Profil 5/2026

PROFIL // Titel

Ein Plädoyer für Menschlichkeit

Zum 100. Geburtstag des großen Erzählers Siegfried Lenz

von Walter Tetzloff E r gehört zu den drei großen Erzählern der jungen Bundesrepublik. Es waren Heinrich Böll, Günter Grass und Siegfried Lenz, die sich in den späten vierziger Jahren eine große Aufgabe gestellt haben. Ihnen ging es um die literarische Auseinandersetzung (nicht Bewältigung!) mit dem Nationalsozialismus, dem aus ihm folgenden Militarismus, den

Schrecken des Krieges und den zwangs läu fi gen Fragen der persönlichen und der kollektiven Schuld. Damit erschöpfen sich allerdings auch schon die Gemeinsamkeiten der drei Schriftsteller, die sich anfänglich in der „Gruppe 47“ zusammenfanden und sich zu dem Credo „Nie wieder Krieg und Auschwitz“ bekannten. Da die Gruppe 47 letztlich doch nur ein

loser Zusammenschluss von ähnlich, nicht gleich gesinn ten Schriftstellern, Intellek tuellen und Publizisten war, bot sie genug Mög

Siegfried Lenz bei einer Lesung in Bonn 1969

lichkeiten, den histori schen Auftrag mit eige nen ästhetischen, sti listischen und auch inhaltlichen Schwer punkten zu realisie ren.

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Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F030757-0015/Schaack, Lothar/CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE

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