Profil 7-8/2026

PROFIL // DPhV-Standpunkte

8 PROFIL // 7-8/2026 gesparte Aus- und Fortbildung sowie eine funktionierende Infra struktur mit digitaler Administrati on außerhalb des Lehrkörpers. Lin-Klitzing: „Medienbildung darf nicht vom Engagement Einzelner oder vom Zufall des Schulstand orts abhängen. Und: Lehrkräfte warten nicht auf die nächsten Stu dien und Empfehlungen, sie war ten auf Rückendeckung und Unter stützung durch die Politik, die die umfassende Bildung der Kinder und Jugendlichen im Sinn hat.“  * Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ Wirksame Schutzmaßnahmen müssen früh und vor allem gemeinsam ansetzen. Zahlreiche Elterninitiativen – wie etwa „Smar ter Start ab 14 ″ – weisen zu Recht darauf hin, dass die Phase des Grundschulübergangs entwick lungspsychologisch besonders sensibel ist: Kinder, die in diesem Alter ein eigenes Smartphone erhalten, tun sich schwerer, stabile Interessen, Freundschaften und Lernroutinen außerhalb digitaler Angebote aufzubauen. Modelle wie smartphonefreie Klassen, in denen Familien beim Übergang auf die weiterführende Schule gemeinschaftlich auf das erste eigene Gerät verzichten, zeigen: Wenn Schulen und Eltern gemein sam handeln, entsteht eine Schutzwirkung, die individuellen Verboten weit überlegen ist. Schutz und Befähigung sind keine Gegensätze. Der DPhV fordert, bessere Voraussetzungen für eine umfassende Medienbildung als verbindliche Querschnittsaufgabe in allen Fächern und Schulstufen zu scha ff en, begleitet von einem eigenständigen P fl ichtfach Infor matik. Dafür brauchen Schulen Zeit und Ressourcen und Lehrkräf te eine fundierte und nicht kaputt

Umfrage von DPhV und Lehrer-Online:

Jede zweite Lehrkraft unsicher bei Social-Media-Heraus- forderungen im Schulalltag  79 Prozent sehen suchtähnliche Nutzung durch Schülerinnen und Schüler als drängendste Herausforderung  DPhV fordert verbindliche schulische Konzepte und praxistaugliche Fortbildungen

Jede zweite Lehrkraft fühlt sich bei Social Media-Kon fl ikten an der Schule unsicher, davon acht Prozent sogar überfordert und hil fl os – das zeigt eine bundesweite Umfrage, die der Deutsche Philologenverband gemeinsam mit dem Bildungsportal Lehrer-Online im Mai/Juni 2026 unter mehr als 1000 Lehrkräften durchgeführt hat. 68 Prozent halten das Thema für relevant oder sehr relevant für ihre tägliche Arbeit, 15 Prozent geben an, akut Unterstüt zung zu benötigen. Die Befragung zeigt: Die Nutzung von Social-Media und die damit verbundenen Folgen haben den Schulalltag längst durch drungen. Die Hälfte der Lehrkräfte braucht mehr Unterstützung, fünf Prozent fühlen sich sehr sicher, sie haben klare Strategien und Hand lungsroutinen, und 40 Prozent füh len sich sicher genug, um mit den meisten Kon fl iktsituationen in Bezug auf Social Media umgehen zu kön nen. Für 79 Prozent der Befragten ist suchtähnliches Nutzungsverhalten ihrer Schülerinnen und Schüler die größte Herausforderung. Bereits Pressemitteilung vom 12. Juni

Anfang 2026 hatten sich 2.012 Jugendliche für die Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ selbst eingeschätzt: 60 Prozent zeigten demnach suchtähnliches Verhalten – aus Sicht der Lehrkräfte ein noch zurückhaltend gezeichnetes Bild, wie die aktuelle Umfrage von DPhV und Lehrer-Online zeigt. Was die Umfrage auch o ff enbart: 70 Prozent der Befragten kämpfen regelmäßig gegen Ablenkung durch Handys im Unterricht, 63 Prozent sind mit Cybermobbing, Sexting oder Cyber grooming konfrontiert und für eben falls 63 Prozent sind Themen wie Hate Speech und Desinformation längst schulischer Alltag. Gleichzeitig erkennt mehr als die Hälfte (57 Pro zent) der Lehrkräfte mangelnde Medienkompetenz bei den Lernen den und 22 Prozent der Befragten berichten von Herausforderungen in der Kommunikation bezüglich Social Media mit den Eltern der Schülerin nen und Schüler. DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing: „Lehrkräfte erleben täglich, wie Schülerinnen und Schüler in Suchtmechanismen gefangen sind, wie Mobbing über Nacht aus dem Netz in den Klassen raum wandert, wie Falschinforma

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