Profil 7-8/2026

PROFIL // Titel

Das bedeutet konkret: Wir wollen wieder zurück zu den K6/K9-Stunden für alle in der Oberstufe unterrichten den Lehrkräfte. Diese Stunden sind kein Luxus. Sie sind die Voraussetzung für Qualität: für individuelle Förderung, für anspruchsvolle Kursarbeit, für eine sorgfältige Vorbereitung auf das Abitur. Bei unserem jüngsten Aufschlag zur Veränderung des Beginns der Sommerferien zeigt sich möglicherweise, dass ein sachlich begründeter Vorschlag ggf. vorschnell zurückgewiesen wurde, denn es geht nicht um den Kampf „David gegen Goliath“: Veränderung des Rotati onsprinzips zulasten von Bayern und Baden-Württem berg, sondern um eine moderate Konsequenz aus den neu zentral festgelegten schriftlichen Abiturprüfungen, die der Erst-, Zweit- und Drittkorrektur bedürfen, bevor die mündlichen Prüfungen beginnen und eine Woche vor Ferienbeginn die Zeugnisse überreicht werden. Nicht „Kippt das Rotationsprinzip bei der Sommerferi enregelung“ ist unser Aufschlag, sondern: „Denkt an die Konsequenzen der neu bundeszentral festgelegten Abiturprüfungsklausur-Termine durch die standardi sierten Prüfungen aus dem Abiturprüfungspool! Modi fi ziert deshalb moderat und fair den frühesten Beginn der Sommerferien im rotierenden System so, dass die angestrebte Vergleichbarkeit nicht durch enger getak tete Korrekturzeiträume für Lehrkräfte und geringe Prüfungsvorbereitungszeiten für die Schülerinnen und Schüler in einigen Ländern dauerhaft konterkariert wird.“ Das ist der Grund für den im System denkenden moderaten Veränderungsvorschlag für den Beginn der Sommerferien, nämlich: „Keiner vor dem ersten Juli Wochenende!“ Und genau hier liegt vielleicht auch ein entscheidender Punkt: Zusammenarbeit beginnt auch mit Perspektivwechsel. Oder anders gesagt: Auch „mit den Ohren des anderen zu hören, mit den Augen des anderen zu sehen.“ So wie wir die schwierige Situation eines Ministers in einer Minderheitsregierung sehen und ernst nehmen, so erwarten wir umgekehrt auch, dass Sie, Herr Minis ter, die von den Lehrkräften vorgetragenen Sachanlie gen sehen, ihre Belastungen, ihre Verantwortung, ihre tägliche Arbeit, und dass Sie daraus die Konsequenz ziehen, sie nicht weiter zu belasten, sondern sie zu stützen.

Denn nur so entsteht Vertrauen. So entsteht Zusam menarbeit, die hier bedeutet:  Entscheidungen auf Grundlage von Daten zu tre ff en,  Zusagen einzuhalten,  Vorschläge ernsthaft zu prüfen. Aber auch: die Qualität des Abiturs gemeinsam zu sichern. Denn Leistungsstandards dürfen nicht abgesenkt werden – auch nicht von der Bildungsministerkonferenz da- durch, dass Schülerinnen und Schüler bspw. durch- gängig durch alle Grundkurse in Mathe oder Deutsch in der gesamten gymnasialen Oberstufe politisch unter stützt „durchfallen“ dürfen, noch durch Bewertungsfest legungen der Bildungsministerkonferenz dergestalt, dass für die Abiturprüfungsklausuren 45 Prozent Leis tung bereits ausreichen, um zu bestehen, und damit 85 Prozent Leistung bereits ausreichen, um ein Sehr gut, konkret 13 Punkte, zu erlangen. Anspruchsvolle Bildungsqualität entsteht eben gerade nicht – wie hier ersichtlich – durch solche abgesenkten Anforderungen auf den Papieren der Bildungsministerkonferenz. Aber wir sollten vor allem darauf schauen, was unser eigenes Bildungssystem stark macht – und was es jetzt braucht. Es braucht Zuverlässigkeit, die Vertrauen scha ff t, Zielorientierung, die schulische Leistung stärkt, und Zusammenarbeit, die Qualität sichert. Wenn wir diese drei Prinzipien ernst nehmen, dann müssen wir  die Schulp fl icht stärken und den Beamtenstatus erhalten,  klare Bildungsziele verfolgen – die die Förderung von Schülerinnen und Schülern in Echtzeit Sehr geehrter Herr Staatsminister, ja, wir können nach Kanada schauen.

ermöglichen und das Abitur stärken,  und den Lehrkräften endlich wieder die Ressourcen geben, die sie brauchen. Dann wird auch bei uns gelten:

Wir blicken nicht nur nach Kanada und Alberta, sondern wir schauen auf Deutschland – und hier auf Sachsen – als Beispiel für ein starkes, verlässliches und leistungsorientiertes Bildungssystem. Herzlichen Dank.“ 

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