Profil 7-8/2026
PROFIL // Aktuell
Foto: Gawrisch
Richtungweisende Entscheidungen in Berlin DL-Fachtagung „Schule in der digitalen Welt“ Einstimmige Wiederwahl von Stefan Düll
von Walter Tetzloff D ie Künstliche Intelligenz ist da. Sie prägt unsere Kommunikati on, und sie kann nicht mehr igno riert werden. Ratsam und vielleicht notwendig ist eine intensive Aus einandersetzung mit ihr. Das war Grund genug für unseren Dachverband, den Deutschen Leh rerverband, zu einer Fachtagung in Berlin einzuladen, die Geschäfts führerin Anne Schirrmacher in bewährter Weise vorbereitet hat. Die Delegierten freuten sich deshalb auf den Hauptreferenten Florian Nuxoll, einen Lehrer aus Baden-Württemberg, der dem DPhV auch auf dessen Gymnasial tag im November in Bonn als Dis kutant zur Verfügung stehen wird. Nuxoll referierte in Berlin über „KI in Arbeitsalltag und Unterricht“. Die zunehmende Bedeutung mach te er in seinem Referat auf drei Ebenen fest: 1. Was bedeutet die KI für die einzelne Lehrkraft? 2. Was bedeutet sie für
Gleiches gelte für organisatorische Aufgaben, wie sie im Lehrkräfteall tag an fi elen: so die Erstellung von Elternbriefen und die Vorbereitung von Klassenfahrten. Ein Vorteil sei die Möglichkeit der KI, ein Arbeitsblatt für Schülerinnen und Schüler bei Bedarf in drei Niveaustufen zu erstellen. Auch Korrekturen mittels KI führten zu einem schnelleren Feedback für die Schülerinnen und Schüler. Zu 2. Nuxolls Haltung zur KI in der Schule kann keineswegs als unkritischer Enthusiasmus be zeichnet werden. Davon zeugen seine weiteren Ausführungen. Unter dem Motto „Was wir schüt zen müssen“ wies der Referent auf Gefahren hin. Sie entstünden, wenn Schülerinnen und Schüler in die Versuchung kämen, den Vor gang einer mühsamen Aneignung von Wissen und Fähigkeiten zu überspringen, aber: Lernen braucht Anstrengung! Insofern gehörten zum Lernprozess auch die Möglichkeit eines Schei terns und die Einbeziehung über windbarer Schwierigkeiten. Nuxoll ging soweit zu fordern: Kritische KI-Mündigkeit setzt KI-freie Kompetenzen voraus! Deswegen plädierte der Referent auch für handschriftliche Prü
DL-Präsident Stefan Düll
27 PROFIL // 7-8/2026 nicht verhindert. Fatalismus sei aber auch keine angemessene Haltung in dieser Frage. fungsformate und den Nachweis von Leistungen ohne Werkzeug oder Übungsphasen gänzlich ohne KI, um nur zwei Beispiele zu nen nen. Zu 3. Aufgabe der Schule und der Pädagogik allgemein sei es nach wie vor, junge Menschen zum Denken hinzuführen und gleich- zeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit der KI zu ermögli chen. Das selbstbestimmte Individuum zu fördern könne nicht bedeuten, sich mit aller Kraft der KI entgegen zustellen. Maschinenstürmer im 19. Jahrhundert hätten schließlich auch die Industrielle Revolution
die Klassen und Schulen? 3. Was bedeutet sie für die Gesellschaft, festgemacht an Politik und Wirtschaft?
Zu 1. Hier sieht Nuxoll vor allem eine Entlastung bei der Unterrichts vorbereitung. Stundengestaltung und die Herstellung von Arbeits blättern usw. sei nunmehr eine Sache von wenigen Minuten.
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