Blickpunkt Schule 2 2026

Dialekte fördern ist ein sinnvoller Schritt Hessischer Philologenverband (hphv) und Deutscher Lehrerverband Hessen (dlh) zum Tag der Muttersprache

Frage, die sich den Teilnehmern aus JuPhi-Reihen stellte, war, ob das Gym nasium, welches nicht zuletzt der höhe ren Bildung dienen soll, nicht mit der Integration von ‘fast allen’, wie es der Minister andeutet, überfordert ist. Droht nicht das Gymnasium so am eigenen Erfolg zu scheitern? Man kann, so war man sich intern einig, nicht alle zum Abitur führen, selbst wenn man Tag und Nacht fördert. Am späteren Nachmittag schloss eine gelungene und betont humoristische Stadtführung das durchweg positive Tagesprogramm ab. Kurz vor der Heim fahrt am Samstag stellte Mitbegründer Dario Nassal im zweiten und abschließen den Fortbildungsslot die App Buzzard Themen in einem breiten Diskursrahmen darstellt. So hilft sie dabei, Filterblasen zu vermeiden und die Diskurs- sowie Ur teilsfähigkeit zu fördern – beides unabdingbare Voraussetzungen für eine dringend nötige Stärkung der Meinungs freiheit im Allgemeinen. Magdeburg bot den perfekten Rahmen für einen inten siven Austausch zwischen Politik und Praxis, der einmal mehr verdeutlicht hat: Nur durch einen offenen Diskurs und gemeinsames Handeln lässt sich die Zukunft des Gymnasiums erfolgreich gestalten. Dennis Hütter | Fulda, erster Beisitzer im Bundesvorstand der Jungen Philologen im DPhV und ( https://www.buzzard.org/app ) vor. Dabei handelt es sich um eine Nachrichten-App, die tagesaktuelle politische

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Der Internationale Tag der Mutter sprache am 21. Februar 2026 erinnert seit dem Jahr 2000 an die Bedeu

sitzende Volker Weigand. Gerade angesichts der deutlich angestie genen Arbeitsbelastung sei dabei der freiwillige Charakter im schu lischen Raum entscheidend. Die Bedeutung von Mundart und regionaler Verbundenheit hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen. Dies zeigt sich etwa an zahlreichen Krimis mit regiona lem Bezug oder auch an Veröffent lichungen wie Comicbänden von Asterix »auf Hessisch«. Schule kann in diesem Zusammenhang ein sinnvoller Mosaikstein sein, um sprachliche Vielfalt lebendig zu halten – und dabei auch Brücken zu Dialekten in anderen Sprachen zu schlagen. Gerade am Tag der Mutterspra che wird deutlich, dass Sprache weit mehr ist als ein Kommunika tionsmittel: Sie ist Ausdruck von Identität, Herkunft und kulturellem Erbe. Dialekte können zudem das Sprachbewusstsein fördern und Kindern und Jugendlichen zeigen, dass Mehrsprachigkeit und unter schiedliche sprachliche Ausdrucks formen eine Bereicherung dar stellen. Angesichts der gestiegenen Mobilität in der Bevölkerung droht allerdings Wissen um regionale Dialekte zunehmend verloren zu gehen. Deshalb ordnen hphv und dlh die aktuellen Entwicklungen als wich tigen Anlass ein, Dialektförderung stärker zu unterstützen. »Wenn hierzu Unterstützung auch für Schulen bereitgestellt wird, ist das eine echte Entlastung für interessierte Lehrkräfte«, sehen Krüger und Weigand kom mende Projektangebote positiv. Dialektpflege könne so nicht nur zum Erhalt kultureller Vielfalt beitragen, sondern auch das Bewusstsein für Sprache ins gesamt stärken.

Pressemitteilung vom 20. Februar

tung sprachlicher und kultureller Vielfalt sowie an die Förderung von Mehrsprachigkeit weltweit. Aus Sicht des Hessischen Philologen verbands (hphv) und des Deut schen Lehrerverbandes Hessen (dlh) knüpft das Thema Dialekt förderung in Hessen besonders gut an die Anliegen dieses Tages an. »Dialekte ergänzen die Maßnah men zur Bildungssprache Deutsch und stehen keineswegs im Wider spruch zu dem wichtigen Ziel, Deutschkenntnisse als elementare Voraussetzung für einen erfolg reichen und individuellen Schul abschluss stärker in den Blick zu nehmen«, äußert sich der dlh- Vorsitzende Boris Krüger. Beim Runden Tisch Dialekt, der im vergangenen Jahr als fachüber greifendes Gremium unter Feder führung des Hessischen Ministeri ums für Landwirtschaft und Um welt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) ins Leben gerufen wurde, sind sowohl der hphv als auch der dlh vertreten. Dort wer den verschiedene Ideen und Maß nahmen diskutiert, um Dialekte und regionale Sprachkultur nach haltig zu stärken. Eine mögliche Anbindung an Schulen könnten Projektwochen mit Abrufangeboten oder Arbeits gemeinschaften sein. »Die Stär kung kann nur dann gelingen, wenn motivierte Lehrerinnen und Lehrer unkompliziert Anknüp fungspunkte im Umfeld der Schul gemeinde beziehungsweise der Region finden und nicht alles Material mühsam selbst erarbeiten müssen«, betont der hphv-Vor-

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Vorsitzender des Ausschusses für Berufspraktische Fragen im hphv

Foto: privat

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