Profil 7-8/2026
PROFIL // DPhV-Standpunkte
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Social Media und Privat- handys im Unterricht gefährden Bildungs erfolg und Gesundheit junger Menschen DPhV erwartet tragfähige Konzepte für Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern & Jugendlichen Medienbildung gemeinsam mit den Eltern schon in der Grundschule beginnen
Mit Blick auf die bevorstehende Bil dungsministerkon ferenz (BMK) und die baldig erwarteten Handlungsempfeh lungen der unabhän
de zeigen eindeutig: Das für Impuls kontrolle und Re fl exion zuständige Hirnareal ist bei Jugendlichen noch in der Reifung – während die dopa mingesteuerten Belohnungsreaktio nen, die soziale Medien und Messa ging-Dienste gezielt aktivieren, be- reits voll ausgeprägt sind. Plattfor men nutzen genau dieses Ungleich gewicht durch algorithmische Per sonalisierung und Bewertungs mechanismen, die darauf ausgelegt sind, Nutzungszeiten zu maximieren. Wenn Kindern und Jugendlichen die Selbstdisziplin zugeschrieben wird, die selbst vielen Erwachsenen fehlt, dann entlastet das genau jene Platt Bereits 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler weisen heute schon ein suchtähnliches Nutzungsverhalten auf * . Es ist keine allein pädagogische Frage – es braucht einen politisch gesamtgesellschaftlichen Maßnah menkatalog, damit die Schulen er folgreicher darauf reagieren können. Der DPhV erwartet, dass die anste henden Handlungsempfehlungen der Expertenkommission den Umgang mit sozialen Medien klar adressieren. Für Lehrkräfte ist es längst gelebte Realität, dass problematische Handy formanbieter, die in die P fl icht genommen werden müssen.“
nutzung den Unterrichtsalltag be- lastet – oft noch bevor der Schultag begonnen hat. Cybermobbing, jugendgefährdende Inhalte und Kon taktanbahnung durch Unbekannte sind Gefährdungslagen, die nicht mit einem schlichten Verweis auf Medien pädagogik abgetan werden dürfen. Die Plattformanbieter müssen gesetz lich verp fl ichtet werden, suchtför dernde Mechanismen für Minderjäh rige abzuschalten, Altersbeschrän kungen technisch wirksam durch- zusetzen und für Schäden zu haften, die durch ihr Produktdesign entste hen. Lin-Klitzing: „Wer Kinder schüt zen will, muss vor allem die regulie ren, die von ihrer Aufmerksamkeit pro fi tieren.“ Der DPhV tritt zudem dafür ein, die Nutzung von privaten Smartphones während der Schulzeit verbindlich zu regeln. Schulen brauchen einen rechtlich abgesicherten Rahmen, der nicht von Schule zu Schule neu aus gehandelt werden muss. Dass dies möglich ist, zeigt beispielhaft Schles wig-Holstein: Seit August 2025 gilt dort für die Jahrgangsstufen 1 bis 9 ein schulweites Nutzungsverbot für private Endgeräte außerhalb päda gogischer Zwecke und Notfälle. Andere Länder sollten diesen Schritt nicht länger aufschieben.
Pressemitteilung vom 9. Juni
gigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ fordert der Deutsche Philolo genverband von der Bundesbil dungsministerin und den Bildungs ministerinnen und -ministern der Länder klare Empfehlungen zu pri vaten Smartphones in Schulen und verbindliche Regelungen zum Um gang von Kindern und Jugendlichen mit Social Media. Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen müssen dabei alters angemessen betrachtet und umfas send über die Schule hinaus gere gelt werden. DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing: „Was die Exper tenkommission in ihrer Bestandsauf nahme belegt, erleben Lehrkräfte jeden Tag: Schülerinnen und Schü ler, die eigentlich lernen wollen, kämpfen gegen Chatnachrichten, Belohnungs-Push-Meldungen und Videos in Endlosschleifen an – und können sich dem kaum entziehen. Die neurowissenschaftlichen Befun 6 PROFIL // 7-8/2026
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