Blickpunkt Schule 4 2026
Der Hessenmonitor empfiehlt daher, die Offenheit und das Interesse der Lernenden gezielt zu nutzen und die grundlegende Bildung im Bereich fi nanzieller Kompetenz zu stärken. Hierfür sollen Themen der Finanz- und Verbraucherbildung bei der Über arbeitung noch stärker in den Kern curricula verankert werden. Insbeson dere an den nicht gymnasialen Schul formen muss die finanzielle Bildung verstärkt werden, da sich in den Studi en bei jungen Menschen mit geringe rer Ausbildung die größten Schwächen in der Finanzkompetenz offenbaren (vgl. Loerwald et al. 2024). Außerdem sollten Themen verstärkt dann adres siert werden, wenn die Lernenden Wissen suchen, um einen konkreten Nutzen daraus ziehen zu können. Der Hessenmonitor spricht hier von der Ausnutzung sogenannter ‘teachable moments’ (vgl. Duraj et al. 2025). Dies bedeutet, dass auch Kontexte nach dem Schulabschluss in den Blick ge nommen werden müssen. Wenn Finanz- und Verbraucherbil dung als Querschnittsaufgabe ernst genommen werden soll, muss die Aus einandersetzung damit über den Un terricht des Fachs ‘Politik und Wirt schaft’ hinausgehen. Hierzu müssen den Kolleginnen und Kollegen anderer Fächer aber auch Hilfestellungen an die Hand gegeben werden, bei welchen Themen sich die Verknüpfung anbie tet, im Idealfall verbunden mit konkre ten Unterrichtsbeispielen. Bei der Viel zahl an Bildungszielen, die fächerüber greifend vermittelt werden sollen, stellt sich sonst schnell Resignation ein und es bleibt bei Lippenbekenntnissen. Die Webseite der Hessischen Lehrkräf teakademie bietet aktuelle Informatio nen zu Fortbildungen, fachlicher und fachdidaktischer Beratung sowie zur Weiterentwicklung des Unterrichts in ökonomischer Bildung. Lehrkräfte fin den dort unter ‘Netzwerk ökonomische Bildung’ praxisnahe Tipps, Materialien und Hinweise auf Veranstaltungen, die sie direkt bei der Umsetzung von Fi nanz- und Verbraucherbildung im Un terricht unterstützen: https://lehrkraef teakademie.hessen.de/fortbildung und-beratung/unterrichtsentwicklung
-sowie-fachliche-und fachdidaktische-fortbil dungen/oekonomische bildung. Das Veranstal
der Kultusministerkonferenz vom 12.09.2013 i.d.F. der Bildungsministerkonferenz vom 05.06.2025. Hg. v. Sekretariat der Kultusministerkonferenz. Bundesverband deutscher Banken e. V. (Hg.) (2024): Finanzverhalten/Geldanlage. Ergebnisse aus der Jugendstudie 2024 des Bundesverbandes deut scher Banken. Berlin. Deutscher Philologenverband (24.09.2025): ‘Na tionale Finanzbildungsstrategie’: DPhV erteilt Schulfach ‘Finanzbildung’ klare Absage/Regie rung darf diesen Weg nicht weitergehen/Deutschland belegt bei der Finanz bildung vorderste Plätze weltweit. Online verfüg bar unter https://www.dphv.de/wp content/uploads/2025/09/PM_DPhV_Schul fach_Finanzbildung_24092025.pdf, zuletzt ge prüft am 01.10.2025. Duraj, Kamila; Laudenbach, Christine; Lindner, Vin cent (2025): Hessenmonitor Finanzkompetenz: Was wissen junge Erwachsene in Hessen über Geld und Finanzen? Abschlussbericht. Hg. v. Hes sisches Ministerium der Finanzen und Leibniz In stitute, Sustainable Architecture for Finance in Europe (SAFE) (SAFE White Paper, 110). Froitzheim, Manuel (2025): Verstehen, Entscheiden, Handeln. Handreichung zur Finanz- und Verbrau cherbildung in der Sekundarstufe I für das Fach Politik und Wirtschaft in Hessen. Hessisches Mi nisterium für Kultus, Bildung und Chancen (Hg.). Hessisches Kultusministerium (2021): Bildungs standards und Inhaltsfelder. Das neue Kerncurri culum für Hessen Sekundarstufe I – Gymnasium. Politik und Wirtschaft. Wiesbaden. MDR aktuell (2025): Verbraucherschützer warnen vor Schuldenwelle unter Jugendlichen. Zahlungs modelle bei PayPal und Klarna, 24.09.2025. On line verfügbar unter https://www.mdr.de/nach richten/deutschland/panorama/jugendliche schulden-paypal-klarna-100.html, zuletzt ge prüft am 29.09.2025. Loerwald, Dirk; Friebel-Piechotta, Stephan; Koch, Michael (2024): OeBiX-Studie ‘Ökonomische Bil dung in Deutschland’. Flossbach von Storch-Stif tung. Online verfügbar unter https://www.floss bachvonstorch-stiftung.de/projekte/oebix-stu dien/index, zuletzt geprüft am 13.10.2025. OECD (2024), ‘Finanzbildung in Deutschland: Finanzielle Resilienz und finanzielles Wohlerge hen verbessern’, No. 43, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/c20b27ac-de. Rehm, Markus (2022): Ökonomisches Denken spie lerisch lernen. In: Taiga Brahm, Ulrich Iberer, Tobi as Kärner und Michael Weyland (Hg.): Ökonomi sches Denken lehren und lernen. Theoretische, empirische und praxisbezogene Perspektiven. 1. Aufl. Bielefeld: wbv Media. Rinke, Kuno; Wüste, Andreas (2022): Kontroversität und Multiperspektivität in der ökonomischen Bil dung am Beispiel des Lerngegenstandes bedin gungsloses Grundeinkommen. In: Taiga Brahm, Ulrich Iberer, Tobias Kärner und Michael Weyland (Hg.): Ökonomisches Denken lehren und lernen. Theoretische, empirische und praxisbezogene Perspektiven. 1. Aufl. Bielefeld: wbv Media GmbH & Co. KG. CDU Hessen; SPD Hessen (2024): Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode des Hessischen Landtags 2024–2029. Hessische Staatskanzlei. https://www.hessen.de/Regierung/Koalitions vertrag.
Varia
tungsangebot wird fortlaufend erwei tert und aktualisiert. Es umfasst Fort bildungen, die auf dem Kerncurriculum Politik und Wirtschaft basieren und so wohl Finanz- und Verbraucherthemen behandeln als auch ein systemisches Verständnis ökonomischer Zusam menhänge fördern und sich damit ins besondere an Lehrkräfte der gymna sialen Oberstufe richten, beispielswei se aktuelle Angebote der Deutschen Bundesbank zu Themen wie der Geld politik der EZB, der Außenwirtschaft (etwa Zollpolitik, Wechselkurssysteme und Zahlungsbilanz), der Zins- und Ankaufspolitik des Eurosystems sowie unter dem Titel ‘Karte, Handy oder Bargeld?’ zum Zahlungsverhalten in Deutschland und zu modernen Zahl verfahren. Kooperationspartner im Be reich der Fortbildung sind neben der Deutschen Bundesbank die Verbrau cherzentrale Hessen, die Finanztip Stiftung und andere. Die Angebote können bei entsprechender Teilneh merzahl auch als Abrufangebote von Schulen gebucht werden. Finanzbildung macht junge Men schen stark – um kluge Entscheidun gen zu treffen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Um allen Ler nenden die Chance hierauf zu geben, muss die finanzielle Bildung kontinu ierlich gefördert und nachhaltig im Schulalltag verankert werden. Hessen setzt hier auf praxisnahe Methoden, Kooperationen mit Expertinnen und Experten sowie digitale Angebote, um junge Menschen optimal vorzuberei ten – zum Nutzen der Lernenden und der gesamten Gesellschaft. Dr. Judith Leinen | Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, Referat III.A.3 – Gymnasien, Auslandsschulwesen, berufliche Orientierung Literaturangaben Allbauer-Jürgensen, Markus (2022): Lernen mit Experimenten: Leichtes Handeln, schweres Den ken? In Taiga Brahm, Ulrich Iberer, Tobias Kärner und Michael Weyland (Hg.), Ökonomisches Den ken lehren und lernen: Theoretische, empirische und praxisbezogene Perspektiven. 1. Aufl. Biele feld: wbv Media. Bildungsministerkonferenz (2025): Empfehlungen zur Verbraucherbildung an Schulen. Beschluss
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