lehrernrw 3/2025

SCHULE & POLITIK

 diese restriktive Haltung mit ihrem be kanntermaßen vom längeren gemeinsa men Lernen begeisterten Koalitionspartner im Rücken durchhalten kann, bleibt abzu warten. Und ob nach der nächsten Wahl eine womöglich andere Landesregierung diese Linie beibehielte, ist erst recht frag lich.  Vorprogrammierte Überforderung Aus Sicht von lehrer nrw ist es weder pädagogisch sinnvoll noch von den Lehr kräften leistbar, Schülerinnen und Schüler in den Bildungsgängen Hauptschule und Realschule im Klassenverband nach zwei unterschiedlichen Kernlehrplänen zu unter richten, unterstrich der Verbandsvorsitzen de. »Die Realschule ist eine fundamen- tale Säule in der nordrhein-westfälischen Schularchitektur. Damit das so bleibt, wäre

 es im Sinne der Bildungsqualität eine Min destanforderung, dass Realschulen mit Hauptschulbildungsgang zwingend die Möglichkeit bekommen müssen, eigene Hauptschulklassen zu bilden.«  »Schlichtweg unfair«: Großes Medienecho Das Thema schlug in den Medien ebenfalls hohe Wellen, auch überregional. So wurde Sven Christoffer unter anderem im Deutschlandfunk sowie im Online-Angebot der Zeit, der Süddeutschen Zeitung oder von n-tv zitiert. Ein gefragter Gesprächs partner war er auch für die Medien in Nordrhein-Westfalen, von der Rheinischen Post über die Neue Westfälische bis hin zum WDR. Viele Kommentare bewerteten das Gesetz und seine möglichen Folgen ebenfalls kritisch. So hält es die Neue Westfälische für »schlichtweg unfair«,

dass die Realschulen mit Hauptschul-Bil dungsgang, anders als andere integrierte Schulformen, kaum mehr Ressourcen er halten: »Mit einer auf diese Weise fast zum Nulltarif zusammengeschusterten neuen Schulform kann niemand Schülern, egal welcher Leistungsstärke, gerecht wer den.« Und die Rheinische Post kommentierte: »Natürlich gibt es keinen Automatismus und keinen Zwang für Kommunen, Haupt schulen aufzugeben – aber hier wird ein Pfad bereitet. Das neue Schulgesetz soll die Möglichkeit, dass Realschulen Haupt schüler betreuen, dauerhaft zementieren. Und dies nicht erst ab Klasse sieben, son dern direkt von der fünften Klasse an. In der Praxis untergräbt dies Hauptschul standorte und belastet die ohnehin über lasteten Realschulen.« Jochen Smets

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