Profil 7-8/2026

PROFIL // Titel

Foto: Wätzold

Sächsischer Philologentag: Kultusminister

Der neue Landesvorstand des PVS

Clemens stellt sich der Kritik Neuwahl des Landesvorstands / Bericht vom Philologentag in Bischofswerda

16 PROFIL // 7-8/2026 Anschluss an diesen Beitrag vollstän dig ab. Bereits in der einführenden Moderation gemeinsam mit Ver von Thomas Langer D er Philologentag in Bischofs werda am 6. Juni 2026 stand ganz im Zeichen des Maßnah menpakets. Seit nunmehr einem Schuljahr werden die sächsischen Lehrkräfte, insbesondere an den Gymnasien, noch stärker als ohnehin schon belastet – und das trotz der eindeutigen Ergebnisse der Arbeits zeituntersuchung. Seit einem Jahr stehen die Qualität der Bildung an sächsischen Gymnasien und nicht zu letzt auch die Anerkennung des säch sischen Abiturs unter Beschuss. Nach Au ff assung von Kultusminister Con rad Clemens hat sich alles der Absi cherung des Unterrichts in der Fläche unterzuordnen. Lehrkräfte haben zu dienen, und wer auf die Spezi fi k sei ner Schulart pocht, dem wird man gelnde Solidarität vorgeworfen. Deutliche Kritik an dieser Politik des sächsischen Kultusministers äußerte die Bundesvorsitzende des DPhV, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing. Wir drucken ihre Rede deshalb im

sammlungsleiter Thomas Langer machte Lin-Klitzing deutlich, dass es die Lehrkräfte an den sächsischen Gymnasien sind, die mit ihrem Ein satz und ihrer exzellenten Ausbildung das System am Laufen halten und die Bildungsqualität unter den gegebe nen Bedingungen so gut wie möglich sichern. Kultusminister Conrad Clemens wusste, worauf er sich einließ. Er erschien ohne Begleitung und auch ohne vorbereitete Rede und begeg nete den Anwesenden o ff en und ehrlich. Über eine Stunde stellte er sich in einer vom Landesvorsitzen den Thomas Langer moderierten o ff enen Diskussionsrunde den Fra gen der Teilnehmer. Dabei stand er zeitweise regelrecht im Kreuzfeuer der Kritik, verstand es aber auch, mit dem Gegenwind umzugehen. Gleich zu Beginn, als es um das leidi ge Thema der verbalen Einschätzun gen auf den Schuljahreszeugnissen ging, zeigte er sich selbstkritisch: „Hier sind Sie zu Recht unzufrieden mit mir. Das hätten wir besser hinbe kommen sollen.“

Um sein Versprechen aus dem Maß nahmenpaket einzulösen, hätte Cle mens das Schulgesetz ändern und dafür um fraktionsübergreifende Unterstützung werben müssen. Ob er dies nicht gescha ff t oder gar nicht erst versucht hat, blieb unbeantwor tet. Eine zentrale Frage betraf die Sen kung der Arbeitsbelastung der Gym nasiallehrkräfte. Clemens verwies auf die erfolgreich in den Haushaltsver handlungen erreichte Entfristung der Schulassistenten sowie auf die ge plante Einstellung von 800 Assistenz kräften. Zugleich musste er jedoch einräumen, dass sich bis zum Auslau fen des Maßnahmenpakets an der Belastung der Lehrkräfte nichts ändern werde. Hin und wieder ver wies er darauf, dass Lehrkräfte schließlich viele Ferientage und einen sicheren Arbeitsplatz hätten und laut Arbeitszeitstudie auch nicht alle Lehr kräfte am Limit arbeiteten – die Anwe senden in Bischofswerda selbstver ständlich ausgenommen. Diese Aussagen sorgten im Saal für fas- sungsloses Kopfschütteln.

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