Profil 12/2025

PROFIL // DPhV-Standpunkte

ren – und keine rein rechnerisch erworbene Abitur-Abschlussnote. Deshalb fordert der Deutsche Philo logenverband die Politik auf, zu ei nem angemesseneren Verhältnis von Leistung und Bewertung zurück zukehren und nicht weiterhin leis tungsfeindliche Entscheidungen zu tre ff en: So ist es das falsche politi sche Signal, dass Schülerinnen und Schüler in sämtlichen Grundkursen in Mathematik und Deutsch in der gymnasialen Oberstufe ‘durchfallen’ (unter fünf Punkten abschließen) dürfen und trotzdem zum Abitur zu gelassen werden. Ebenso ist das Er bringen von nur 45 Prozent Leistung in den Abiturklausuren für das Be stehen der Prüfung zu wenig.“ Der DPhV appelliert daher an die Bildungsministerinnen und Bil dungsminister, die Ergebnisse der Umfrage und auch die des kürzlich verö ff entlichten IQB-Bildungstrends 2024 ernst zu nehmen. Sie o ff enbar ten besorgniserregende Leistungs einbrüche von Schülerinnen und Schülern – auch am Gymnasium. „Die forsa-Umfrageergebnisse zei gen deutlich: Die Mehrheit der Be völkerung will eine stärkere schu lische Leistungsorientierung. Und das sowohl beim Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium und andere weiterführende Schulen als auch beim Abitur, das durch sei ne hohen Leistungsanforderungen am Gymnasium die entscheidende Voraussetzung und eine tatsächliche Studienvorbereitung für ein erfolg reiches Hochschulstudium sein soll. Den Leistungsgedanken infrage zu stellen, ist aus Sicht der Bevölkerung der falsche Schluss. Was allerdings infrage gestellt werden muss, sind die inhaltlich im Anspruch ver fl ach ten bildungspolitischen Entschei dungen der letzten 25 Jahre. Das darf so nicht weitergehen!“, mahnt Lin-Klitzing. 

Die forsa-Umfrageergebnisse zeigen deutlich, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung eine stärkere schulische Leistungsorientierung wünscht.

Foto: AdobeStock

6 PROFIL // 12/2025 rung der Leistungsgedanke ist, zeigt sich auch bei weiteren Fragen der forsa-Umfrage. Die große Mehrheit der Befragten (85 Prozent) ist der Mehrheit eine Orientierung an der Leistung der Kinder bei der Über gangsentscheidung von der Grund schule an das Gymnasium oder an dere weiterführende Schulen. Auch die Expertise der Lehrkräfte sollte dabei wieder eine wesentliche Rolle spielen. Reine Elternwahl gefährdet gerechte Lernbedingungen für alle. Deshalb plädiert der Deutsche Phi lologenverband wiederholt für eine verbindliche leistungsorientierte Übergangsempfehlung und fordert die Bildungspolitik auf, endlich wie der umzusteuern.“ Wie wichtig der breiten Bevölke

Meinung, dass die Leistungsanfor derungen an Schülerinnen und Schüler am Gymnasium so hoch sein sollten, dass sie auf ein Hoch schulstudium vorbereiten. Lin-Klit zing: „Das Gymnasium gilt nach wie vor als die vorbereitende Schulart für das Studium. Es wird in der Be völkerung als Vermittler allgemei ner Bildung und als Sprungbrett für akademische Leistung angesehen.“ Die forsa-Umfrage zeigt außerdem klar, dass etwa zwei Drittel der Be fragten (68 Prozent) die bestandene Abiturprüfung weiterhin als die ent scheidende Voraussetzung für die Aufnahme eines Hochschulstudi ums befürworten. Lin-Klitzing: „Das Abitur muss wie der echte Studierfähigkeit garantie

Made with FlippingBook Ebook Creator