Profil 5/2026
PROFIL // Termine
tet werden, da sogar zwei neue Mit glieder für den Landesverband Sach sen-Anhalt gewonnen werden konn ten. Möglich war dies auch durch die Unterstützung von Staatssekretär Jürgen Böhm, der sich zu den Tagen den gesellte und sich als ehemaliger Lehrer, Lehrervertreter und Schullei ter als sehr nahbar und o ff en für die Themen der JuPhis zeigte. Am zweiten Tag der Arbeitssitzung stand mit dem Austausch mit Bil dungsminister Jan Riedel (CDU) ein weiterer Höhepunkt an. Dieser hieß zunächst alle Teilnehmer nochmals herzlich in Magdeburg willkommen und legte in seinen Ausführungen einen Schwerpunkt auf die Frage, was ein besonders gutes Bildungs system eigentlich ausmache. Eine erste Antwort darauf ist laut Riedel Kontinuität. Vor diesem Hintergrund betonte er vor allem die Demokra tieerziehung als ein besonders wich tiges Thema. Diese Erziehung dürfe aber nicht als theoretische Idee ver standen werden, sondern müsse über ein gelebtes Miteinander und direkte Partizipation als Praxis in der Schule vermittelt werden. Auch müsse ein gewisses „Mindset des Gelingens“ um sich greifen. Nicht ein „Wie-werden-wir-die-los?“, sondern ein „Wie-können-wir-die-optimal-för dern?“ soll die Triebfeder des päda gogischen Handelns sein. Hilfsstruk turen sollten fl ächendeckend im Gymnasium Einzug halten – des Weiteren müssten auch die Sekun darschulen als echte Alternative gestärkt werden. Riedel forderte, dass diese eben keine Verwahr anstalten sein dürfen, sondern rich tig begleiten und fördern müssen. Man könne nicht die Augen davor verschließen, dass man viele Emp fi ndlichkeiten im System habe: Alle sehen das eigene Kind immer und ausschließlich am Gymnasium. Die Kinder der anderen dürfen indes
Foto: AG Junge Philologen
Historische Stadtführung durch Magdeburg
gerne an andere Schulen gehen. Das Gymnasium müsse darauf reagieren und sich an die Realitäten anpassen – allein über Selektion gehe das nicht – die individuelle Förderung der Kinder müsse im Vordergrund stehen. Die Frage, die sich den Teil nehmern aus JuPhi-Reihen stellte, war, ob das Gymnasium, welches nicht zuletzt der höheren Bildung dienen soll, nicht mit der Integration von „fast allen“, wie es der Minister andeutet, überfordert ist. Droht nicht das Gymnasium so am eigenen Erfolg zu scheitern? Man kann, so war man sich intern einig, nicht alle zum Abitur führen, selbst wenn man Tag und Nacht fördern würde. Am späteren Nachmittag schloss eine gelungene und betont humoris tische Stadtführung das Tagespro gramm ab. Kurz vor der Heimfahrt am Samstag stellte Mitbegründer Dario Nassal im zweiten und abschließenden Fortbildungs-Slot die App Buzzard (https://www.buzzard.org/app) vor. Dabei handelt es sich um eine Nach richten-App, die tagesaktuelle politi sche Themen in einem breiten Dis kursrahmen darstellt. So hilft sie dabei, Filterblasen zu vermeiden und die Diskurs- sowie Urteilsfähig keit zu fördern – beides unabding bare Voraussetzungen für eine drin gend nötige Stärkung der Meinungs freiheit im Allgemeinen.
37 PROFIL // 5/2026 Magdeburg bot den perfekten Rah men für einen intensiven Austausch zwischen Politik und Praxis, der ein mal mehr verdeutlicht hat: Nur durch einen o ff enen Diskurs und gemeinsames Handeln lässt sich die Zukunft des Gymnasiums erfolg reich gestalten. Neben diesen vielen großen Pro grammpunkten gab es auch immer wieder Zeit für Länderberichte, die in die Tagung eingebettet waren. Dabei waren die wichtigsten und (leider) häu fi g auch wiederkehren den Themen: • A13 für alle Lehrer heißt häu fi g: A14 für niemanden mehr! • Die Belastung für Lehrkräfte nimmt in allen Bundesländern zu – ein Ausgleich ist nicht in Sicht. • Bil dung kostet Geld, und die Zuständi gen agieren nach dem Motto „Streich – Strich – gestrichen!“, sprich: Es gibt kein Problem, sei es auch noch so komplex, auf das die Antwort nicht der Rotstift ist. • Licht blicke gab es aus Mecklenburg-Vor pommern: Dort soll es bald so sein, dass eine 5 im Hauptfach auto matisch zur Nichtversetzung führt. Vielleicht eine erste, wenn auch zarte Rückbesinnung auf den Leis tungsgedanken? Die Zeit wird es zeigen. Die nächste Tagung der Jungen Philologen wird vom 17. bis 19. September 2026 in Schwerin statt fi nden.
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