Profil 7-8/2026
PROFIL // DPhV-Standpunkte
Designmuster gelten – und das als verbindliche Voreinstellung. Genau dies fordert der DPhV seit Jahren: Plattformanbieter müssen gesetzlich verp fl ichtet werden, suchtfördernde Mechanismen für Minderjährige abzuschalten, Altersbeschränkungen technisch wirksam durchzusetzen und für Schäden zu haften, die durch ihr Produktdesign entstehen. Lin-Klit zing: „Wer Kinder schützen will, muss vor allem die regulieren, die von ihrer Aufmerksamkeit pro fi tieren. Daher ist dieser Schritt richtig. Doch die Inhaftungnahme der Tech-Kon zerne darf nicht nur benannt wer den, sie muss gesetzlich scharf und europäisch verbindlich ausgestaltet werden und ohne Verzug umgesetzt werden. Eine Gesamtstrategie ohne Durchsetzungsmechanismen bleibt wirkungslos.“ Das gilt auch für das Thema der KI gestützten Begleiter: Die Kommis sion warnt zu Recht vor sogenann ten AI Companions, die durch per sonalisierte Interaktion emotionale Abhängigkeit erzeugen können. Der DPhV begrüßt, dass die Kommission auch hier klare Anbieterp fl ichten und wirksame Altersgrenzen einfor dert. Lin-Klitzing: „Personalisierte Empfehlungsalgorithmen und KI gestützte Bindungsangebote greifen in sensible Entwicklungsphasen ein. Kinder dürfen digitalen Suchtspira len und parasozialen KI-Beziehun gen nicht schutzlos ausgeliefert sein.“ Der DPhV fordert die Bil dungspolitik daher auf, die beste henden Regulierungslücken in KI Verordnungen gezielt zu schließen und gleichzeitig auf nationaler Ebene Rechtssicherheit für Schulen zu scha ff en, die KI-Anwendungen pädagogisch verantwortungsvoll einsetzen wollen. Auch wenn dies allein nicht reichen kann, begrüßt der DPhV den Vor schlag einer gesetzlichen Altersgren
ze für die eigenständige Nutzung sozialer Medien in Verbindung mit wirksamer Altersüberprüfung. Ebenso die vorgesehene familien rechtliche Verankerung elterlicher Medienerziehung im BGB. Schule kann und darf nicht für alle Ver säumnisse in diesem Bereich allein in die P fl icht genommen werden – hier muss die gesamte Gesellschaft auf jeweils verschiedenen Ebenen Verantwortung übernehmen. Lin Klitzing: „Gut, dass die Kommission die Rolle der Eltern stärkt und Medi enbildung als gemeinsame Aufgabe von Familie, Kita, Jugendhilfe, Schu le und Politik versteht. Nur so kann Kinder- und Jugendschutz wirkungs voll gelingen.“ Die Kommissionsvorschläge sehen vor, private Endgeräte an Grund schulen und bis einschließlich Klas se 7 bundesweit einheitlich zu untersagen – im Unterricht, in außerunterrichtlichen Angeboten und in den Pausen – und dies in den Schulgesetzen zu verankern. Ab Klasse 8 sollen Schulen unter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler verbindliche Nutzungskon zepte erarbeiten. Der DPhV hat diese Regelung seit Jahren ange mahnt: Lehrkräfte benötigen einen rechtlich abgesicherten Rahmen, der nicht von Schule zu Schule grundsätzlich immer wieder neu gescha ff en werden muss. Schles wig-Holstein hat mit seinem schul weiten Nutzungsverbot bis Klasse 9 seit August 2025 gezeigt, dass dies umsetzbar ist. Andere Länder dür fen diesen Schritt nicht länger auf schieben. Selbstverständlich sind die Schülerinnen und Schüler aber ab einem bestimmten Alter in die Entwicklung diesbezüglicher schu lischer Regelungen einzubeziehen, denn es betri ff t sie, ihre Entwick lung und ihre Teilhabemöglichkei ten.
13 PROFIL // 7-8/2026 sequenz in der Umsetzung – denn jeder junge Mensch, der durch ent schlossenes Handeln vor einer digi talen Suchtspirale bewahrt wird und mündige Medienkompetenz entwickeln kann, zählt. Verzug ist hier keine Option.“ Für den DPhV ist Medienbildung keine Zusatzaufgabe, sondern selbstverständlicher Bestandteil und verbindliche Querschnittsauf gabe in allen Fächern und Schul stufen – ebenso wie ein grundstän diges Pflichtfach Informatik not wendig ist. Die Kommission empfiehlt mit dem sogenannten „KI-Seepferdchen“ ein verpflichten des KI-Grundzertifikat bereits für das Grundschulalter sowie den Aufbau einer Datenbank evaluier ter Medienkompetenzprogramme für die Sekundarstufen. Der DPhV hält beides für sinnvoll, mahnt aber: Damit Schulen diese Auf gaben tatsächlich erfüllen können, brauchen Lehrkräfte fundierte, nicht kaputt gesparte Aus- und Fortbildungsangebote sowie eine verlässliche digitale Infrastruktur, die von eigenem IT-Fachpersonal betreut wird – und nicht als Zusatz aufgabe auf dem Rücken der Lehr kräfte landet. Abschließend appelliert der DPhV an das Bundesbildungsministerium und an die Länderministerien: Die Handlungsempfehlungen sind eine positive und belastbare Grundlage – aber sie entfalten nur dann Wir kung, wenn aus ihnen zügig ver bindliche politische Maßnahmen abgeleitet werden. Die Kommission hat ein Sofortprogramm bis Ende 2026 vorgeschlagen. Der DPhV erwartet, dass dieses Versprechen eingehalten wird. Lin-Klitzing: „Kin der und Jugendliche können nicht warten, bis aus guten Empfehlun gen irgendwann gute Politik wird. Was jetzt benötigt wird, ist Kon
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