Profil 9/2022

Fotos (5x): Marlene Gawrisch

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Die Frauenpolitische Arbeitsgemeinschaft mit Synnöve Nüchter, Tanja Küsgens (beide dbb), Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing und Gabriela Kasigkeit in der ersten Reihe. Als einziger Mann dabei: DPhV-Mitglied Steffen Pabst >

DPhV feiert 25 Jahre Frauenpolitische Arbeitsgemeinschaft Frauen wollen nicht nur mitmachen – Frauen wollen machen!

schaft des DPhV im Berliner Hotel Moa ihr 25-jähriges Ju biläum. Für die musikalische Untermalung dieses Festes sorgte Lili Marshall, Schülerin des Berliner Felix-Mendels sohn-Bartholdy-Gymnasi ums, die Stücke aus dem Ada Lovelace gewidmeten Musi cal ‘Ada’ vortrug. Ada Lovela ce war eine Frau, die etwas konnte und es beweisen musste. Dies erleben Frauen heute auch noch. Weit über die Hälfte aller Beschäftigten im Bildungsbereich des öf fentlichen Dienstes sind Frauen. Sie haben eine be sondere Geschichte: Erst seit 1903 dürfen Frauen studie ren, zum Beispiel für das Lehramt. Bis in die 1950-er Jahre hinein hatten Lehrerin nen unverheiratet zu sein. Dabei waren es Frauen, die nach dem II. Weltkrieg, der vor allem die Leben von Män nern gefordert hatte, eine re guläre Schule wieder ermög licht haben. Gewissermaßen unfreiwillig fiel in diese Zeit auch die Geburtsstunde des Arbeitens in Teilzeit: Kriegs

von ANITA TOBIAS

Applaus für die langjährige Vorsitzende der Frauen-AG,

Berlin – Kennen Sie Ada Lovelace (1815 bis 1852)? Ada Lovelace war eine briti sche Mathematikerin und Gesellschaftsdame, Tochter des berühmten Dichters Lord Byron. L ovelace war mit ihrem mathematischen Verstand und ihrem Interesse, mit ih ren analytischen Fähigkeiten und Leistungen ihrer Zeit weit voraus. Aber: Es bedurf te anderer Menschen, Förde rer und Unterstützer, damit Ada Lovelace ihrer Arbeit nachgehen konnte. Denn Ada Lovelace war eine Frau. Am 18. Juni feierte die Frau enpolitische Arbeitsgemein

Gabriela Kasigkeit

rückkehrende Männer, Lehrer, benötigten Stellen, womit die Frauen in diesem Bereich wie der in die zweite Reihe rück ten. Teilzeit war also kein Ent lastungsmodell für Frauen, die Beruf und Familie besser vereinbaren wollten. Das tra dierte Rollenbild wurde nicht in Frage gestellt. Dies griff auch Milanie Kreutz, Bundesvorsitzende der dbb-Frauenvertretung, in ihrer Festrede auf. Sie sprach über persönliche Erfahrungen und die dauerhaften Themen ihrer frauenpolitischen Ar beit.

Wie ist es gegenwärtig? Die Corona-Krise hat deut lich offenbart, dass die Ziele der Gleichstellungspolitik – Doppelbelastungen und Un gerechtigkeiten in punkto Karriere, Kinderbetreuung, Arbeitszeitmodellen und Be zahlung zu nivellieren – we der zufriedenstellend er reicht sind noch an Aktuali tät eingebüßt haben. Teil zeitarbeit wird vor allem von Frauen gewählt – um Dop pelbelastungen bewältigen zu können. Damit einher geht eine strukturelle, quasi lebenslange Benachteiligung bezüglich Bezahlung und

ZUR AUTORIN

Anita Tobias (50) enga giert sich seit 2003 in der Frauen-AG. Sie unter richtet als Gymnasialleh rerin in Bremerhaven Kunst und Deutsch.

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