Bildung aktuell 1/2025

Leitartikel

von Sabine Mistler >> Landesvorsitzende

E-Mail: info@phv-nrw.de

Diese Veränderungen erfordern mehr Zeit zur Vorbereitung

Die bevorstehende Reform der gymnasialen Oberstufe ist groß und komplex, aber derzeit noch nicht rund.

nicht ohne angemessene Kompensationen erhöhen. Besonders in diesen Punkten sehen wir derzeit noch viele Probleme mit vielen offenen Fragen.

as im Mai 2024 vom Landeskabinett be schlossene Eckpunktepapier zur Reform der gymnasialen Oberstufe hat eine breite Dis

kussion in den Schulen des Landes ausgelöst. Es ist der Wunsch vieler Beteiligter, das neue Konzept als modern und zukunftsweisend anzunehmen, doch die vielen Expertinnen und Experten an unseren Schulen sehen erhebliche Herausforderungen und Risiken. Es ist uns wichtig, dass diese Reform zum Erfolg wird. Sie sollte aber auch unseren bildungspolitischen Vorstellun gen und den Anforderungen an ein zukunftsfähiges Abi tur entsprechen. Es ist für uns essenziell, dass angedach te Innovationen erprobt und auf ihre Zukunftswirksam keit hin überprüft sein müssen, bevor sie umgesetzt werden. Weder die Schülerinnen und Schüler noch die Lehrkräfte dürfen als Versuchskaninchen für Verände rungen dienen – das kennen wir schon, und das brau chen gerade wir in Nordrhein-Westfalen nicht mehr. Mit der geplanten Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe muss aus Sicht des PhV eine Qualitätssiche rung, wenn nicht sogar -steigerung, einhergehen, sie muss organisatorisch machbar sein, und darf die Belas tungen der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler

Anspruch an die Qualität des Abiturs

»Das fünfte Prüfungsfach soll dabei nicht als zusätzliche Belastung verstanden werden, sondern als Möglichkeit, das fachliche und methodische Spektrum besser an den individuellen Interessen und Begabungen der Schülerin nen und Schüler auszurichten und so im Hinblick auf den Prüfungserfolg auch Kompensationsmöglichkeiten zu schaffen.« So steht es wörtlich im Eckpunktepapier. Damit könnte aus unserer Sicht eine Absenkung der Anforderungen angestrebt werden. Denn ein fünftes Fach bedeutet zwangsläufig eine Aus weitung des Anteils der dezentralen Prüfungen im Abi tur. Ein erklärtes Ziel der Reform, die Vergleichbarkeit der Prüfungen auf Bundesebene, wird damit per se nicht erreicht. Auch mit der von uns schon länger geforderten Vergleichbarkeit der Abiprüfungen zwischen den Schul formen Gesamtschule und Gymnasium wird es so nichts werden. Viele Lehrerinnen und Lehrer an Gesamtschu

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