Bildung aktuell 4/2025
Leitartikel
von Sabine Mistler >> Landesvorsitzende
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Ein Kompass gibt die Richtung vor, nicht den Standpunkt Vor kurzem hat das MSB den Schulkompass 2030 vorgestellt – mit ambitionierten Zielen für das Bildungs land Nordrhein-Westfalen. Wir haben uns die Leitplanken der künftigen Schulpolitik genauer angesehen.
as Schulministerium hat kurz vor den Som merferien den Schulkompass NRW 2030 vorgestellt, der eine schrittweise Einführung der datengestützten Schul- und Unterrichts
3. Sozial-emotionalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen stärker in den Fokus genommen werden. 4. Die Anzahl erfolgreicher Abschlüsse an den Berufskollegs soll erhöht werden. Die hier formulierten Ziele des Schulkompass können wir unterstreichen; es wäre fatal, den dringenden Handlungs bedarf in Nordrhein-Westfalen nicht zu sehen und Un terstützung zu verweigern. Wir müssen den sich ständig ändernden und wachsenden Herausforderungen jetzt und zukünftig gewachsen sein und unsere Kinder und Ju gendliche auf diesem Weg bestmöglich bilden und unter stützen können. Die Ziele sind richtig, aber über den vor geschlagenen Weg allein wird man diese Ziele nicht errei chen, weil eine vollständige Analyse des Problems fehlt. Der Kompass konzentriert sich auf drei Schwerpunkte, mit denen die Ziele erreicht werden sollen: Da ist zum einen die Qualität des Unterrichts der jeweiligen Lehrkraft – bezogen auf die fachlichen wie sozial-emotionalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Die höhere Unterrichtsqualität soll durch eine Ausweitung der Lern standserhebungen erreicht werden (derzeit Vera 3 und 8, hinzu kommen Lernstandserhebungen in den Klassen/Jahrgangsstufen 2, 5, 7). Ein weiterer Baustein ist die Einführung von systematischen Schülerfeedbacks – sie starten bereits in diesem Herbst. Vorgaben zu den Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern kom men aus dem MSB, können von den Schulen aber indivi duell erweitert werden. Die Daten aus den Lernstandser hebungen und Feedbacks werden in einem nächsten Schritt aufbereitet, Stichwort: datengestützte Unterrichts entwicklung.
entwicklung vorsieht und vorrangig dem folgenden Hauptanliegen unterstellt ist. So heißt es in dem sechs seitigen Dokument wörtlich: »Das Wohl unserer Kinder und Jugendlichen ist Leitfaden für unsere Bildungspoli tik«. Diese Pflöcke der Schulpolitik schlagen wir gern mit ein, zumal es laut Schulgesetz ohnehin unsere Aufgabe ist, für das Wohl der Schülerinnen und Schüler zu sorgen. Wer im Schulkompass allerdings Ansätze zur Unterstüt zung oder Entlastung derjenigen sucht, die diesen Pro zess durchführen, anleiten, auswerten, umsetzen und ver antworten müssen, sucht diese zumindest jetzt, im Erpro bungsstadium, vergeblich. Der Philologenverband und die anderen Lehrerverbände wurden bislang offiziell we der in den Entstehungsprozess dieses Schulkompass ein bezogen noch werden unsere Belange in ihm berücksich tigt. Die Lehrkräfte als die Garanten für Erziehung und die Vermittlung von Bildung bleiben bisher nochaußen vor.
Vier grundsätzliche Ziele sollen mit dem Schulkompass erreicht werden
Das vorerst auf Erproben und Freiwilligkeit ausgelegte Grundkonzept soll vier vorrangige Ziele erfüllen: 1. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards nicht erreichen, soll reduziert werden. 2. Steigen soll der Anteil derjenigen, die die Optimalstandards erreichen.
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