Profil 5/2026
PROFIL // DPhV-Standpunkte
gend draufgesattelt und als „Ehren amt“ verbucht werden. Lehrkräfte dürfen nicht in den Ein satz von KI-Tools gedrängt werden, bevor rechtliche Rahmenbedingun gen, Datenschutzstandards und Quali fi zierungsangebote geklärt sind. Eine rechtsverbindliche Klärung der Datenschutz-Fragen zur sogenann ten Schüler-ID und einem Bildungs verlaufsregister – sollten sie denn kommen – muss erfolgt sein, bevor diese eingeführt werden sollten. Die dauerhafte und verlässliche Finanzierung einer datenschutzkon formen IT-Infrastruktur – länder gemeinsam und mit verlässlicher Unterstützung des Bundes – muss sichergestellt sein, wie das SWK- Gutachten es ausdrücklich fordert. Lehrkräfte können nicht daten gestützt arbeiten sollen, wenn Syste me nicht funktionieren oder von Schule zu Schule inkompatibel sind. Das ist eine politische Entscheidung, keine technische. Das Gutachten schlägt überdies vor, datengestützte Lernentwicklungs gespräche als Alternative zum Halb jahreszeugnis zu etablieren. Der
Rollenklarheit und Ressourcenklar heit. Das Gutachten teilt diese Logik: Seine Empfehlung verlangt, Ziele datengestützter Entwicklung müssten „klar und eindeutig“ auf Lern- und Entwicklungsprozesse der Schülerin nen und Schüler ausgerichtet sein. Jährliche Rückmeldungen aus Lern standserhebungen nützen Lehrkräf ten nur, wenn sie direkt mit einer Auswahl fachdidaktisch tre ff sicherer Fördermaterialien verknüpft sind – bereitgestellt vom Dienstherrn und nicht selbst entwickelt von ohnehin überlasteten Lehrkräften. Zeitfenster für Datenarbeit müssen strukturell im Stundenplan ausgewie sen und auf die Unterrichtsverp fl ich tung ermäßigend angerechnet werden. Wer das nicht sicherstellt, schiebt Lehrkräften und Schulleitun gen weitere Aufgaben zu, ohne die dafür nötigen Ressourcen bereit zustellen. Datengestützte Entwicklung und Steuerung braucht neue Funktions stellen mit klaren Verantwortlichkei ten. Diese dürfen nicht stillschwei Was die Bildungsministerien dafür vorhalten müssen, ist:
DPhV widerspricht: Halbjahreszeug nisse sind kein Auslaufmodell – schon gar nicht am Gymnasium. Sie sind ein bewährtes, transparen tes, verständliches Rückmeldeinstru ment – für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gleicherma ßen, gerade am Gymnasium, wo Versetzungen und spätere Hoch schulzulassungen an klare Leistungs nachweise gebunden sind. Lernent wicklungsgespräche können bedarfs orientiert Zeugnisse ergänzen – aber nicht ersetzen. „Das SWK-Gutachten benennt zutref fend etliche Baustellen. Das muss die Bildungspolitik ernstnehmen und in Vorleistung gehen – mit ausreichend Ressourcen für zusätzliche Arbeit, klaren Strukturen und Respekt vor der täglichen Arbeit der Lehrkräfte. Wer Daten erhebt, aber nötige Vor leistungen für einen re fl ektierten praktischen Nutzen für die Schulen nicht erbringt, belastet Lehrkräfte, die die pädagogische Verantwortung tragen, ohne dass dies ihren Schüle rinnen und Schülern konkret nützt. Das wäre das Gegenteil von guter Bildungspolitik“, so Lin-Klitzing.
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