lehrernrw 1/2025
SCHULE & POLITIK
tare Werte auf dem Schulhof und in den Klassenräumen sein. Beim Umgang mit dem Thema Gewalt unterstützen wir unsere Schulen bestmöglich. Es ist jedoch ebenso klar, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, ein friedliches soziales Klima zu schaffen und Gewalt zu verhindern«, unter strich die Ministerin. Landesweit einheitliches Gesamtkonzept gefordert Rednerinnen und Redner der Opposition kri tisierten, dass die Maßnahmen der Landes regierung zu kleinteilig und nicht ausrei chend seien. lehrer nrw fordert ein landes weit einheitliches Gesamtkonzept zum Umgang mit erfahrener Gewalt, das Schul leitungen und Lehrkräften Handlungssicher heit gibt und ihnen umfassende Unterstüt zung durch die Bezirksregierungen garan tiert. »Unsere Lehrkräfte haben einen sicheren Arbeitsplatz verdient! Es darf nicht sein, dass die Rückendeckung und Unterstüt zung nach erfahrener Gewalt im Dienst davon abhängt, in welchem Bezirk und an welcher Schulform man arbeitet«, betont Christoffer. Jochen Smets sches Personal bei Gewalterfahrungen wenden können. Doch das reicht nicht: Betroffene brauchen konkrete Ansprechper sonen mit juristischer Kompetenz sowie Soziale Ansprechpartner (SAPs) mit seel- sorgerischer Expertise für alle Schulformen in allen Bezirksregierungen. NRW-Schulministerin Dorothee Feller verwies auf verschiedene Maßnahmen und Unterstützungsangebote der Landes regierung zur Gewaltprävention an Schulen. Dazu gehöre beispielsweise der Notfallord ner ‘Hinsehen und Handeln’ inklusive des Handbuches zur Krisenprävention. Lehrkräf ten stehe zudem mit der ‘Sprech:ZEIT 24/7’ rund um die Uhr ein telefonisches psycho soziales Angebot zur Verfügung. »Es muss klar sein: Gewalt hat keinen Platz an unse ren Schulen. Jeder, der am Schulleben betei ligt ist, muss sich sicher fühlen. Respekt, Wertschätzung und die Bereitschaft, Kon flikte friedlich auszutragen, müssen elemen
Null Toleranz bei Gewalt!
Foto: AdobeStock/motortion
Gewalt gegen Lehrkräfte nimmt in bedrückendem Ausmaß zu. Es wird höchste Zeit für ein landesweit einheitliches Gesamtkonzept, das Lehrkräften bei erfahrener Gewalt um fassende Unterstützung bietet und zugleich präventive Angebote bereithält.
In einer Aktuellen Stunde hat sich der nordrhein-westfälische Landtag am 30. Januar mit dem Thema ‘Gewalt gegen Lehrkräf te’ befasst. lehrer nrw hat sich dazu in einer Pressemitteilung geäußert und ein landesweit einheitliches Gesamtkonzept sowie konsequente Rückendeckung durch den Dienstherrn gefordert.
B ei lehrer nrw gehen in beängstigen der und zunehmender Regelmäßig keit Meldungen von Lehrkräften ein, die Opfer von psychischer oder physischer Gewalt im Dienst geworden sind. »Wir ste hen für eine Null-Toleranz-Politik. Ein Angriff auf Einzelne muss immer auch als Angriff auf die gesamte Schulgemeinde begriffen und sanktioniert werden«, forderte der Lan desvorsitzende Sven Christoffer. »Eine sol che Haltung braucht aber eine konsequente Rückendeckung durch den Dienstherrn – und sowohl juristische als auch psychologi sche Begleitung im Fall der Fälle. Die Reali tät sieht jedoch vielfach anders aus: Lehr
kräfte in Nordrhein-Westfalen werden nicht selten gleich zweifach traumatisiert: Das erste Mal, wenn ihnen Gewalt widerfährt, und das zweite Mal, wenn sie erleben müs sen, dass sie mit dieser Gewalterfahrung allein gelassen werden. Das ist beschä-
mend und nicht hinnehmbar.« Es reicht noch nicht
Nicht zuletzt auf Druck und Initiative von lehrer nrw gibt es inzwischen erste positive Entwicklungen. Beispielsweise wurden für einige Schulformen und in einigen Bezirks regierungen konkrete Ansprechpersonen be nannt, an die sich Lehrkräfte und pädagogi
lehrer nrw · 1/2025 18
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