, dass wir im bundesweiten Vergleich sehr gut dastehen – mit hervor ragend ausgebildeten Lehrkräf- ten, die jeden Tag großartige Ar- beit leisten. Gleichzeitig gilt im föderalen Bil dungssystem: Die Ausgestaltung der Beschäftigungsverhältnisse liegt in der Verantwortung der Länder. Mein Ziel als Präsidentin der Bil dungsministerkonferenz ist es, die Professionalität der Lehrkräfte zu stärken, sie zu entlasten und ihnen die Wertschätzung zu geben, die sie für ihre anspruchsvolle Arbeit ver dienen. chen Ein fl uss auf die Wiederein führung der neunjährigen Gym nasialzeit in Bayern. Inzwischen 5. Ihre Partei, die Freien Wäh ler, hatte einen maßgebli-

Die Fragen stellte Walter Tetzlo ff

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