lehrernrw 6/2025
TITEL
Alle Fotos: Smets
Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie zahlreiche Ehrengäste erlebten
beim 56. Mülheimer Kongress ein spannendes Programm.
Mit Courage gegen Vorurteile Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in der Schule begegnen: So lautete das Thema des 56. Mülheimer Kongres ses. Keine leichte Kost – doch der Kongress brachte dank her vorragender Referenten einen hohen Erkenntnisgewinn und viele Anregungen für die schulische Praxis.
mante Weise ihr männlichkeitsdominiertes, eurozentristisches Weltbild entlarvt. Der Vortrag von Prof. Laing ist das High light des Mülheimer Kongresses 2025. Das liegt nicht zuletzt an der Person des Sozial wissenschaftlers und Rassismusforschers, der an der Evangelischen Hochschule Bo chum lehrt. Die Professur trat er 2022 mit nur dreißig Jahren an. Außerdem ist er Grün der der Diversityberatung Vielfaltsprojekte GmbH. Dieser Prof. Dr. Lorenz Narku Laing hat eine faszinierende Biografie. Geboren in Mainz als Sohn eines jamaikanischen Vaters und einer ghanaischen Mutter, wächst er un ter ärmlichen Bedingungen auf. Alltagsras
E ingangs lädt Prof. Dr. Lorenz Narku Laing sein Publikum zu einer kleinen Zeitreise durch die Kulturgeschichte ein. Nennen Sie mir einen Komponisten, der vor 1960 gestorben ist, lautet der erste Auf trag an die Zuhörerschaft. Namen wie Beet hoven, Mozart, Brahms schwirren durch die Luft. Und nun nennen Sie mir bitte einige Philosophen. Das Spiel geht weiter. Aristote les, Rousseau, Descartes, Schopenhauer, Nietzsche ruft es aus dem Publikum. Und nun gerne einige Künstler. Michelangelo, da Vinci, Monet, Rembrandt, van Gogh wer den in den Raum geworfen. Zum Schluss bittet der Professor noch um ein paar Auto
ren, Schriftsteller oder Dichter. Nun werden Goethe, Schiller, Fontane ins Feld geführt. Laing steht vorn und nimmt dieses beachtli che Potpourri abendländischer Hochkultur
mit einem Lächeln zur Kenntnis. Charmant entlarvt
Beeindru ckende Per sönlichkeit, herzerwär mender Vor trag: Prof. Dr. Lorenz Narku Laing begeisterte das Publikum.
Ob etwas an dieser Liste auffällig sei, fragt der Professor sein geneigtes Publikum. Rat lose Gesichter im Saal. »Sie haben mir aus schließlich weiße Männer genannt.« Keine Clara Schumann, keine Hildegard von Bin gen, keine Frida Kahlo, keine Jane Austen. Die Zuhörerschaft ist sicht- und hörbar ver blüfft. Soeben hat jemand auf äußerst char
lehrer nrw · 6/2025 12
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