Bildung aktuell 1/2025

Leitartikel

Das organisatorische Großprojekt stellt Schulen vor große Herausforderungen

zeitigen Kenntnisstand keine angemessene Kompensa tion vor. Wenn diese wie gewünscht mit KI und über 4 K umgesetzt werden sollen, dann muss dieser Einführung in jedem Fall eine Pilotierung mit anschließender Eva luation vorangehen. Wenn das finale digitale Produkt für das 5. Fach im Zeit raum der Vorabiturklausuren erstellt werden soll, dann dürften sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte einer enormen Zusatzbelastung ausge setzt sein. Daher erscheint es überlegenswert, eine zeitli che Entkopplung vorzunehmen. Dies wird sich in Nord rhein-Westfalen allerdings nicht so einfach umsetzen lassen, wegen der enormen Termindichte nach dem Halbjahreswechsel, besonders nach den Osterferien. Wir werden weiterhin den intensiven Austausch mit dem MSB suchen. Insgesamt wollen wir ein behutsames Vorgehen im Zu sammenhang mit dieser so wichtigen Reform erreichen. Aus unserer Sicht sind daher Pilotierungen der neuen Formate unabdingbar. Es gibt unter diesen Gesichtspunkten realistische Mög lichkeiten, die Fundamente des Eckpunktepapiers um zusetzen, ohne ein so hohes Risiko für die Qualität des Abiturs, die Arbeitsfähigkeit der Schulen und die Situati on der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Ausstehend ist noch die offizielle Verbändebeteiligung zum Entwurf der APO-GOSt. Unsere grundsätzliche Haltung zur Reform haben wir in einer ersten Stellung nahme formuliert, die dem MSB bereits vorliegt und auf der Website des PhV zu finden ist: Fazit

Das Einrichten der Projektkurse stellt Schulen vor enorme Herausforderungen – man denke an den Aufwand, weite re schulinterne Curricula zu erarbeiten. Die Lehrkräfte Ausstattung an den Schulen ist sehr unterschiedlich, sich daraus ergebende Unterschiede in der Vielfalt der Ange bote dürfen nicht zu Konkurrenzsituationen unter den Gymnasien und Gesamtschulen führen. Große und kleine Systeme dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, Oberstufenzentren sind für uns keine Option. Es wird durch die Prüfungen im 5. Abiturfach zusätzlich Unterricht ausfallen (müssen), was sowohl Abiturientin nen und Abiturienten als auch Schülerinnen und Schüler der Sek-I betreffen wird. Somit bleibt noch weniger Zeit für Unterricht und die Vermittlung von Fachlichkeit. Für die Abiturientinnen und Abiturienten dürfte dies beson ders schwerwiegend sein, da sich der Zeitraum der Q2.2 weiter verkürzen wird. Eine Umsetzung der Reform ab 2026 verlangt bereits 2024/25 Vorbereitungen, für die zurzeit noch präzise Rahmenbedingungen fehlen. Darüber hinaus ist ab Frühjahr 2026 eine Beratung der Schülerinnen und Schüler erforderlich, für die es ohne rechtliche Grund- lage, die APO-GOSt, keine Basis gibt. Es fehlen weiter hin inhaltliche Grundlagen, die Kernlehrpläne in vielen Fächern sowie deren Implementierung.

Be-/Überlastung der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler

Durch die Erweiterung der Abiturprüfung um ein 5. Prü fungsfach als Präsentationsprüfung, wird im Rahmen des ohnehin kurzen Prüfungszeitraumes mit gleichzeitiger ZP 10 zusätzlich (Zeit-)Druck auf die Kollegien ausgeübt. Präsentationsprüfungen, vergleichbar mit Kommunikati onsprüfungen, führen zu einem erheblichen Mehrauf wand für die Lehrkräfte. Dieser sieht nach unserem der

https://phv-nrw.de/2024/06/03/stellung nahme-zum-entwurf-des-eckpunktepa piers-fuer-die-weiterentwicklung-der- gymnasialen-oberstufe-in-nordrhein- westfalen-auf-grundlage-der-verbaende- gespraeche-des-jahres-2023/

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