Blickpunkt Schule 4 2026

3 Fragen an …

dabei von dem Psychiater und Philoso phen Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs von der Universität Heidelberg. Nach dem Verbot unangekündigter Leistungsüberprüfungen durch den damaligen Bildungsminister am ers ten Schultag nach den Sommerferien 2025 haben wir – gestützt auf unse re deutliche Mehrheit von knapp 75 Prozent bei den Personalratswahlen an Gymnasien und Kollegs – klar Po sition bezogen. Gute Lehrerinnen und Lehrer können sehr wohl ab schätzen, ob und wann unangekün digte Leistungsüberprüfungen not wendig sind, um Bulimielernen zu verhindern und kontinuierliches Ler nen zu gewährleisten. Für sie sind angstfreies Lernen und die Förderung von Leistungsfähigkeit kein Wider spruch. Unser Protest und unsere Be reitschaft, den Konflikt notfalls ge richtlich klären zu lassen, hat dazu geführt, dass nun – unter unserer neuen Bildungsministerin – politische Verhandlungen über eine Neurege lung beim Thema Leistungsüber prüfungen möglich sind. 3 Was sind seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte? Unsere Baustellen sind groß und zahl reich. Dazu nur ein paar Beispiele:  Wiedereinführung der verpflichten den Grundschulempfehlung,  mehr Durchlässigkeit im Schul- system durch Konzentration der Grundschule auf Lesen, Schreiben und Rechnen, die Einführung der ersten Fremdsprache erst ab Klasse 5, der zweiten ab Klasse 7 (mit der Möglichkeit für Ausnahmeregelun

gen an G8 und altsprachlichen Gymnasien),  klare Regeln für die Verwendung von Smartphones und Co. in der Schule,  Rücknahme des Verbots unan- gekündigter Hausaufgabenüber prüfungen,  Abschaffung des kostspieligen Bürokratiemonsters Schulbuch ausleihe,  Wiedereinführung des Sitzen- bleibens auch an Integrierten Gesamtschulen in den Klassen 5 bis 9 und integrativ arbeitenden Real schulen plus, sodass Kinder nicht weiterhin trotz großer Lücken ein fach in den Jahrgangsstufen hoch rücken, um dann festzustellen, dass sie ihre Lücken gar nicht mehr schließen können.  Rückkehr zum 24-monatigen Gymnasialreferendariat,  Rückkehr zum echten neunjährigen Gymnasium statt G 8¾,  kleinere Klassen und Kurse,  gezielte Sprachförderung für Kinder schon vor der Einschulung mit ver pflichtendem und regelmäßigem Kitabesuch,  systematisch aufeinander aufbau ende Sprachkurse für zugewan derte Schülerinnen und Schüler,  mehr Beförderungsstellen nach A 14 und perspektivisch A 14 als Ein stiegsamt für Gymnasiallehrkräfte sowie weitere verbesserte Beförde rungsmöglichkeiten.

43

SCHULE 4|2026

Made with FlippingBook flipbook maker