Bildung aktuell 4/2025

Thema

Die amerikanische High School ist zusammen mit der Elementary School (Klasse 1-5) und Middle School (Klasse 6-8) Teil des nicht gegliederten Comprehensive School System. Sie umfasst die Jahrgangsstufen 9 bis 12, die jeweils eigene Bezeichnungen tragen: 9. Klasse Freshman, 10. Klasse Sophomore, 11. Klasse Junior und 12. Klasse: Senior. Der Unterricht folgt einem festen Stundenplan: Schülerinnen und Schüler ha ben täglich dieselben 6 bis 8 Fächer in gleichbleibender Reihenfolge – zum Beispiel jeden Tag in der 1. Stunde Englisch, in der 2. Mathematik usw. Das sind erheblich einfachere Stundenpläne als in der gymnasialen Oberstufe in Deutschland, die hohe Anzahl der Wochenstunden ermöglicht in jedem Fach eine kontinuierliche Vertiefung der Inhalte. Das Kurssystem erlaubt individuelle Schwerpunktsetzungen: Neben Pflichtfä chern wie Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften können einzelne Wahlfächer belegt werden. Außerunterrichtliche Aktivitäten wie Sport, Musik oder Debattierclubs sind fester Bestandteil des Schullebens. Die Benotung erfolgt kontinuierlich über Tests, Hausaufgaben und Projekte – mündliche Mitarbeit wird nicht bewertet. An den amerikanischen High Schools ist in der Regel die Digitalisierung weiter vorangeschritten als in Deutschland. Beispielsweise sind an vielen Schulen alle Noten online einsehbar, was Trans parenz und Eigenverantwortung fördert. Eine zentrale Abschlussprüfung gibt es nicht; für das College zählen die Gesamtnoten sowie standardisierte Tests wie SAT oder ACT sowie außerunterrichtliches Engagement. Der SAT (Scholastic Assessment Test) ist ein standardisierter Test in den Be reichen Lesen, Schreiben und Mathematik. Viele Colleges nutzen ihn als Krite rium bei der Studienplatzvergabe. Der ACT (American College Testing) ist eine Alternative zum SAT und prüft zusätzlich naturwissenschaftliche Kompetenzen. Schülerinnen und Schüler kön nen wählen, welchen Test sie absolvieren – manche Colleges akzeptieren beide. AP-Kurse (Advanced Placement) sind anspruchsvolle, college-orientierte Kurse, die Schülerinnen und Schüler freiwillig belegen können. Am Ende steht eine landesweit einheitliche Prüfung – bei guter Leistung kann dies zu einer Anrechnung an US-Colleges führen. Zu den wichtigsten Höhepunkten im Schuljahr an der amerikanischen High School gehören Homecoming, Prom und Graduation. Homecoming ist ein traditionsreiches Schulereignis im Herbst z.T. mit Sportveranstaltungen sowie einem Umzug und immer mit einem festlichen Tanz. Prom ist der festliche Ab schlussball für die Abschlussklasse, meist im Frühjahr. Er gilt als gesellschaftli cher Höhepunkt des Schuljahres. Graduation bezeichnet die feierliche Verab schiedung der Schülerinnen und Schüler am Ende der 12. Klasse (Senior Year), wenn sie alle erforderlichen Kurse erfolgreich abgeschlossen haben. Die Zere monie umfasst traditionell das Tragen von Hut und Talar (cap and gown), das feierliche Überreichen der Abschlusszeugnisse sowie Reden von Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften. All das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit der Schule. Im außerunterrichtlichen Bereich hat der Sport einen sehr hohen Stellenwert. Die Auswahlsportteams in den jeweiligen Sportarten heißen Varsity Teams. Diese Teams bestehen aus den besten Spielerinnen und Spielern einer Schule und vertreten sie bei Wettkämpfen gegen andere Schulen. Es gibt sie in vielen Sportarten wie Football, Basketball, Baseball, Volleyball oder Leichtathletik. Schülerinnen und Schüler können sich durch Tryouts qualifizieren, und beson ders talentierte Athletinnen und Athleten erhalten oft Aufmerksamkeit von Colleges, die Sportstipendien vergeben.

INFO

> fordert. Die Leistungsbereitschaft meiner Mitschüler war sehr hoch. ? Wie war die Gastfreundschaft der Amerikaner, in deiner Gast- familie, aber auch, was den Kontakt zu Mitschülern angeht? Cross Country im Herbst und Track and Field im Frühjahr waren meine zusätzlichen sportlichen Aktivitäten. Wir haben täglich trainiert. Wenn es sehr heiß war, sogar morgens vor der ersten Stunde. An fast jedem Samstag gab es Wettkämpfe. Außerdem habe ich am Robotics Club teilgenommen. In der Arbeitsphase im Winter haben wir uns täglich nach der Schule und am Wochenende getrof fen. Im Robotics Team wurden Schüler mit ganz unterschiedlichen Fähigkei ten gebraucht, bspw. Programmierer – das habe ich gemacht – oder Schüler, die in der professionell ausgestatteten Werkstatt handwerklich gearbeitet haben. Im Frühjahr haben dann die Wettbewerbe stattgefunden. ? Welche Rolle spielten Musik und Sport für dich? Im Chamber Orchestra fand ich sofort Anschluss, konnte meine Fähigkeiten einbringen und verbessern und habe Freundschaften über die Musik ge schlossen. Auch Cross Country und Track and Field halfen mir neue Leute kennenzulernen, die sonst nicht in meinen Kursen waren. Musik und Sport waren mit hohen An sprüchen verbunden. In beiden Berei chen wurde ich in den USA sehr ge

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