Blickpunkt Schule 1 2026
»Du kannst mehr, als du glaubst« Der Duke of Edinburgh’s Award als Impuls für Persönlichkeitsbildung an Schulen in Hessen
Titelthema
» Erster Durchgang Dukees an der Goetheschule Wetzlar
Ein Programm mit Potenzial für die Schule von heute Wie können Schulen junge Menschen so fördern, dass sie nicht nur fachlich bestehen, sondern auch persönlich wachsen? Diese Frage beschäftigt Lehrkräfte angesichts steigender Anforderungen und zunehmender Orientierungslosigkeit vieler Jugend licher immer stärker. Der Duke of Edinburgh’s International Award (kurz: Duke Award) bietet hier einen Ansatz, der weit über ein Zertifikat hinausgeht. Der Duke Award wurde 1956 von Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, und dem Pädagogen Kurt Hahn ge gründet. Ziel war es, jungen Men schen außerhalb des schulischen Curriculums Gelegenheiten zur Persön lichkeitsbildung, Selbstverantwortung und zum Engagement zu geben. Heute ist das Programm in über 130 Ländern weltweit etabliert und erreicht jährlich mehrere Hunderttausend Teilnehmen de. Damit zählt der Award zu den größ ten und international anerkanntesten Jugendprogrammen zur Förderung von Schlüsselkompetenzen und gesell schaftlicher Verantwortung. An der Goetheschule Wetzlar haben wir das Programm im Frühjahr 2024
lernt’ wird, sondern sie selbst über nehmen die Rolle der Gestaltenden. So entstehen Lernprozesse, die Moti vation, Kreativität und Eigeninitiative freisetzen. Vier Säulen – ein ganzheitlicher Prozess Der Award besteht aus vier Bereichen: Soziales Engagement: Verant wortung für andere übernehmen – sei es durch Nachhilfe, Mitarbeit in Vereinen oder Engagement im Umwelt- und Tierschutz. Talente: Persönliche Interessen vertiefen, ob beim Musizieren, Programmieren oder Kochen – Ausdauer und Neugier entwickeln. Fitness: Regelmäßige Bewegung als Ausgleich – Disziplin, Gesund heit und Teamgeist fördern. Expedition: Mehrtägige, selbst organisierte Reise in die Natur – Teamfähigkeit, Durchhaltever mögen und Achtsamkeit für die Umwelt trainieren. Jede dieser Säulen trägt zum Ziel bei, junge Menschen nicht nur zu qualifi zieren, sondern zu stärken – als Per sönlichkeiten, die sich in einer kom plexen Welt behaupten können. → → → →
von STEFAN LESSER Studienrat für Ethik und Geschichte, Award-Koordinator an der Goetheschule Wetzlar
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eingeführt. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass der Award eine Lücke schließt: Er schafft Erfahrungsräume, die im schulischen Alltag oft fehlen – Räume, in denen Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, Durchhaltevermögen entwickeln und Selbstwirksamkeit erfahren. Bildung als Erfahrung – nicht als Zusatzstoff Das Besondere am Duke Award ist sei ne Haltung : Er vermittelt nicht neue Inhalte, sondern ermöglicht Erfahrun gen. Jugendliche entscheiden selbst, wo sie sich engagieren, welche Talente sie entwickeln oder welche sport lichen Ziele sie verfolgen. Den Rah men gibt das Programm vor – die Ge staltung liegt in der Verantwortung der Teilnehmenden. Für viele Schülerinnen und Schüler ist das eine völlig neue Erfahrung. Nicht die Lehrkraft legt fest, was ‘ge
SCHULE 1|2026
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