Blickpunkt Schule 1 2026
Silvester: Verletzungen und Randale in der Neujahrsnacht wären vermeidbar Und jährlich grüßt
dbb intern
das Murmeltier: Der Jahreswechsel war (wieder einmal) nicht für alle ein Grund, ausgelas sen zu feiern. Eini
Pressemitteilung vom 1. Januar
ge ließen ihr Leben oder erlitten schwerste Verletzungen – andere mussten Schwerstarbeit leisten, teil weise attackiert und beschimpft von ‘Feiernden’. Alle zuvor geforderten Böllerverbote waren wieder in Schall und Rauch aufgegangen und auch das vielfach angekündigte härtere Durchgreifen gegen diejenigen, die den allgemei nen Ausnahmezustand ausnutzen, um sich und anderen im Schutz der Anonymität Schaden zuzufügen, konnte nicht überall Schäden und Ausschreitungen verhindern. Noch einmal die ‘Höhepunkte’ der Nacht, deutschlandweit: Mindestens zwei Tote und Hunderte Schwerver letzte. Oft half an den Hotspots nur der gebückte Gang, um unbeschadet entkommen zu können, wenn Randa lierende Raketen und Böller in die Menge schossen. Die Feuerwehren mussten wesentlich häufiger aus rücken, der entstandene Sachscha den geht nicht nur erneut weit in die Millionen. »Alles das wäre vermeidbar gewesen«, sagt Volker Weigand, stell vertretender Vorsitzender des dbb Hessen. »Nach einer solchen Bilanz kann man nicht einfach nach wenigen Tagen ritualisierter Aufregung und Be schwichtigung zur Tagesordnung übergehen – und in knapp elf Mona ten die selbe Platte erneut auflegen. Es wird jedes Jahr schlimmer«, sagt Weigand. Hundertschaften von Polizisten scho ben an den Hotspots der Innenstädte Dienst, um an vielen Orten das Schlimmste zu verhindern. Rettungs
Foto: mitifoto|AdobeStock
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kräfte und Feuerwehrleute waren nicht nur extrem gefordert, mancher orts wurden sie sogar bei ihrer Arbeit massiv behindert oder gar angegrif fen. Die Notaufnahmen liefen am An schlag und hinterher mussten die Entsorgungsbetriebe Extraschichten fahren, um den Müll zu beseitigen. »Und das alles, damit ein kleiner Teil der Bevölkerung im Schutz der Anony mität auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt – im Gegenteil«, stellt Weigand fest. Zu selten hat das Fehlverhalten Konsequenzen. Einer seits, weil nicht überall die Polizei prä sent sein kann, andererseits weil eine beweiskräftige Verfolgung von Straf taten, begangen aus der Menge im Partygetümmel, praktisch kaum hin zubekommen ist. »Leidtragende sind nicht nur die Einsatz- und Hilfskräfte. Es sind auch die friedfertigen Mitbür gerinnen und Mitbürger, die zuneh mend das Gefühl bekommen, dass der öffentliche Raum in unseren Städ ten besonders an Silvester zum Angstraum geworden ist, in dem der Staat sie nicht mehr ausreichend schützen kann«, sagt Weigand.
Das ist eine Entwicklung, die nun schon länger dauert und von der Ge sellschaft insgesamt nicht akzeptiert wird. Es ist die vorläufige Zwischen station einer Gewaltspirale, in der bestehende Gesetze einfach nicht mehr beachtet werden – und die Nichtbeachtung zu oft folgenlos bleibt. »Die Politik sollte noch deutlicher ih ren Handlungsauftrag erkennen«, fin det Weigand. Ein erster Schritt könnte die Ankündigung der Bundesregie rung sein, Angriffe auf Einsatzkräfte künftig härter bestrafen zu wollen. Das könnte dazu beitragen, dass we nigstens in den wenigen Einzelfällen, in denen möglicherweise ein beweis kräftiges Ermittlungsverfahren durch geführt werden kann, tatsächlich auch drastische Strafen, auch Frei heitsstrafen, verhängt werden, und zwar zeitnah. Erstens würde sich das herumsprechen und zweitens würden die Ankündigungen des harten Durch greifens dann auch wieder mehr Glaubwürdigkeit erfahren, was aus der Sicht des dbb Hessen absolut not wendig ist.
SCHULE 1|2026
dbb Hessen – Pressemitteilung 1/2026
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