Gymnasium Baden-Württemberg 7-8/2025

Editorial

Frühlingsfest des PhV BW

tung, Zeit und personelle Unterstützung. Medien kompetenz entsteht nicht durch Einschränkungen, sondern durch Anleitung und Bildung, systematisch, reflektiert und praxisnah.

Fotos [alle]: Cord Santelmann

3. Berufsorientierung: Nicht »mehr«, sondern »besser«!

In den letzten Jahren wurden die Anforderungen für die Berufsorientierung am Gymnasium immer umfangreicher, von Betriebsbesichtigungen und Praktika bis hin zu einem eigenen Schulfach. Doch aktuelle Studien zeigen eine paradoxe Entwicklung: Trotz aller Maßnahmen wissen immer mehr Jugend liche nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollen. Was läuft hier schief? Bevor neue Maßnahmen eingeführt und der Um fang weiter erhöht werden, fordern wir als Philolo genverband Baden-Württemberg eine gründliche Evaluation der bisherigen Programme. Nicht immer gilt: „Viel hilft viel!“ Es geht nicht um noch mehr Projekte, sondern um die Wirksamkeit der Konzep te. Und auch die Ressourcen-Frage muss wieder ge stellt werden. Kolleginnen und Kollegen stemmen bereits heute eine Vielzahl zusätzlicher Aufgaben, oft ohne ausreichende Zeit und Unterstützung. Be rufsorientierung kann nur dann gelingen, wenn sie realistisch und adressatengerecht umgesetzt werden kann – mit Blick auf die eigentlichen Zielsetzungen des Gymnasiums: Studienvorbereitung und Studier fähigkeit. Mit diesen drei Themen blicken wir nach den Anstrengungen des Abiturs auf die Sommerferien. Neben anderen Baustellen stehen diese Fragen exemplarisch für eine Bildungs- und Schulpolitik, die leider zu oft an den tatsächlichen Gegebenhei ten vorbeigeht. Wieder einmal bieten wir den Ver antwortlichen an, mit uns zu sprechen, bevor neue Regelungen festgelegt werden. Und Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, wünschen wir in den Ferien eine erholsame Zeit, damit Sie im nächsten Schuljahr wieder gestärkt an den Start gehen können. Ihr Philologenverband Baden-Württemberg steht Ihnen als verlässlicher Partner zur Seite, mit klaren Forderungen, mit ju ristischer Unterstützung und mit dem entschiede nen Willen, die Bedingungen an unseren Schulen zu verbessern. Herzlichen Dank für Ihr tägliches Engagement – für Ihre Schüler, Ihre Fächer und für unser Gym nasium.

>> Ministerin Theresa Schopper umrahmt von Mitgliedern des Philologen- verbands Baden-Württemberg

Frühlingsfest des PhV BW N ach der gelungenen Premiere im letzten Jahr fand am 20. Mai 2025 bereits in guter Tradition, wie Kultusministerin Theresa Schopper bei ihrer kurzen Ansprache anmerkte, das zweite Frühlingsfest des Philologenverbands Baden-Würt temberg im Restaurant Plenum in Stuttgart statt. Die Landes vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg, Martina Scherer, begrüßte alle anwesenden Gäste aus ver schiedenen Bereichen persönlich. Der Erfolg dieser Veranstal tung liege darin, dass so viele der Einladung gefolgt seien. Bil dung sei die wichtigste Ressource unseres Landes. Wer an der Bildung spare, spare an der Zukunft. Martina Scherer verwies erneut auf die Postkartenaktion der diesjährigen didacta. Die Postkarten wurden der Kultusminis terin bereits übergeben. Scherer fasste die Forderungen des Philologenverbands wie folgt zusammen: Kleinere Klassen, damit differenzierte Förderung endlich nicht nur auf dem Papier steht und mehr Zeit für die indivi duellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler bleibt. Die Vielfalt der Schularten, damit jedes Kind den Weg finden kann, der zu ihm passt – und dabei Exzellenz ebenso möglich ist wie individuelle Entwicklung. Einstellungspolitik mit Voraussicht, damit uns im Jahr 2032 nicht die Lehrkräfte fehlen, die wir heute hätten ausbilden und gewinnen müssen. Passende Teilzeitmodelle, die die Rückkehr ins System attraktiv machen (Betreuungsangebote müssen geschaffen werden), damit Familienfreundlichkeit nicht mit Überlas tung endet – und damit wir auch im Alter mit Würde und Gesundheit in den Ruhestand treten können. Eine ehrliche Debatte über Lehrerarbeitszeit und deren Er fassung, denn Wertschätzung beginnt bei der Anerkennung der geleisteten Arbeit. Der Philologenverband Baden-Württemberg fordert einen zukunftsorientierten, verantwortungsvollen Umgang mit → → → → → →

Herzliche Grüße Ihre

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Gymnasium Baden-Württemberg 7-8|2025

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