Profil 7-8/2026
PROFIL // Begegnungen
naturwissenschaftlicher Phänomene in der Gesellschaft außer Blick zu lassen. Möglichkeiten der Täu schung auch im schriftlichen Abitur werden durch KI, Lese- brillen, KI-Stifte immer größer. Wie kann Schule reagieren? Täuschungen in Prüfungen gab es schon immer, aber Sie haben Recht, die Möglichkeiten nehmen zu, sind immer ra ffi nierter und – ohne dass ich das kritisch meine – Lehrkräfte können gar nicht alle technischen Entwicklungen und Eventualitäten einschätzen. Es bringt auch nicht viel, wenn das Ministerium eine Übersicht über alle 8.
technischen Betrugstools heraus gegeben würde, sie wäre innerhalb von Tagen wieder veraltet. Eigentlich müssten die Hersteller als Verursa cher hier in die Verantwortung genommen werden, was freilich nicht umsetzbar ist. Wir Lehrkräfte können aber eben auch nicht für alle gesellschaftlichen Entwicklun gen verantwortlich sein und Lösun gen parat haben. Gegenwärtig werten wir einschlägi ge Urteile zu Täuschungen bundes weit aus. Danach habe ich mich mit einem Schulleiterbrief vor den nächsten Prüfungen an die Schulen gewandt. So konnten wir die Rechts sicherheit etwa dahingehend erhö hen, dass bei Täuschungen mit digi talen Hilfsmitteln grundsätzlich die
gesamte Prüfung als nicht bestan den erklärt wird. Es gibt auch inte ressante Urteile zu Fällen, bei denen der Prü fl ing nicht in der Prüfung erwischt wurde, sondern im Nach hinein festgestellt wurde, dass ein Text nicht von ihm stammen kann. In diesen Fällen gibt es auch das Mittel des Anscheinsbeweises, der den Betrug im Nachhinein feststellt. An dieser Stelle möchte ich nur mög liche Denkrichtungen aufzeigen. Wir sind gemeinsam mit unseren Juris ten dabei, die Schulen zu unterstüt zen. Letztlich muss eben auch mal mit einer Klage gerechnet werden. Auch für die Gerichte sind Betrugs fälle mit KI Neuland. Die Verfahren und Urteile können aber die Rechts sicherheit erhöhen.
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