Profil 9/2021

dbb

Amira Mohamed Ali und Dr. Dietmar Bartsch, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Die Linke >

Dr. Alexander Gauland und Dr. Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion >

Foto: © Michael Jungblut

Foto: © DBT/Inga Haar

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Alexander Gauland >

Alice Weidel >

Amira Mohamed Ali >

Dietmar Bartsch >

Die AfD richtet sich an alle, denen unser Land am Herzen liegt und die wie wir dafür eintreten, dass in Deutschland endlich wieder normale Verhältnisse herrschen: etwa dass sich die Regierenden wieder an Recht und Gesetz halten und Entschei- dungen dort getroffen werden, wo sie hingehören – in den Deutschen Bundestag statt in irgendwelche Sondergremien, die im Grundgesetz überhaupt nicht vorgesehen sind. Nur so lässt sich verloren gegangenes Vertrauen der Bürger in den Staat und seine Institutionen zurückgewinnen. Das ist nötig, damit unser Gemeinwesen den Herausforderun- gen der modernen Welt weiterhin gewachsen ist. Dafür brau- chen wir auch einen hoch motivierten öffentlichen Dienst. Denn die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind das Rück- grat der Verwaltung und die elementare Stütze unseres Staats- wesens. Die AfD-Fraktion setzt sich daher dafür ein, dass der Staat seiner besonderen Fürsorgepflicht gegenüber den Be- schäftigten des öffentlichen Dienstes jederzeit nachkommt. Nicht nur der Staat muss sich auf seine Angestellten und Beam- ten verlassen können – die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes müssen sich auch auf den Staat verlassen können. Nur unter dieser Voraussetzung kann er den Bürgern effizient dienen und ihre Sicherheit schützen. Quoten jeder Art lehnt die AfD-Fraktion auch im öffentlichen Dienst grundsätzlich ab. Sie widersprechen den Prinzipien der Gleichberechtigung und des Leistungsgedankens. Quoten sind ungerecht, leistungsfeindlich und schaden letztendlich der Effi- zienz. Und dass der Staat effizienter werden muss, steht für uns außer Frage. Nur durch einen effizienten öffentlichen Dienst ist etwa die dringend notwendige Stärkung und Durchsetzung des Rechtsstaates zu erreichen. Daher setzt sich die AfD auch für einen Abbau der Bürokratie ein. Dadurch können Verwaltungsabläufe erleichtert und gleich- zeitig Probleme, wie der Personalmangel im öffentlichen Dienst oder strukturelle Unzulänglichkeiten, angegangen werden – zum Nutzen aller, denen unser Land am Herzen liegt.

In den letzten drei Jahrzehnten sind Hunderttausende Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut worden. Ganze Bereiche wur- den privatisiert, ausgelagert oder kaputtgespart. Hinter dem euphemistischen Begriff des „schlanken Staates“ verstecken sich jedoch in Wirklichkeit handfeste Profitinteressen von Weni- gen. Von den negativen Folgen der Privatisierungen – erhöhten Wasserpreisen oder einem eingeschränkten Angebot im ÖPNV – sind dagegen alle betroffen. Besonders belastet werden ärmere Haushalte, denn sie sind am wenigsten in der Lage, eine man- gelhafte Bereitstellung öffentlicher Güter privat zu kompensie- ren. Mit einem ausgehöhlten öffentlichen Dienst ist unser Land zu- dem schlecht für die Zukunft aufgestellt. Das zeigt sich aktuell: von der Bildungsmisere über den Pflegenotstand bis hin zum mangelhaften Katastrophenschutz bei Corona-Pandemie und Flutkatastrophe. Für eine erfolgreiche Bewältigung der zukünf- tigen Herausforderungen wird dem öffentlichen Dienst eine entscheidende Rolle zukommen. Dazu muss er personell sowie materiell entsprechend ausgestattet werden. Deshalb fordert Die Linke, öffentliche Dienstleitungen wieder auszubauen. Wir fordern 100 000 zusätzliche Pflegekräfte für Krankenhäuser und Pflegeheime. Das wird nur gelingen, wenn Arbeitsbedingungen und Entlohnung besser werden. Das alles kostet Geld. Deshalb hat Die Linke ein Steuerkonzept vorgelegt, das nicht nur niedrige und mittlere Einkommen im Vergleich zu allen anderen Parteien am stärksten entlastet, son- dern außerdem den größten Haushaltsspielraum für einen stär- keren öffentlichen Sektor schafft. All das geht – wenn man die höchsten Einkommen und das Vermögen des reichsten einen Prozents der Gesellschaft stärker besteuert, wie wir es fordern. Das wurde in einer Untersuchung vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Süddeutschen Zeitung be- stätigt. Eine Stimme für Die Linke ist deshalb eine Stimme für eine vernünftige Politik, die auch von einer Mehrheit der Bevöl- kerung gewollt ist.

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> PROFIL | dbb-seiten | September 2021

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