Profil 7-8/2026
PROFIL // DPhV-Standpunkte
„Bildung in Deutschland 2026“: DPhV wertschätzt die bedeutsame Berichterstattung und fordert verbindliche Übergangsempfehlung für die weiterführenden Schulen, um anhaltende Benachteiligung von leistungsstarken Kindern mit niedrigem sozioökonomischem Hintergrund zu beenden
Der nationale Bil dungsbericht „Bildung in Deutschland 2026“ bestätigt mit seinem diesjährigen Schwer punktkapitel erneut, was zahlreiche Un
sozioökonomischem Status – bei glei cher Leistung und Noten der Kinder. So ermöglichten Eltern mit niedrigem sozioökonomischem Status nur 44 Prozent ihrer Kinder den Besuch eines Gymnasiums, obwohl 51 Pro zent eine Gymnasialempfehlung erhalten hatten. Hingegen ermöglich ten Eltern mit hohem sozioökonomi schem Status 58 Prozent ihrer Kinder
delt wesentliche Erkenntnisse und Daten für alle im Bildungswesen Ver antwortlichen und erfüllt damit eine unverzichtbare Orientierungsfunk tion. Doch Daten und Befunde allein verändern nichts – sie entfalten ihren Wert erst dann, wenn die Bildungs politik den Mut aufbringt, auf ihrer Grundlage verbindlich zu handeln“, so Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing. Und Handlungsbedarf sieht die DPhV Bundesvorsitzende deutlich: „Ist der Elternwille für den Übergang auf die weiterführende Schule allein ent scheidend, pro fi tieren erfahrungs gemäß eher ressourcenstarke Famili en. Ziel muss es jedoch sein, für jedes Kind die passgenaue Schulart zu fi nden, die zur Begabung und zur individuellen Lernentwicklung passt – um Überforderung und Unterforde rung zu vermeiden. Es braucht also eine verbindliche Übergangsempfeh lung für die weiterführenden Schu len, die den Elternwillen und zugleich die Leistungsfähigkeit der Schülerin nen und Schüler berücksichtigt!“ Der DPhV fordert die Bildungsministerin nen und -minister der Länder auf: „Handeln Sie und verringern Sie endlich die herrschenden Bildungs ungleichheiten nach sozialer Her kunft durch eine verbindliche Über gangsempfehlung!“
Pressemitteilung vom 15. Juni
tersuchungen und Studien in der Vergangenheit gezeigt haben: Ohne verbindliche Übergangsempfehlung für die weiterführenden Schul arten bleiben leis tungsstarke Kinder mit
den Gymnasialbesuch. Von ihnen hatten 59 Pro zent eine Gymnasialemp fehlung erhalten. Der aktuelle Bericht bestätigt dies und zeigt zudem: Bildungsungleichheit besteht schon vor Schuleintritt und zieht sich durch die gesamte Bildungsbiogra fi e jun ger Menschen. Unter
niedrigem sozioöko nomischem Hinter grund benachteiligt – selbst bei gleichen Leis tungen und Noten. Angesichts dieser erneu ten Befunde mahnt der Deutsche Philologenver band an, dass auf jahre lange, wertvolle Diagnosen
3-Jährige aus sozial benachteiligten Familien besuchen sehr selten eine Kita, später erhalten Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien selbst bei gleichen Leistun gen seltener eine Gymnasialempfeh lung und wechseln auch mit dieser seltener auf ein Gymnasium. Sie neh men seltener eine vollquali fi zierende Ausbildung oder ein Studium auf (bei Jugendlichen mit Fachhochschulreife 79 Prozent aus Familien mit hohem sozioökonomischem Status und 58 Prozent aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status) und bre chen beides häu fi ger ab. „Die regelmäßig erscheinende, umfassende Bildungsberichterstat tung ,Bildung in Deutschland’ bün
endlich konkretes politisches Han deln folgen muss – mit einer verbind lichen Übergangsempfehlung von der Grundschule auf die weiterfüh renden Schularten, um leistungsstar ken Kindern unabhängig vom sozio ökonomischen Hintergrund den Übergang auf das Gymnasium end lich leistungsgerechter zu ermögli chen. Bereits der letzte Bildungsbericht aus 2024 legte o ff en, dass bei der mehr heitlich unverbindlich geregelten Übergangsempfehlung in den deut schen Bundesländern, Eltern mit hohem sozioökonomischem Status ihre Kinder eher auf ein Gymnasium schickten als Eltern mit niedrigem 10 PROFIL // 7-8/2026
Der aktuelle Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2026“ fi ndet sich hier:
https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte seit-2006/bildungsbericht-2026/pdf-dateien-2026/ bildung_in_deutschland_2026_web.pdf
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