Profil 4/2026
PROFIL // Aktuell
ner Meinung nach dazu bei, später selbst angstfreie und wachstumsori entierte Lernräume für Schülerin nen und Schüler zu gestalten. Wenn Lehrende sich stets auch als Lernende begreifen und eine posi tive Fehlerkultur vorleben, prägt das unsere Schülerinnen und Schüler nachhaltig. Die Gesellschaft ver ändert sich rasend schnell und auch wir müssen lernen, uns schnel ler an Veränderungen anzupassen. Ob Schülerinnen und Schüler es wollen oder nicht: Sie werden durch ihre Lehrkräfte geprägt. Damit tra gen wir eine große Verantwortung für den Schutz unserer Demokratie und unseres Planeten, für die Ent wicklung unserer Gesellschaft, für die Stärke unserer Wirtschaft und für die Empathie in unserem Land. möglichkeiten zwischen der 1. Phase der Lehrkräfteausbil dung (wissenschaftliches Studi um) und dem Referendariat? Der Vernetzung zwischen den Pha sen der Lehrerausbildung messe ich eine sehr hohe Bedeutung bei. Lehr kräfte in Ausbildung berichten häu fi g, dass zwischen den Lehrinhalten 3. Wo sehen Sie die Verknüp fung bzw. Verknüpfungs-
des Studiums und den später zu vermittelnden Unterrichtsinhalten deutliche Unterschiede bestehen. Wenn ich aus den Erfahrungen der berufsbildenden Schule berichten darf: Wir haben gemeinsam mit Ver treterinnen und Vertretern der Uni versitäten einen Arbeitskreis gegründet, der sich vierteljährlich phasenübergreifend mit gemein samen Themen beschäftigt. Außer dem gibt es fachrichtungsbezogene Vernetzungstre ff en zwischen Uni versität und Ausbildungspraxis. Hier tauschen wir uns über aktuelle Entwicklungen aus, stellen uns gegenseitig unsere Konzepte vor und betreiben aktives Schnittstellen management. Dazu gehört auch die Etablierung unseres Schnupper tages, bei dem wir Studierenden einmal im Jahr die Möglichkeit geben, ihre zukünftigen Ausbilder kennenzulernen, an echten Semi naren teilzunehmen und Antworten auf alle Fragen rund um die „Black Box Referendariat“ zu bekommen. Ich emp fi nde es als unerlässlich, dass wir die Symbiose zwischen Wis senschaft auf der einen Seite und Bildungspraxis in der Schule auf der anderen Seite stärker in den Blick nehmen. Wenn wir Lehrkräfte in
Ausbildung diesen Spagat allein bewältigen lassen, entsteht eine unnötige Spannung, die der Lehrer gesundheit nicht zuträglich ist. Leider werden die Vernetzungsmög lichkeiten aktuell von limitierenden Faktoren bestimmt. Aktuelle struk turelle Rahmenbedingungen erschweren teilweise die Zusam menarbeit. Dies könnte aus meiner Sicht dazu führen, dass im Bereich der Lehrerausbildung Innovations kraft verloren geht. Lehrerbildner brauchen bessere Strukturen und ausreichende Ressourcen, um die Bildung im Land weiter voranzubrin gen. bezeichnete in ihrer Rede anläss lich der Preisverleihung in Dres den die zweite Phase (Referenda riat) als das „Herz der Ausbil dung“. Schließen Sie sich dieser Bewertung an? Das unterstreiche ich absolut. Erst wenn ich regelmäßig unterrichte, dabei angeleitet werde, Fehler machen darf und unterstützende Menschen an meiner Seite habe, kann ich wirklich in die Lehrer rolle hineinwachsen. 4. Die Vorsitzende des Deut schen Philologenverbands
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