lehrernrw 6/2025

UNTER DER LUPE

 Laut Gremium müsse der Einsatz von KI zudem gezielt zur Entlastung von Schulen vorangetrieben werden. Künstliche Intelligenz könne beispielsweise Schulverwaltungen spürbar effizienter machen. Ab schließend spricht sich die Kommission für eine flä chendeckende 1:1-Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler ab Klasse fünf mit digitalen Endgeräten aus.  Berufsorientierung, Berufliche Bildung, Akademische Bildung Die Enquetekommission plädiert dafür, die berufliche Bildung zu stärken, ihre gesellschaftliche Wertschät zung zu erhöhen und ihre Gleichwertigkeit gegenüber der akademischen Bildung deutlich zu machen. Hierzu gehöre die frühzeitige, altersgerechte Berufsorientie rung an allen Schulformen – etwa durch Rollenvorbil der, Betriebsbesuche, Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter sowie die Förderung freiwilliger Feri enpraktika. Das Programm ‘Kein Abschluss ohne An schluss (KAoA)’ solle weiterentwickelt und frühzeitig verankert werden. Zudem müsse die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung   sierten Budgets für Schulleitungen. Dieses soll flexibel für bedarfsgerechte Maßnahmen wie Qualifizierungen, den Einsatz von Honorarkräften oder Praxiseinblicke an anderen Lernorten genutzt werden können. Um größt mögliche Handlungsspielräume zu schaffen, soll dabei die Möglichkeit bestehen, Personal- in Sachmittelbud gets und umgekehrt umzuwandeln.  Digitalisierung, KI Im Bereich der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz gehe es darum, digitale Lernanwendungen und KI als Unterstützungssysteme für Lehrkräfte und Lernende zu nutzen, indem mittels standardisierter Diagnostik frühzeitig individuelle Defizite und Förder möglichkeiten/Handlungsoptionen aufgezeigt würden, sodass Schülerinnen und Schüler gemäß ihren Fähig keiten und Talenten mit Aufgaben und Herausforde rungen versorgt würden. Datenbasierte Kenntnis über Kompetenzstand und -entwicklung bilde die Grund- lage für bedarfsangepasste Unterstützung. Die Enquetekommission empfiehlt darüber hinaus eine kontinuierliche Beratung durch die Fachwissen schaft und den Transfer von Forschungswissen in die Praxis, um die lernförderliche Wirkung digitaler Lern systeme und Evidenz von Maßnahmen bezüglich Wissens- und Kompetenzentwicklung sicherzustellen, sodass positiv evaluierte Systeme in der Schulpraxis implementiert werden könnten.

Zeit für gemeinsame

Reflexion zu schaffen. Insgesamt wird eine auskömmli che Personalversorgung gefordert, die sich am Sozialindex ausrichtet: »Die meisten Ressourcen und das am besten qualifizierte Personal sollte dort arbei ten, wo der Unterstützungsbedarf bei den Schülerin nen und Schülern am größten ist. Die Attraktivität die ser Standorte kann beispielsweise durch Entlastungs stunden und entsprechende Vergütung gesteigert wer den.« Mit Blick auf die Lehrkräfteausbildung empfiehlt die Kommission unter anderem, ■ zur Vorbereitung auf den Schuldienst die Praxisori entierung in der Lehrkräfteausbildung zu erhöhen und mehr Praxis in die Hochschule selbst zu holen (zum Beispiel Schullabore), um die Schulsituation zu trainieren. ■ die zweite Phase der Lehramtsausbildung ggf. in Zusammenarbeit mit den Lehrerverbänden grund legend zu überarbeiten und die Ausbildung quali tativ zu bessern und an den Anforderungen des Lehrberufs auszurichten. ■ die ZfsL zu stärken und mit mehr Autonomie aus zustatten. Es sollten mehr Hauptamtliche beschäf tigt werden (bzw. Ausbildungsleiter, die nur noch wenig unterrichten). ■ eine einheitliche Bezahlung der Fachleitungen und die Schaffung von Funktionsstellen zu prüfen.  Finanzielle Ressourcen Die Kommissionsmitglieder befürworten die Einführung eines eigenverantwortlich einsetzbaren, sozialindexba-

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