Profil 7-8/2026

PROFIL // Auf ein Wort

len Vergleich schnitt Deutschland insgesamt besser ab als der OECD-Durchschnitt, in dem sich 36 Prozent der Jugendlichen unzureichend vorbereitet fühlten. Aus Sicht der Schulleitungen fi el das Bild noch positiver aus: Bundesweit sahen lediglich 6,5 Prozent von ihnen ihre Schule nicht ausreichend auf künftigen Distanz unterricht vorbereitet – ein Vertrauensbeweis in die geleistete Aufbauarbeit. Gleichzeitig wird deutlich, wo weiterhin angesetzt wer den muss: 65 Prozent der Jugendlichen nutzten wäh rend der Schulschließungen vorrangig einen Laptop, PC oder ein Tablet, um am Unterricht teilzunehmen – knapp ein Viertel (23 Prozent) gri ff überwiegend auf das Smartphone zurück, ein Gerät mit spürbaren Gren zen für ernsthaftes klug digital unterstütztes Lernen. Diese Daten zeigen: Wir dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. So brauchen Lehrkräfte u.a. eine ver lässliche technische Unterstützung durch eine quali fi zierte IT-Administration an jeder Schule – den soge nannten „digitalen Hausmeister" – sowie leistungsfähi ge Identitätsmanagement-Systeme, die das Recht auf informationelle Selbstbestimmung von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften wirksam schützen. Ebenso zentral ist aus Sicht des DPhV eine dauerhafte, verläss liche Finanzierung: Klug digital unterstützte Bildung darf nicht von Förderperiode zu Förderperiode neu verhandelt werden müssen, sondern braucht eine langfristig gesicherte Grund fi nanzierung, die Schulen und Schulträgern echte Planungssicherheit gibt. Die Erfahrungen der Pandemie waren ein Weckruf, und die Gymnasien haben ihn gehört. Jetzt liegt es an unseren Bildungspolitikerinnen und -politikern und den Kommunen die notwendigen Voraussetzungen dafür zu sichern, dass klug digital unterstützte Bil dungsprozesse von Schülerinnen und Schülern an allen Schulen kein Zufallsprodukt sind, sondern den Schulen dafür fl ächendeckend selbstverständlich eine verläss liche digitale Infrastruktur zur Verfügung steht. [1] Die Daten stammen aus Kapitel 10.8 „Ausblick auf das Lernen in einem zukünftigen Distanzunterricht" des PISA-2022-Berichtsbands (Lewalter et al., 2023, S. 308): https://www.pisa.tum.de/ fi leadmin/w00bgi/www/ Berichtsbaende_und_Zusammenfassungungen/pisa-2022-nationaler- bericht-berichtsband.pdf#page=308

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes

Gymnasien beim Distanzunterricht besonders krisenfest! Liebe Kollegen und Kolleginnen, es ist immer schön, wenn unabhängige Untersuchun gen zu denselben oder ähnlichen Ergebnissen kommen wie wir. In diesem Fall geht es darum, dass im Nach gang der Corona-Pandemie erstmals systematisch untersucht wurde, wie vorbereitet sich Schulleitungen und Schülerinnen und Schüler auf einen Distanzunter richt in möglichen künftigen Krisenzeiten fühlten. Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) e.V. machte im Rahmen seiner Newsletter-Reihe „Data of the Month" 1 darauf aufmerksam, dass Gymna sien auf einen möglichen erneuten Distanzunterricht deutlich besser vorbereitet sind als andere Schulfor men. Wir werten diese Ergebnisse als Bestätigung und Beleg für das konkrete, konstruktive und erfolgreiche Engagement der Gymnasiallehrkräfte – und fordern zugleich, die begonnene Modernisierung der digitalen Infrastruktur re fl ektiert an allen Schulen konsequent und mit verbindlichen Standards fortzusetzen, damit auch künftig alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf klug digital unterstützte Lehr-Lern-Szenarien in Kri senzeiten vorbereitet sind. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Unsere Gymnasien haben aus den Erfahrungen der Pandemie gelernt und ihre Hausaufgaben gemacht. Das ist zual lererst ein Verdienst von Ihnen, liebe Gymnasiallehr kräfte, die Sie mit großem persönlichem Einsatz digita le Unterrichtsformate in ihren Schulalltag integriert haben. Diese Leistung verdient Anerkennung – und sie zeigt, was möglich ist, wenn Engagement auf funktionierende Strukturen tri ff t. Konkret fühlten sich nur 24 Prozent der Gymnasiastin nen und Gymnasiasten nicht oder nur wenig auf einen künftigen Distanzunterricht vorbereitet – bei Schülerin nen und Schülern anderer Schulformen lag dieser Anteil mit 35 Prozent deutlich höher, im Durchschnitt aller 15-Jährigen bei 30 Prozent. Auch im internationa-

Ihre

Susanne Lin-Klitzing

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