Das Gymnasium in Rheinland-Pfalz 2025-1A

Personalratswahlen 2025

Der Hauptpersonalrat von Cornelia Schwartz und Jochen Ring

Für die Erstellung quali tativ hochwertiger Abi turaufgaben ist eine frühzeitige Information über die Rahmenbedin gungen unabdingbar – hier sind wir mit der Gym nasialabteilung wieder holt in die Auseinander setzung gegangen, um künftig einen besseren Informationsfluss zu ge währleisten.

U nsere Arbeit als Hauptpersonalrat fußt auf dem Landespersonal vertretungsgesetz (LPersVG). Es stellt die Grundlage dafür dar, dass wir uns auf der Ebene des Ministeriums für die Belange der Kol leginnen und Kollegen an den Schulen vor Ort einsetzen können. Arbeitsfelder und Erfolge Die bildungspolitischen Zielsetzungen im Koalitionsvertrag von 2021 und die geringe Bereitschaft, an den entscheidenden Stellen im Bildungshaushalt Geld in die Hand zu nehmen, führen immer wieder zu Konflikten. Als Philologenverband arbeiten wir beharr lich und immer wieder erfolgreich an Baustellen wie diesen: Ein begabungsgerechtes Schulsystem mit einem anspruchsvollen und leistungsstarken Gymnasium Die »Schule der Zukunft« umfasst viele verschiedene Vorstel lungen, manche davon aus der Mitte des letzten Jahrhunderts: Es sind Experimente, die die umfassende Bildungsstudie von John Hattie längst schon als zum Scheitern verurteilt entlarvt hat – zumindest dann, wenn man sich vom Gedanken der Leistungsfähigkeit nicht verabschieden will. Lernlandschaften und offenes Arbeiten ergänzen zwar das Repertoire im Unter richt, eine alleinige Fokussierung auf Lernlandschaften und die mehr oder weniger flächendeckende Auflösung von Klas senzimmern wird allerdings entweder in einer verstärkten Übertragung von Verantwortung für das Gelingen von Lern prozessen auf das Elternhaus resultieren, oder aber man muss deutliche Abstriche bei der Qualität in Kauf nehmen. Als Philo logenverband stehen wir für Qualität und wirkliche Bildungs gerechtigkeit: Erfolg darf nicht vom Elternhaus abhängen – Lehrer und Schüler müssen (durch entsprechende Rahmenbe dingungen) in die Lage versetzt werden, gemeinsam Verant wortung für den Lernerfolg zu übernehmen. Wir setzen uns ein für Lehrpläne , die nicht rein kompetenz-, sondern auch inhaltsorientiert sind: Kompetenzen werden nicht im luftleeren Raum erlernt. Der »Nawi-Unterricht« , in dem Lerninhalte aus allen drei Naturwissenschaften von einer einzigen Lehrkraft (teilweise fachfremd) vermittelt werden sollen, blieb auf die Klassen stufen 5 und 6 beschränkt . Die Ausdehnung des »Nawi-Un terrichts« auf höhere Klassen und die dadurch bedrohte Fach lichkeit in Physik, Chemie und Biologie konnte verhindert werden. Die Abschaffung von Geschichte, Erdkunde und Sozialkunde zugunsten von »Gesellschaftslehre« konnte an den Gymnasien in Rheinland-Pfalz ebenfalls verhindert werden. → → → →

Ich wähle den Philologenverband, weil …

… ich die Entwicklung unserer Schulen nicht der Politik allein über- lassen möchte.

Margarete Silter, IGS Neuwied

Davon abgesehen halten wir die derzeitigen Abiturregelungen für äußerst problematisch. Der Spagat zwischen zentralem und dezentralem Teil scheint insbesondere in den Naturwis senschaften nicht gelungen zu sein: Hier sind Themenüber schneidungen vorprogrammiert, und im Zweifel werden ge rade die leistungsstärkeren Prüflinge verunsichert. Insgesamt muss nachgebessert werden. Als Hauptpersonalrat Gymnasien und Kollegs ist uns ein vergleichbares Abitur ein großes Anliegen. Beunruhigende Tendenzen beobachten wir bei einem Vergleich der Abitur- noten in den zentralen Aufgaben zwischen Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen. Über die Details hatten wir be reits im »Blick ins Gymnasium« berichtet. Wir werden zusätz lich noch auf einen direkten Vergleich mit weiteren Schularten wie etwa den beruflichen Gymnasien dringen, auch wenn er aufgrund des anderen Termins (Sommer statt Winter) weniger leicht möglich ist. Wichtig ist uns, dass unsere Abiturientinnen und Abiturienten sowohl fachlich gut aufgestellt sind als auch vergleichbare Auswahlnoten für ihre Leistungen erhalten. Wir sind mit dem Pädagogischen Landesinstitut regelmäßig in gutem Austausch über das Fortbildungsangebot und geben Wünsche und Bedarfe nachdrücklich weiter. In den vergange nen Jahren haben wir den PL-Katalog auch abgelehnt, wenn nicht genügend gymnasialspezifische Fortbildungen im Ange bot waren, was immer zu entsprechenden Nachbesserungen geführt hat. Wir wachen außerdem darüber, dass die Arbeits zeit durch Fortbildungen nicht noch weiter ausgedehnt wird. Die G8-Ganztagsgymnasien begleiten wir zuverlässig. Stand für die örtlichen Personalräte vor Jahren noch die Frage im Vordergrund, wie man der hohen Arbeitsbelastung der Kolle ginnen und Kollegen begegnen kann, macht man sich mittler weile Sorgen, weil die Schülerzahlen trotz des hohen Engage ments der Schulleitungen und Lehrkräfte mancherorts im Sinken begriffen sind. An mehreren Standorten ist eine Um-

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Das Gymnasium in Rheinland-Pfalz · Heft 2025-1A

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