Profil 5/2026
PROFIL // DPhV-Standpunkte
Bürokratie ist kein Lehrauftrag: Lehrkräfte wurden ausgebildet, um zu unterrichten – nicht um For mulare zu verwalten. Konsequenter Bürokratierückbau ist überfällig. Erfahrung darf keine Sackgasse sein: Attraktive Altersteilzeit- und Sabbat jahr-Modelle sowie die Abscha ff ung der Höchstgrenze für Zuverdienst nach Erreichen der Altersgrenze sind keine Wohltaten – sie sind kluge Bildungspolitik, um erfahrene Lehr kräfte im System zu halten. „Der Beamtenstatus und die Schul p fl icht bilden gemeinsam das insti tutionelle Rückgrat unserer demo kratischen Gesellschaft. Eine Bil dungsp fl icht ohne Schulp fl icht wäre eine Einladung an alle, die den Staat aus der Sozialisation von Kin dern heraushalten wollen – und diese Einladung dürfen wir niemals aussprechen“, so Lin-Klitzing. Denn die Konsequenzen wären fatal: Ohne Unterricht von staatlich ausgebildeten Lehrkräften, ohne gemeinsamen Schulrahmen entste hen parallele Bildungswelten nach religiösen, politischen oder eth nischen Kriterien – Echokammern, in denen Radikalisierung eine Folge sein kann. Schule ist im Rahmen ihres staatlich verantworteten Erziehungs- und Bildungsauftrags unsere wichtigste gesellschaftliche Frühwarninstanz – auch für Kindes wohlgefährdung, für psychische Krisen, für beginnende Radikalisie rung. Fällt der tägliche Schulkontakt weg, verlieren Jugendämter und Behörden einen entscheidenden Zugang zu gefährdeten Kindern. „Wir brauchen das Berufsbeamten tum für Lehrkräfte und die Schul p fl icht – als tragende Säulen für wissenschaftlich orientierte Bil dungsqualität, Verlässlichkeit, Stabi lität, für den Schutz und die gute Entwicklung unserer Kinder und unserer Gesellschaft.“
Beamtenstatus sichert Demokratie DPhV fordert Dienstherren zur konsequenten Umsetzung ihrer Fürsorgepflicht auf!
Zur 7. Bildungsminis terkonferenz begrüßt
Für den DPhV liegt hier der Schlüs sel: Auf einer gesunden mensch lichen Beziehung fußen Lernen und Bildung, und auf Bildung fußt unse re Demokratie. Gesicherte, ver beamtete Lehrkräfte sind deshalb keine Kostenfrage – sie sind eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und es braucht noch mehr als die Sicherung des Beamtenstatus! Der DPhV appelliert daher mit Nachdruck an die Dienst herren der Lehrkräfte: Handeln Sie – jetzt! Setzen Sie ihre Fürsor gep fl icht konsequent und profes sionell um! Konkret erwarten wir: Präventivmedizinische Betreuung individuelle Gesundheitsberatung für jede Lehrkraft angeboten werden. Kein Wegschauen bei psychischen Beschwerden bei Lehrkräften: Die Gefährdungsbeurteilung psy chischer Belastungen nach § 5 Abs. 3 ArbSchG ist seit 2013 gesetzlich verp fl ichtend – also Dienstaufgabe für die Dienstherren unserer Lehr kräfte. Erprobte, wissenschaftlich fundierte Instrumente existieren längst. Es gibt keine Ausrede mehr: Sie müssen fl ächendeckend ein gesetzt werden. Deputat senken – sofort: Jahrzehnte lang wurde die Unterrichtsverp fl ich tung erhöht, die Belastung ignoriert. Das muss ein Ende haben. Lehrkräf te brauchen keine Lippenbekennt nisse, sondern echte, spürbare Ent lastung. nicht als Kür, sondern als P fl icht: Gesundheitliche Gefährdungen müssen systematisch erfasst,
10 PROFIL // 5/2026 Das gerade verö ff entlichte Deut sche Schulbarometer macht es unübersehbar: Ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler ist psy chisch belastet. Und auch den Lehr kräften geht es nicht gut: Fast ein Drittel ist regelmäßig erschöpft, wie das vorangegangene Schulbarome ter aufzeigte. Ein riesiges Alarmzei chen! Doch es wurde auch klar: Die Beziehung zwischen Lehrkraft und Kind ist der entscheidende Faktor für schulisches Wohlbe fi nden, schu lischen Erfolg und somit aktive Teil habe. Doch wer dauerhaft überfor dert wird, wer um seinen Arbeits platz bangen muss, muss mit einem belastenden Rucksack versuchen, tragfähige Beziehungen aufzubauen und für guten Unterricht zu sorgen. der Deutsche Philo- logenverband aus drücklich, dass die klare Mehrheit der Bildungsministerin nen und -minister zur Verbeamtung von Lehrkräften steht. Für den DPhV ist dies keine Frage des Kom forts, sondern eine Frage der Funk tionsfähigkeit unserer Demokratie – gerade in Zeiten, in denen Extremis ten o ff en an der Schulp fl icht rütteln wollen. Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing: „Wer Schule destabilisiert, destabilisiert unsere Gesellschaft. Der Beamtenstatus ist ein Schutzschild für Lehrkräfte und damit für unsere Kinder und unsere Zukunft.“ Pressemitteilung vom 26. März
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