lehrernrw 2/2025
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Foto: AdobeStock/Viktor
»Ich rate Lehrkräften oft, sich selbst
einen TikTok-Account einzurichten«
Damit Schülerinnen und Schüler in der täglichen Nachrichten flut den Überblick behalten und tagesaktuelle Themen und Debatten für sich besser einordnen können, fasst das Medien unternehmen Buzzard täglich über 2000 Medien des gesamten politischen Spektrums zusammen. Ein Gespräch mit dem Mit begründer Felix Friedrich über politische Trendthemen bei Ju gendlichen und was das über die Demokratiebildung aussagt.
Meinungen, Bilder und Themen haben es auf diese Weise besonders einfach, Kinder und Jugendliche zu erreichen. Müssen wir also Schülerinnen und Schüler nur dazu bringen, sich weni ger über die Sozialen Medien zu informieren und stattdessen mehr Zeitungen, Fernsehen und Radio zu nutzen? FRIEDRICH: Klassische Medien wie Fern sehen, Radio und Zeitung mit ihren journa listisch aufbereiteten Beiträgen nehmen bei der politischen Bildung immer noch eine sehr wichtige Rolle ein, insbesondere was ihre Transparenz, Unabhängigkeit und Aus gewogenheit betrifft. Im Universum der Plattformen haben es solche Beiträge schwer. Soziale Medien haben ihre eigenen
Herr Friedrich, laut der letzten Shell Jugendstudie ist die Mehrheit der Ju gendlichen politisch interessiert. Die jüngsten Wahlergebnisse aus Thürin gen und Sachsen zeigen, dass junge Wähler verstärkt Parteien am rechten Rand unterstützen. Gibt es da einen Zusammenhang? FRIEDRICH: Blickt man allein auf das Medienverhalten, gibt es zumindest Erklä
rungsansätze für den hohen Zuspruch extre mer Meinungen. Wie wir wissen, informie ren sich Jugendliche und junge Erwachsene tendenziell eher via Instagram, TikTok oder YouTube. Hier ist das politische Meinungs spektrum aber nicht unbedingt ausgewo gen. Für eine informierte Meinungsbildung wurden diese Medien aber auch gar nicht konzipiert, sondern um Nutzer:innen mög lichst lange am Handy zu halten. Extreme
lehrer nrw · 2/2025 10
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